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Schwellenländeranleihen: Hartwährungsanleihen bevorzugt
31.10.19 12:00
Barings
Boston (www.anleihencheck.de) - Die Performance aller Anlageklassen bei Schwellenländeranleihen wurde im dritten Quartal gedämpft, da sich eine Reihe geopolitischer Risiken in den Schwellenländern weiter entfaltete, so Dr. Ricardo Adrogué, Leiter Global Sovereign Debt and Currencies von Barings.
Die Renditen in den Anlageklassen der Schwellenländeranleihen in harter Währung seien positiv gewesen - wobei Unternehmensanleihen der Schwellenländer eine Rendite von 1,55% und Staatsanleihen der Schwellenländer eine Rendite von 1,39% erzielt hätten. Schwellenländeranleihen in lokaler Währung hätten um 0,62% weniger Rendite erzielt, belastet durch die lokalen Währungen, die insgesamt um 3,72% gefallen seien. Hartwährungsanlagen und lokale Zinsen seien durch einen starken Rückgang der Zinsen für US-Staatsanleihen sowie eine expansiv gestimmte US Federal Reserve (FED) und Europäische Zentralbank (EZB) beflügelt worden.
Der Rückgang bei Schwellenländeranleihen in lokaler Währung sei durch die eskalierenden Handelsspannungen zwischen den USA und China, das nachlassende globale Handelswachstum und den sinkenden Ölpreis beeinflusst worden, der im Laufe des Quartals trotz des Drohnenangriffs auf Saudi-Arabiens größtes Öllager um 8,7% zurückgegangen sei. Die Entwicklung der Schwellenländerwährungen sei gemischt gewesen, wobei die Türkei und Thailand zugelegt hätten, während alle anderen örtlichen Benchmark-Währungen, angeführt von Argentinien und Brasilien, negativ gewesen seien. Vor allem Argentinien habe als das Land, das mit seiner Umschuldung begonnen habe, im Zentrum gestanden. Das Land sei nach der Reaktion des Marktes auf die Vorwahlen (PASO) für das Amt des Präsidenten, bei denen Präsident Macri vom Erdrutschsieger Alberto Fernández und der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner in den Hintergrund gedrängt worden sei, in technischen Verzug geraten. Der Argentinische Peso habe die Auswirkungen heftig zu spüren bekommen und sei im Laufe des Quartals um 26% gesunken.
Die Wirtschaftsdaten des IWF für das zweite Quartal hätten auf eine globale Wachstumsrate von 2% hingewiesen, die niedrigste Rate seit dem dritten Quartal 2016. Für die globale Inflation seien 2% gemeldet worden, bei einer Inflation der Schwellenländer von 3,8%. Das Welthandelswachstum sei auf minus 4,9% gesunken, das langsamste Tempo seit dem ersten Quartal 2016, beeinflusst durch Chinas Konjunkturabschwung und den langwierigen Handelskrieg mit den USA. Dem Beispiel der FED folgend, hätten mehrere Länder im Laufe des Quartals die Zinsen gesenkt - darunter eine Senkung der Mindestreserveanforderungen um 0,5% durch China, eine Senkung um 0,25% durch Südkorea, Russland, Thailand und Mexiko und eine Senkung um 0,35% durch Indien.
Insgesamt würden die Experten von Barings für die Schwellenländeranleihen weiterhin von einer positiven Entwicklung ausgehen, da sie die Bewertungen nach wie vor als attraktiv erachten würden und sich das Wachstum der Schwellenländer mit mäßigem Tempo fortsetzen werde. Die Experten von Barings seien sich jedoch der anhaltenden Risiken, wie der laufenden Handelsverhandlungen zwischen den USA und China, der zunehmenden Spannungen am Persischen Golf und der großen Marktschwankungen bei Währungen, Zinsen und Anleihekursen, bewusst.
Chancen: Die Experten von Barings würden weiterhin Anlagen in harten Währungen bevorzugen und glauben, dass Staats- und Unternehmensanleihen im gegenwärtigen Umfeld die attraktivsten bleiben würden, da sie von der Erwartung fallender Zinsen und einem gesunden Wirtschaftswachstum profitieren würden. Die lokalen Zinsen würden ihrer Meinung nach attraktiv bleiben, da die Regierungen weiterhin Programme zur Haushaltskonsolidierung verfolgen und gleichzeitig versuchen würden, ihre Volkswirtschaften zu stimulieren. Auf regionaler Ebene biete Lateinamerika aus Risiko-Rendite-Sicht nach wie vor einige der attraktivsten Anlagechancen. Aber auch bestimmte osteuropäische Emittenten von High-Yield-Anleihen in Hartwährung würden attraktive Werte bieten. Angesichts der Schwankungen bei Rohstoffen, der Kernzinssätze und des Wachstums der entwickelten Märkte würden die Experten insgesamt gesehen Länder bevorzugen, die über die Flexibilität verfügen würden, sich an eine unsichere Zukunft anzupassen.
