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Schweizer Nationalbank wird Geldpolitik unverändert belassen


13.09.16 10:00
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - Die geldpolitische Entscheidung dürfte der schweizerischen Nationalbank (SNB) an diesem Donnerstag ungewohnt einfach fallen, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.

Voraussichtlich werde sie keine Änderung der Geldpolitik bekannt geben. Erstens sei die Schweizer Wirtschaft in einem deutlich besseren Zustand als erwartet worden sei. Die wirtschaftliche Erholung sei im 2. Quartal 2016 unverhofft stark gewesen und habe damit positiv überrascht. Zudem seien die vergangenen Wachstumszahlen in den jüngsten Veröffentlichungen des Bundesamts für Statistik aufwärts revidiert worden. Nach diesen Daten haben die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG ihre Jahresprognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum in 2016 von 1% auf 1,5% erhöht. Auch die SNB werde anerkennen, dass die Schweizer Wirtschaft den Frankenschock sehr viel besser verkraftet habe als befürchtet worden sei.

Zweitens habe die Europäische Zentralbank (EZB) am 8. September 2016 entschieden, ihre Geldpolitik zunächst unverändert zu belassen. Weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der EZB hätten den Euro geschwächt und die SNB zu mehr Währungsinterventionen gezwungen. Drittens entwickle sich die Schweizer Inflation langsam in den positiven Bereich und werde die Inflationserwartungen entsprechend stützen.

Die SNB werde am Donnerstag kaum für Überraschungen sorgen. Sie dürfte das Zielband für den Libor zwischen -1,25% und -0.25% belassen und die Drohkulisse bezüglich weiterer Währungsinterventionen beibehalten. In Zukunft erachten die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG jedoch weitere Maßnahmen der SNB als sehr wahrscheinlich. Die Sichtguthaben der Notenbank seien in den vergangenen Wochen weiter angestiegen und würden auf fortwährende Deviseninterventionen der Währungshüter hindeuten.

Offensichtlich klinge die Nachfrage nach dem Schweizer Franken nicht ab. Der Hauptgrund für die starke Nachfrage sei die signifikante Verengung der Zinsdifferenzen zwischen der Eurozone und der Schweiz. Kurz nach Einführung der Negativzinsen im Januar 2015 habe die Zinsdifferenz noch 100 Basispunkte betragen. Inzwischen sei die Differenz auf lediglich 40 Basispunkte geschrumpft. Die Risikoprämie auf den Schweizer Franken sei demzufolge sehr gering und unterstütze die Nachfrage nach dem sicheren Hafen. Dies werde die SNB in Zukunft zwingen, entweder ihre Zinsen zu senken oder weiterhin an den Devisenmärkten zu intervenieren.

In der Vergangenheit habe man bei der SNB beobachtet, dass sie sich nicht gegen permanent ändernde Fundamentaldaten stemmen wolle. Bei weiteren Maßnahmen der EZB hingegen kämen die Zinsdifferenzen zwischen der Eurozone und der Schweiz noch stärker unter Druck. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG gehen deshalb davon aus, dass die SNB ihre Zinsen um -25 Basispunkte senken könnte, falls die EZB expansiver wird. (13.09.2016/alc/a/a)