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Staatsanleihen der EU-Peripherieländer können Erfolge vorweisen
28.04.14 14:05
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Konjunkturentwicklung in den industrialisierten Ländern wird zunehmend dynamischer, so die Analysten der Weberbank.
Das würden in Europa die jüngst veröffentlichten Frühindikatoren zeigen: So hätten die Einkaufsmanagerumfragen europaweit zuletzt überzeugt und würden ein moderates Wachstum im aktuellen Jahr andeuten. Auch in Deutschland sei die Stimmung weiterhin sehr positiv, wie unter anderem der ifo-Geschäftsklimaindex gezeigt habe. Offensichtlich würden sich die deutschen Unternehmen von Unsicherheitsfaktoren aus dem Ukraine-Konflikt oder den schwachen Wachstumszahlen aus China noch unbeeindruckt zeigen. Aber nicht nur die Frühindikatoren, sondern erfreulicherweise auch Realzahlen aus der Industrie und dem Einzelhandel würden mittlerweile eine kontinuierliche Verbesserung aufweisen.
Analog zu Europa könne auch die US-Wirtschaft nach einer kurzen, wetterbedingten Schwächephase an ihren Wachstumspfad anknüpfen. So seien die letzten Signale vom Arbeitsmarkt, dem Konsumentenvertrauen und den Auftragseingängen überraschend positiv gewesen.
Natürlich laste auf einem weiteren positiven Ausblick für die Weltwirtschaft weiterhin der Ukraine-Konflikt. Bisher habe sich dieser nicht dramatisch auf den Kapitalmarkt in Europa oder den USA ausgewirkt. Die beiden betroffenen Länder, die Ukraine und Russland, würden hingegen die Auswirkungen deutlich intensiver spüren. So versuche Russland seit drei Wochen vergebens, Investoren für seine Staatsanleihen zu finden und müsse dementsprechend die Anleiheauktion aufgrund mangelnder Nachfrage verschieben.
Über mangelnde Nachfrage könnten sich die Peripherieländer aus Europa hingegen nicht beschweren. Nachdem Griechenland zu Beginn des Monats erstmals seit Jahren am Kapitalmarkt eine Anleihe begeben habe, habe sich nun auch Portugal mit einer langlaufenden Emission an den Rentenmarkt gewagt. Die Nachfrage nach beiden Papieren sei hoch gewesen, wobei insbesondere die griechische Anleihe einen reißenden Absatz gefunden habe und sechsfach überzeichnet gewesen sei.
Aber auch die größeren Peripherieländer könnten Erfolge vorweisen. So seien die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen seit Juli 2012 sukzessive zurückgegangen und Spanien habe sogar bei ihrer letzten Anleiheemission zu einem neuen Renditetief Gelder einsammeln können. Allerdings dürften auch hier die Risiken nicht außer Acht gelassen werden: Die Länder stünden sowohl politisch als auch wirtschaftlich weiterhin vor großen Herausforderungen, ihre Strukturprobleme und hohe Schuldenstände anzugehen. So habe in letzter Woche das Gerücht über ein neues Hilfspaket für Griechenland einmal wieder die Runde am europäischen Rentenmarkt gemacht.
Auch der Musterschüler Europas könne sich weiterhin über einen festen Rentenmarkt freuen: So befänden sich die Renditen deutscher öffentlicher Anleihen weiterhin nahe ihren Tiefs aus dem aktuellen Jahr. Unterstützt würden sie von anhaltenden Spekulationen über quantitative Maßnahmen der Europäischen Notenbank. So habe EZB-Präsident Draghi bei einer Rede in Amsterdam in der letzten Woche die Bereitschaft betont, neue Liquidität zur Verfügung zu stellen, sollte die europäische Inflation weiterhin niedrig bleiben und/oder sich die Euro-Stärke weiter fortsetzen. Zu den wahrscheinlichsten Liquiditätsspritzen zählen die Analysten der Weberbank ein Kaufprogramm von besicherten Anleihen, so genannten ABS-Anleihen. Dementsprechend werde der Kapitalmarkt am kommenden Mittwoch die Veröffentlichung der neuen Inflationszahlen noch intensiver verfolgen.
Der Aktienmarkt hingegen blicke weiterhin gespannt auf die laufende Bilanzsaison in Europa und den USA. Auch wenn diese in Europa bisher erst am Anfang stehe, zeichne sich ein ähnliches Muster analog zu den Vorquartalen ab. So enttäusche weiterhin das Umsatzwachstum, während gleichzeitig die Gewinne ausgebaut werden könnten und somit die Margen in die Höhe schnellen würden. Allerdings seien Kostensenkungen und Margenerhöhungen nicht unbegrenzt möglich, wodurch die Konzerne gezwungen seien, sich zukünftig stärker auf Umsatzwachstum zu konzentrieren.
Auch in den USA sei eine höhere Dynamik im Gewinnwachstum zu erkennen, jedoch könnten die amerikanischen Unternehmen erfolgreicher Umsätze steigern. Folglich könne man aktuell ein positives Zwischenfazit für die fortgeschrittene Bilanzsaison aus den USA schließen. In der letzten Woche hätten zusätzlich die Bilanzkennzahlen prominenter Technologieunternehmen den Kapitalmarkt überzeugen können. Nachdem dieser Sektor seit Anfang März unter Druck geraten sei, hätten sich die Kurse nach den überzeugenden Zahlen der Unternehmen erholt.
