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Die Spur des Geldes - Kapitalmarkt statt Unternehmensinvestitionen
27.08.20 12:30
Fürst Fugger Privatbank
Augsburg (www.anleihencheck.de) - Muss es uns wirklich wundern, dass die Kurse an den Börsen weiter steigen? Eigentlich nicht, so Rainer Weyrauch, Mitglied des Managementgremiums für die Vermögensverwaltungen und Leiter der Niederlassung Köln der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft.
Die unglaublichen Summen Geld, die Staaten und Notenbanken seit geraumer Zeit in den Markt pumpen würden, müssten ja schließlich irgendwo hin.
Zumal sie offenkundig nicht für klassische Unternehmensinvestitionen genutzt würden. Die Firmenentscheider der Industrie-Branchen würden sich vielmehr in Zurückhaltung üben. Stattdessen fließe zumindest ein nicht unerheblicher Teil dieser "Wiederaufbaugelder" in den Kapitalmarkt. Zusätzlicher Druck komme von den Negativzinsen auf Bankeinlagen. Schon ein Teil dieser gigantischen Summen würde ausreichen, um die Vermögenspreise weiter steigen zu lassen.
An den Wohnimmobilienmärkten biete sich ein ähnliches Bild - der Negativzins mache es möglich. Die Preise würden weiter deutlich anziehen, weil die Kredite fast nichts mehr kosten würden. Daran scheine auch die Corona-Krise nichts geändert zu haben. Deutlich spürbar sei sie dagegen bei den Gewerbeimmobilien, denn es sei nicht davon auszugehen, dass das Homeoffice nur eine vorübergehende Erscheinung bleibe.
Aber die Welt bestehe ja nicht nur aus Covid-19. Einige Themen, die in einer Welt ohne Pandemie, jedes für sich genommen schon deutliche Abschläge an den Märkten auslösen würden, seien immer noch präsent: Die Gefahr eines "No Deal"-Brexit, der Handelskrieg zwischen China und den USA, die Eskalation im Mittelmeer mit der Türkei - und nicht zuletzt auch der Ausgang der US-Wahlen.
All das werde jedoch durch den weiteren Zufluss von frischem Geld und durch bisher zaudernde Investoren überdeckt - zumindest in den kommenden Monaten. Jeder kleine Rückschlag werde zum Nachkaufen genutzt und selbst die traditionelle Sommerpause sei bisher ausgefallen. Zusätzlich setze jetzt an den Börsen eine so genannte "Branchenrotation" ein. Zyklische Werte würden Teile ihrer bisherigen Verluste aufholen.
Ein alter Börsianerspruch laute: "Läuft Butter läuft Käse". So weit sei es noch nicht. Erst wenn wirklich "Käse läuft" und die letzten Skeptiker aufgeben würden, werde es gefährlich. Dann werde es Zeit, Gewinne mitzunehmen. Bis dahin nutzen wir die Chancen, die der Markt bietet, aber stets wachsam und ohne übermütig zu werden, so Rainer Weyrauch, Mitglied des Managementgremiums für die Vermögensverwaltungen und Leiter der Niederlassung Köln der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft. Denn es könne auch schnell drehen - und dann dürfe man nicht zaudern, zu desinvestieren. (27.08.2020/alc/a/a)
Die unglaublichen Summen Geld, die Staaten und Notenbanken seit geraumer Zeit in den Markt pumpen würden, müssten ja schließlich irgendwo hin.
Zumal sie offenkundig nicht für klassische Unternehmensinvestitionen genutzt würden. Die Firmenentscheider der Industrie-Branchen würden sich vielmehr in Zurückhaltung üben. Stattdessen fließe zumindest ein nicht unerheblicher Teil dieser "Wiederaufbaugelder" in den Kapitalmarkt. Zusätzlicher Druck komme von den Negativzinsen auf Bankeinlagen. Schon ein Teil dieser gigantischen Summen würde ausreichen, um die Vermögenspreise weiter steigen zu lassen.
Aber die Welt bestehe ja nicht nur aus Covid-19. Einige Themen, die in einer Welt ohne Pandemie, jedes für sich genommen schon deutliche Abschläge an den Märkten auslösen würden, seien immer noch präsent: Die Gefahr eines "No Deal"-Brexit, der Handelskrieg zwischen China und den USA, die Eskalation im Mittelmeer mit der Türkei - und nicht zuletzt auch der Ausgang der US-Wahlen.
All das werde jedoch durch den weiteren Zufluss von frischem Geld und durch bisher zaudernde Investoren überdeckt - zumindest in den kommenden Monaten. Jeder kleine Rückschlag werde zum Nachkaufen genutzt und selbst die traditionelle Sommerpause sei bisher ausgefallen. Zusätzlich setze jetzt an den Börsen eine so genannte "Branchenrotation" ein. Zyklische Werte würden Teile ihrer bisherigen Verluste aufholen.
Ein alter Börsianerspruch laute: "Läuft Butter läuft Käse". So weit sei es noch nicht. Erst wenn wirklich "Käse läuft" und die letzten Skeptiker aufgeben würden, werde es gefährlich. Dann werde es Zeit, Gewinne mitzunehmen. Bis dahin nutzen wir die Chancen, die der Markt bietet, aber stets wachsam und ohne übermütig zu werden, so Rainer Weyrauch, Mitglied des Managementgremiums für die Vermögensverwaltungen und Leiter der Niederlassung Köln der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft. Denn es könne auch schnell drehen - und dann dürfe man nicht zaudern, zu desinvestieren. (27.08.2020/alc/a/a)