Jenseits des Index: In den Schwellenländern sähen die Experten von Barings einige der attraktivsten Chancen jenseits der traditionellen Indices. Wenn es beispielsweise um Staatsanleihen gehe, sähen sie Möglichkeiten in Ländern wie Albanien und Mazedonien, auch wenn diese Länder gegenwärtig nicht im Index enthalten seien. Die Experten hätten auch kein Problem damit, sich in Ländern, die ihrer Ansicht nach kein günstiges Risiko-Rendite-Profil besitzen würden, gar nicht zu engagieren, selbst wenn sie Teil des Index seien. So seien die Experten von Barings beispielsweise der Meinung, dass die politischen Risiken in den Ländern des Golf-Kooperationsrates (GKR) derzeit unterbewertet seien. Daher seien sie in der Region praktisch kein Engagement eingegangen und hätten damit einen starken Standpunkt gegenüber dem Index eingenommen.
Risiken: Die Hauptrisiken für den Rest des Jahres würden weiterhin die US-Handelspolitik und ihre möglichen Auswirkungen auf den Welthandel sowie die verstärkten Spannungen im Nahen Osten darstellen. Trotz expansiv gestimmter Zentralbanken und bevorstehender Handelsgespräche zwischen den USA und China sähen die Experten von Barings derzeit keinen starken Katalysator für eine allgemeine Währungsaufwertung. Angesichts der Auswirkungen niedrigerer Zinsen auf die Devisenmärkte sowie der Praktiken der Schwellenländer, ihre Währungen als Stoßdämpfer und Mittel zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Exporte zur Ankurbelung ihrer Wirtschaft zu verwenden, müssten die Anleger bei der Währungsauswahl kritisch sein.
Selektivität: Angesichts des aktuellen Hintergrunds für die Schwellenländer, der sich seit Dezember 2018 deutlich verbessert habe und durch expansiv gestimmte Zentralbanken stark gestützt werde, würden die Experten von Barings optimistisch bleiben. Doch eine rigorose Bottom-up-Analyse, Wertpapierauswahl, aktives Management und Risikominimierung würden entscheidende Faktoren bleiben, wie die Experten in ihreb aktuellen Insights erörtern würden. (31.10.2019/alc/a/a)
Die Renditen in den Anlageklassen der Schwellenländeranleihen in harter Währung seien positiv gewesen - wobei Unternehmensanleihen der Schwellenländer eine Rendite von 1,55% und Staatsanleihen der Schwellenländer eine Rendite von 1,39% erzielt hätten. Schwellenländeranleihen in lokaler Währung hätten um 0,62% weniger Rendite erzielt, belastet durch die lokalen Währungen, die insgesamt um 3,72% gefallen seien. Hartwährungsanlagen und lokale Zinsen seien durch einen starken Rückgang der Zinsen für US-Staatsanleihen sowie eine expansiv gestimmte US Federal Reserve (FED) und Europäische Zentralbank (EZB) beflügelt worden.
Der Rückgang bei Schwellenländeranleihen in lokaler Währung sei durch die eskalierenden Handelsspannungen zwischen den USA und China, das nachlassende globale Handelswachstum und den sinkenden Ölpreis beeinflusst worden, der im Laufe des Quartals trotz des Drohnenangriffs auf Saudi-Arabiens größtes Öllager um 8,7% zurückgegangen sei. Die Entwicklung der Schwellenländerwährungen sei gemischt gewesen, wobei die Türkei und Thailand zugelegt hätten, während alle anderen örtlichen Benchmark-Währungen, angeführt von Argentinien und Brasilien, negativ gewesen seien. Vor allem Argentinien habe als das Land, das mit seiner Umschuldung begonnen habe, im Zentrum gestanden. Das Land sei nach der Reaktion des Marktes auf die Vorwahlen (PASO) für das Amt des Präsidenten, bei denen Präsident Macri vom Erdrutschsieger Alberto Fernández und der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner in den Hintergrund gedrängt worden sei, in technischen Verzug geraten. Der Argentinische Peso habe die Auswirkungen heftig zu spüren bekommen und sei im Laufe des Quartals um 26% gesunken.
