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Schwedische Riksbank hat noch Platz im Zinskeller


28.06.19 11:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zwar sind die Zinsen in Schweden ähnlich niedrig wie in der Eurozone, dennoch hat die Riksbank etwas mehr Spielraum für eine erneute Lockerung der Geldpolitik, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Der Effekt weiterer Zinssenkungen in einem bereits negativen Bereich stelle für die Geldpolitik kaum bekanntes Terrain dar und berge daher gewisse Risiken. Durch die Zinsanhebung Ende 2018 habe die Riksbank etwas mehr Luft nach unten im Vergleich zur EZB oder der Bank of Japan. Hinzu komme, dass die schwedischen Geschäftsbanken derzeit strukturell profitabler seien als ihre Pendants in der Eurozone und somit negative Belastungen in Form von tieferen Negativzinsen besser schultern könnten. Ein niedrigeres Zinsumfeld könnte bei den hoch verschuldeten Haushalten in Schweden zudem für deutlichere Entlastung sorgen und somit den privaten Konsum vor Ort stimulieren. Gründe für eine Zinssenkung seien jedenfalls gegeben. Der Arbeitsmarkt zeige erste Schwächen, die Zahl der Beschäftigten sei zuletzt leicht zurückgegangen. Auch die Lohnentwicklung sei jüngst schwächer gewesen.

Sollten die heutigen Einzelhandelsdaten schwächer ausfallen und dann die Riksbank auf ihrer Sitzung nächste Woche die bisherige restriktive Rhetorik verlassen, dürfte die Schwedische Krone zum Euro schwächer notieren. (28.06.2019/alc/a/a)