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Schwellenländer-Anleihen bringen sechs Vorteile ins Portfolio


12.08.25 09:30
Degroof Petercam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Schwellenländer sind keine Inseln der Glückseligkeit in einem Meer der Ungewissheit. Warum Anleihen aus diesen Ländern dennoch ins Portfolio gehören, erläutert Thomas Meyer, Country Head Germany von DPAM.

1. Niedrige Vola

Angesichts der US-Zollpolitik und der wirtschaftlichen und weltpolitischen Ungewissheiten würden nicht nur die Aktienkurse erheblich schwanken. Auch die Anleihenmärkte der Industriestaaten würden die internationale Nervosität widerspiegeln. Sehr viel niedriger sei die Volatilität an den Bondmärkten der Schwellenländer.

2. Nachholpotenzial

Rentenpapiere aus den Schwellenländern seien in den Portfolios internationaler Investoren noch immer schwach vertreten. Das gelte insbesondere für Anleihen in Lokalwährung, für die der Markt breiter und liquider sei als für Hartwährungsanleihen. Das Nachholpotenzial sei daher erheblich.

3. Wirkungsvolle Titelauswahl

Weiche man mit der Titelauswahl von den breiten Indices für Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern ab, könne man deutlich höhere Renditen erschließen. So entfalle über die Hälfte des entsprechenden Index von J.P. Morgan auf asiatische Anleihen; sehr viel höhere Renditen würden sich jedoch in Lateinamerika und Zentraleuropa erzielen lassen.

4. Attraktive Spreads

Die Renditeaufschläge der Lokalwährungsanleihen seien hoch genug, um auch eine Schwächephase abzupuffern.

5. Diversifizierungseffekt

Mittel- bis langfristig spreche der Diversifizierungseffekt für Schwellenländerbonds. Kurzfristig könne die Entwicklung an den internationalen Devisenmärkten diesen Effekt überdecken. Zuletzt habe zum Beispiel die Dollarschwäche vielen Anlegern geschadet, die in Euro rechnen würden. Immerhin seien die Volkswirtschaften der Emerging Markets inzwischen viel weniger von den USA und vom US-Dollar abhängig als früher, u.a. weil sie untereinander sehr viel mehr Handel treiben würden. Außerdem habe auch der Dollar derzeit Potenzial für eine Gegenbewegung.

6. Im Anlageprozess richtig filtern

Anhand ihres hauseigenen Ländermodells würden die Experten von DPAM jedes Schwellenland anhand von zahlreichen Nachhaltigkeitskriterien bewerten. Dadurch fänden auch langfristige Risiken Beachtung, die sich z.B. aus politischen Turbulenzen oder mangelnder demokratischer Legitimation heraus ergeben würden. Denn so wichtig es sei, die Vorteile dieser Assetklasse zu erschließen, so entscheidend könne es sein, in bestimmte Anleihen nicht zu investieren. (12.08.2025/alc/a/a)