Die Wirtschaftsdaten des IWF für das zweite Quartal hätten auf eine globale Wachstumsrate von 2% hingewiesen, die niedrigste Rate seit dem dritten Quartal 2016. Für die globale Inflation seien 2% gemeldet worden, bei einer Inflation der Schwellenländer von 3,8%. Das Welthandelswachstum sei auf minus 4,9% gesunken, das langsamste Tempo seit dem ersten Quartal 2016, beeinflusst durch Chinas Konjunkturabschwung und den langwierigen Handelskrieg mit den USA. Dem Beispiel der FED folgend, hätten mehrere Länder im Laufe des Quartals die Zinsen gesenkt - darunter eine Senkung der Mindestreserveanforderungen um 0,5% durch China, eine Senkung um 0,25% durch Südkorea, Russland, Thailand und Mexiko und eine Senkung um 0,35% durch Indien.
Chancen: Die Experten von Barings würden weiterhin Anlagen in harten Währungen bevorzugen und glauben, dass Staats- und Unternehmensanleihen im gegenwärtigen Umfeld die attraktivsten bleiben würden, da sie von der Erwartung fallender Zinsen und einem gesunden Wirtschaftswachstum profitieren würden. Die lokalen Zinsen würden ihrer Meinung nach attraktiv bleiben, da die Regierungen weiterhin Programme zur Haushaltskonsolidierung verfolgen und gleichzeitig versuchen würden, ihre Volkswirtschaften zu stimulieren. Auf regionaler Ebene biete Lateinamerika aus Risiko-Rendite-Sicht nach wie vor einige der attraktivsten Anlagechancen. Aber auch bestimmte osteuropäische Emittenten von High-Yield-Anleihen in Hartwährung würden attraktive Werte bieten. Angesichts der Schwankungen bei Rohstoffen, der Kernzinssätze und des Wachstums der entwickelten Märkte würden die Experten insgesamt gesehen Länder bevorzugen, die über die Flexibilität verfügen würden, sich an eine unsichere Zukunft anzupassen.
Jenseits des Index: In den Schwellenländern sähen die Experten von Barings einige der attraktivsten Chancen jenseits der traditionellen Indices. Wenn es beispielsweise um Staatsanleihen gehe, sähen sie Möglichkeiten in Ländern wie Albanien und Mazedonien, auch wenn diese Länder gegenwärtig nicht im Index enthalten seien. Die Experten hätten auch kein Problem damit, sich in Ländern, die ihrer Ansicht nach kein günstiges Risiko-Rendite-Profil besitzen würden, gar nicht zu engagieren, selbst wenn sie Teil des Index seien. So seien die Experten von Barings beispielsweise der Meinung, dass die politischen Risiken in den Ländern des Golf-Kooperationsrates (GKR) derzeit unterbewertet seien. Daher seien sie in der Region praktisch kein Engagement eingegangen und hätten damit einen starken Standpunkt gegenüber dem Index eingenommen.
Risiken: Die Hauptrisiken für den Rest des Jahres würden weiterhin die US-Handelspolitik und ihre möglichen Auswirkungen auf den Welthandel sowie die verstärkten Spannungen im Nahen Osten darstellen. Trotz expansiv gestimmter Zentralbanken und bevorstehender Handelsgespräche zwischen den USA und China sähen die Experten von Barings derzeit keinen starken Katalysator für eine allgemeine Währungsaufwertung. Angesichts der Auswirkungen niedrigerer Zinsen auf die Devisenmärkte sowie der Praktiken der Schwellenländer, ihre Währungen als Stoßdämpfer und Mittel zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Exporte zur Ankurbelung ihrer Wirtschaft zu verwenden, müssten die Anleger bei der Währungsauswahl kritisch sein.
Selektivität: Angesichts des aktuellen Hintergrunds für die Schwellenländer, der sich seit Dezember 2018 deutlich verbessert habe und durch expansiv gestimmte Zentralbanken stark gestützt werde, würden die Experten von Barings optimistisch bleiben. Doch eine rigorose Bottom-up-Analyse, Wertpapierauswahl, aktives Management und Risikominimierung würden entscheidende Faktoren bleiben, wie die Experten in ihreb aktuellen Insights erörtern würden. (31.10.2019/alc/a/a)


