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Sorgen um Italiens Wirtschaft und Staatsfinanzen wachsen
26.09.22 11:45
Aramea Asset Management
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Aufgrund der Zerstrittenheit des linken Lagers in Italien sowie des italienischen Wahlsystems, das Bündnisse bevorzugt, war die Frage nicht, ob das rechts-konservative Lager gewinnt - sondern nur wie hoch, so Felix Herrmann, Chefvolkswirt und Portfoliomanager bei ARAMEA Asset Management.
Das bedeute aber beileibe nicht, dass die Anleger einen solchen Ausgang mit Freude zur Kenntnis nehmen würden. "Noch vor einem Jahr erreichte der Spread, also der Renditeabstand, zwischen italienischen und deutschen Anleihen den niedrigsten Wert seit 2015 - dank Mario Draghi", erinnere Herrmann. Seine Zusagen, die notwendigen Reformen umzusetzen, um Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds zu erhalten (Italien sollte zum größten Nutznießer des Hilfsfonds werden), hätten Investoren in Scharen in Italien einfallen fallen.
Zuletzt sei jedoch die Kehrtwende erfolgt: "Ökonomisch steht Italien mit dem Rücken zur Wand. Die Energiekrise trifft das Land ähnlich hart wie Deutschland, wenn nicht sogar härter. Außerdem sorgen sich die Investoren vor dem, was der Politikwechsel für Italiens Wirtschaft sowie die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen zukünftig bedeuten könnte."
Unberechtigt seien die Sorgen aus Herrmanns Sicht nicht. "Die neue Regierung plant, die Belastungen für Haushalte und Unternehmen zu senken. Geringere Steuern - also das Gegenteil von dem, was Draghi vorhatte - werden Italiens ohnehin schon beachtlichen Schuldenberg weiter ansteigen lassen", betone der Volkswirt. Solange das Nominalwachstum in Italien dank einer hohen Inflation hoch sei, könne die Rechnung aufgehen. "Wenn sich die Inflation jedoch wieder Richtung Süden orientiert, könnte es mit der derzeit noch gut handhabbaren Tragfähigkeit der Schulden nicht mehr so weit her sein. Abermals steigender Druck auf italienische Spreads wäre die wohl unweigerliche Folge." (26.09.2022/alc/a/a)
Das bedeute aber beileibe nicht, dass die Anleger einen solchen Ausgang mit Freude zur Kenntnis nehmen würden. "Noch vor einem Jahr erreichte der Spread, also der Renditeabstand, zwischen italienischen und deutschen Anleihen den niedrigsten Wert seit 2015 - dank Mario Draghi", erinnere Herrmann. Seine Zusagen, die notwendigen Reformen umzusetzen, um Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds zu erhalten (Italien sollte zum größten Nutznießer des Hilfsfonds werden), hätten Investoren in Scharen in Italien einfallen fallen.
Zuletzt sei jedoch die Kehrtwende erfolgt: "Ökonomisch steht Italien mit dem Rücken zur Wand. Die Energiekrise trifft das Land ähnlich hart wie Deutschland, wenn nicht sogar härter. Außerdem sorgen sich die Investoren vor dem, was der Politikwechsel für Italiens Wirtschaft sowie die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen zukünftig bedeuten könnte."
Unberechtigt seien die Sorgen aus Herrmanns Sicht nicht. "Die neue Regierung plant, die Belastungen für Haushalte und Unternehmen zu senken. Geringere Steuern - also das Gegenteil von dem, was Draghi vorhatte - werden Italiens ohnehin schon beachtlichen Schuldenberg weiter ansteigen lassen", betone der Volkswirt. Solange das Nominalwachstum in Italien dank einer hohen Inflation hoch sei, könne die Rechnung aufgehen. "Wenn sich die Inflation jedoch wieder Richtung Süden orientiert, könnte es mit der derzeit noch gut handhabbaren Tragfähigkeit der Schulden nicht mehr so weit her sein. Abermals steigender Druck auf italienische Spreads wäre die wohl unweigerliche Folge." (26.09.2022/alc/a/a)


