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Schweiz: Unveränderte Geldpolitik erwartet


13.06.19 10:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bis Ende Juni muss die EU die Schweizer Börsenäquivalenz erneuern, sonst verliert die Schweiz den EU-Kapitalmarktzugang, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Der Schweizer Börse würden dadurch zwischen 60 und 80 Prozent ihres Handelsgeschäfts verloren gehen. Die Erneuerung sei jedoch politisch mit der Unterzeichnung eines neuen EU-Rahmenabkommens durch die Schweiz verknüpft worden. Dieses solle die Beziehungen mit der EU neu ordnen und 120 Einzelverträge ersetzen. Zwar habe sich der Schweizer Bundesrat zuletzt gegen eine Unterzeichnung entschieden, dies sollte den Wechselkurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro allerdings nicht belasten. Obwohl das Wort "Nachverhandlung" vermieden worden sei, scheine die Bereitschaft zur "Klärung weiterer Punkte" auf beiden Seiten vorhanden.

Eine Verschiebung der Entscheidung scheine daher wahrscheinlich, dies dürfte die heutige geldpolitische Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank aber nicht beeinflussen. Die Deutsche Bank geht von einer unveränderten Geldpolitik aus. Dennoch dürfte die Zentralbank ihre Kommunikation nach der starken Aufwertung des Franken im Zuge der Handelsstreitigkeiten im Mai anpassen und den Franken als deutlich überbewertet einordnen. (13.06.2019/alc/a/a)