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Schock! Analysten warnen vor riesigen Zinsschritten im Sommer


22.04.22 15:34
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Märket gaben gestern auf breiter Front nach. Sowohl die Aktienmärkte als auch die Rohstoffmärkte gerieten unter Druck, so Markus Bußler vom Online-Anlegermagazin "Der Aktionär".

Auch die Kryptowährungen hätten zu einer Talfahrt angesetzt. Der Grund: FED-Chef Jerome Powell habe sich zu Wort gemeldet und habe davon gesprochen, dass eine Anhebung der Zinsen um 50 Basispunkten auf dem Tisch liege.

Eigentlich nichts, was der Markt nicht schon gewusst habe. Doch Powell habe noch einmal bekräftigt, dass die FED alles tun werde, um die Inflation zu bekämpfen. Auch die schwächelnde US-Wirtschaft werde die FED nicht von einer aggressiven Zinspolitik abbringen. Einige Analysten sähen nun die Möglichkeit, dass die FED die Zinsen im Sommer sogar um 75 Basispunkte anheben könnte. Ganz vorne unter den Zinsbullen befinde sich Nomura. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die FED den Leitzins im Juni und Juli um 75 Basispunkte anheben werde, nachdem er im Mai bereits um 50 Basispunkte steigen dürfte. Damit würde der Zinssatz auf 2,25 Prozent ansteigen, ein phänomenales Ausmaß an Straffung, wenn man bedenke, dass die FED noch im März durch den Ankauf von Vermögenswerten eine Lockerung vorgenommen habe.

Gerüchte über eine Anhebung um bis zu 75 Basispunkte seien bereits letzte Woche aufgekommen, als der Präsident der FED von St. Louis, James Bullard, gesagt habe, dass er eine solche nicht ausschließen würde. Bevor Powell gestern gesprochen habe, habe Mary Daly, die Präsidentin der FED von San Francisco, noch etwas Öl ins Feuer gegossen, indem sie gesagt habe, sie werde mit ihren Kollegen darüber sprechen, ob eine Anhebung um 25, 50 oder 75 Basispunkte erforderlich sei. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank habe gestern gesagt, dass die FED die Zinssätze bis zum Ende der Straffung auf bis zu fünf Prozent anheben könnte - ein Niveau, das seit 2006 nicht mehr erreicht worden sei.

Der Schwenk der FED in Sachen Zinspolitik nehme schon fast hysterische Züge an. Es noch kein halbes Jahr her, da sei die Inflation noch als vorübergehend bezeichnet worden. Nun sei sie ein massives Problem. Die FED habe viel zu lange zugesehen und nichts getan. Mit diesem Aktionismus scheine sie nun Fehler der Vergangenheit wettmachen zu wollen. Doch die Gefahr, dass sie die Wirtschaft in eine Rezession führe, sei nicht von der Hand zu weisen. Sollten sich die Rezessionsvorzeichen verdichten, könne es aber auch rasch zu einem erneuten Richtungswechsel der FED kommen. (22.04.2022/alc/a/a)