Schweiz: Inflation zieht von niedrigem Niveau unerwartet stark an


24.05.24 11:44
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der schweizerische KOF-Frühindikator stieg im April von 100,4 auf 101,8 Punkte und wies damit auf eine überdurchschnittliche konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten hin, so die Analysten von Postbank Research.

Analysten hätten einen etwas stärkeren Zuwachs auf 102,1 Punkte erwartet.

Mit einem Rückgang von 45,2 auf 41,4 Punkte habe der PMI des Verarbeitenden Gewerbes auf eine deutliche Schrumpfung der Aktivität im April hingewiesen. Der PMI der Dienstleister sei indes kräftig von 47,6 auf 55,6 Punkte in den stark expansiven Bereich geklettert.

Die Inflationsrate habe sich im April von 1,0 auf 1,4 Prozent beschleunigt, was allen voran auf einen Anstieg der Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke zurückzuführen gewesen sei. Der Marktkonsens habe lediglich einen marginalen Anstieg auf 1,1 Prozent erwartet. Die um Energie und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kerninflationsrate habe entgegen der Erwartung eines Rückgangs von 1,0 auf 0,9 Prozent auf 1,2 Prozent zugenommen.

Habe der Markt vor den Inflationsdaten zwei Zinssenkungen à 25 Basispunkte im Jahr 2024 antizipiert, so erscheine den Marktakteuren aktuell eine Zinssenkung inzwischen etwas wahrscheinlicher. Zudem könnte die SNB nun dazu neigen, mit einer weiteren Zinssenkung bis zum September zu warten.

Angesichts des gestiegenen Preisdrucks habe sich der Franken kurzzeitig auf EUR/CHF 0,976 berappeln können, bevor er auf 0,988 zurückgesetzt habe. Auf Sicht von sechs Monaten könnte er nahe der Marke von EUR/CHF 0,985 seitwärts handeln, sofern die SNB und die EZB auf ihrem aktuellen Kurs bleiben würden. (Ausgabe Währungsbulletin Juni 2024) (24.05.2024/alc/a/a)