Außerdem würden die Aktienmärkte in Europa und den USA von verstärkten Übernahmefantasien aus dem Pharmasektor und der Industrie profitieren. Daher sei das Chartbild in den großen Leitindices weiterhin intakt und kurzfristig seien neue Höchststände in einigen Indices durchaus wahrscheinlich. (28.04.2014/alc/a/a)
Das würden in Europa die jüngst veröffentlichten Frühindikatoren zeigen: So hätten die Einkaufsmanagerumfragen europaweit zuletzt überzeugt und würden ein moderates Wachstum im aktuellen Jahr andeuten. Auch in Deutschland sei die Stimmung weiterhin sehr positiv, wie unter anderem der ifo-Geschäftsklimaindex gezeigt habe. Offensichtlich würden sich die deutschen Unternehmen von Unsicherheitsfaktoren aus dem Ukraine-Konflikt oder den schwachen Wachstumszahlen aus China noch unbeeindruckt zeigen. Aber nicht nur die Frühindikatoren, sondern erfreulicherweise auch Realzahlen aus der Industrie und dem Einzelhandel würden mittlerweile eine kontinuierliche Verbesserung aufweisen.
Analog zu Europa könne auch die US-Wirtschaft nach einer kurzen, wetterbedingten Schwächephase an ihren Wachstumspfad anknüpfen. So seien die letzten Signale vom Arbeitsmarkt, dem Konsumentenvertrauen und den Auftragseingängen überraschend positiv gewesen.
Natürlich laste auf einem weiteren positiven Ausblick für die Weltwirtschaft weiterhin der Ukraine-Konflikt. Bisher habe sich dieser nicht dramatisch auf den Kapitalmarkt in Europa oder den USA ausgewirkt. Die beiden betroffenen Länder, die Ukraine und Russland, würden hingegen die Auswirkungen deutlich intensiver spüren. So versuche Russland seit drei Wochen vergebens, Investoren für seine Staatsanleihen zu finden und müsse dementsprechend die Anleiheauktion aufgrund mangelnder Nachfrage verschieben.
Aber auch die größeren Peripherieländer könnten Erfolge vorweisen. So seien die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen seit Juli 2012 sukzessive zurückgegangen und Spanien habe sogar bei ihrer letzten Anleiheemission zu einem neuen Renditetief Gelder einsammeln können. Allerdings dürften auch hier die Risiken nicht außer Acht gelassen werden: Die Länder stünden sowohl politisch als auch wirtschaftlich weiterhin vor großen Herausforderungen, ihre Strukturprobleme und hohe Schuldenstände anzugehen. So habe in letzter Woche das Gerücht über ein neues Hilfspaket für Griechenland einmal wieder die Runde am europäischen Rentenmarkt gemacht.
Auch der Musterschüler Europas könne sich weiterhin über einen festen Rentenmarkt freuen: So befänden sich die Renditen deutscher öffentlicher Anleihen weiterhin nahe ihren Tiefs aus dem aktuellen Jahr. Unterstützt würden sie von anhaltenden Spekulationen über quantitative Maßnahmen der Europäischen Notenbank. So habe EZB-Präsident Draghi bei einer Rede in Amsterdam in der letzten Woche die Bereitschaft betont, neue Liquidität zur Verfügung zu stellen, sollte die europäische Inflation weiterhin niedrig bleiben und/oder sich die Euro-Stärke weiter fortsetzen. Zu den wahrscheinlichsten Liquiditätsspritzen zählen die Analysten der Weberbank ein Kaufprogramm von besicherten Anleihen, so genannten ABS-Anleihen. Dementsprechend werde der Kapitalmarkt am kommenden Mittwoch die Veröffentlichung der neuen Inflationszahlen noch intensiver verfolgen.
Der Aktienmarkt hingegen blicke weiterhin gespannt auf die laufende Bilanzsaison in Europa und den USA. Auch wenn diese in Europa bisher erst am Anfang stehe, zeichne sich ein ähnliches Muster analog zu den Vorquartalen ab. So enttäusche weiterhin das Umsatzwachstum, während gleichzeitig die Gewinne ausgebaut werden könnten und somit die Margen in die Höhe schnellen würden. Allerdings seien Kostensenkungen und Margenerhöhungen nicht unbegrenzt möglich, wodurch die Konzerne gezwungen seien, sich zukünftig stärker auf Umsatzwachstum zu konzentrieren.
Auch in den USA sei eine höhere Dynamik im Gewinnwachstum zu erkennen, jedoch könnten die amerikanischen Unternehmen erfolgreicher Umsätze steigern. Folglich könne man aktuell ein positives Zwischenfazit für die fortgeschrittene Bilanzsaison aus den USA schließen. In der letzten Woche hätten zusätzlich die Bilanzkennzahlen prominenter Technologieunternehmen den Kapitalmarkt überzeugen können. Nachdem dieser Sektor seit Anfang März unter Druck geraten sei, hätten sich die Kurse nach den überzeugenden Zahlen der Unternehmen erholt.
Außerdem würden die Aktienmärkte in Europa und den USA von verstärkten Übernahmefantasien aus dem Pharmasektor und der Industrie profitieren. Daher sei das Chartbild in den großen Leitindices weiterhin intakt und kurzfristig seien neue Höchststände in einigen Indices durchaus wahrscheinlich. (28.04.2014/alc/a/a)


