Sprunghafter Anstieg des Geldmengenwachstums als Vorbote übermäßiger Inflation?


29.05.20 08:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Datenkalender ist heute prall gefüllt. In der Eurozone berichten viele Länder überarbeitete BIP-Zahlen für Q1, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Im Vordergrund sollten aber die Mai Inflationsdaten stehen. Die Schnellschätzungen in Deutschland und Spanien würden einen neuerlichen Rückgang der Gesamtrate und eine in ertwa unveränderte Kernrate signalisieren. Weiters von Interesse seien Informationen zur Geldmengen- und Kreditentwicklung. Im März sei Finanzvermögen in liquide Mittel umgeschichtet worden und so habe das Geldmengenwachstum einen Sprung nach oben gemacht. Dieser Kriseneffekt dürfte sich nicht sofort zurückbilden, sollte aber nicht als Vorbote übermäßiger Inflation gesehen werden.

In den USA stünden Daten mit Bezug zu den privaten Haushalten im Fokus (Einkommen, Konsumausgaben, Stimmung, Teuerung). Der deutliche Rückgang der Einzelhandelsumsätze lasse auf einen starken Einbruch der Konsumausgaben schließen. Die Corona bedingten Geschäftseinschränkungen dürften, abgesehen von einzelnen Produkten, nicht zu einem erhöhten Preisanstieg bei Konsumgütern geführt haben. Vielmehr drücke vorerst laut mehrheitlicher Auffassung der negative Nachfrageeffekt auf den Preisauftrieb. Der Konsens rechne beim Deflator der persönlichen Konsumausgaben ex Energie - ein für die US-Notenbank wichtiges Maß für die Teuerung - mit einem merklichen Rückgang. Abgerundet werde der heutige Datenreigen mit dem Chicago PMI (Rebound erwartet).

Am Ratingkalender seien heute bei Moody’s Belgien (Aa3(s)) und bei S&P Irland (AA-(s)) vermerkt.

Am Primärmarkt auktioniere heute Italien Fixzinsanleihen mit Laufzeit Juli 2025 und August 2030 sowie eine variabel verzinste Anleihe mit Fälligkeit Dezember 2023 (Gesamtvolumen: EUR 6,25 bis 7,5 Mrd.). (29.05.2020/alc/a/a)