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Schlägt die US-Zinskurve eine andere Route ein?
20.07.18 10:45
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - In den USA läuft die Wirtschaft weiterhin auf Hochtouren, so Alexander Lokat bei der Weberbank.
Der Arbeitsmarktbericht sei erneut sehr positiv gewesen und auch die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal 2018 scheine überaus erfreulich zu werden. Während also auf der anderen Seite des Atlantiks alles seinen Weg gehe, habe sich Donald Trump seiner Europa-Reise widmen können. Dabei habe zunächst das NATO-Treffen in Brüssel auf der Agenda gestanden. Besonders durch den Druck der Amerikaner sei am Ziel festgehalten worden, zwei Prozent des BIPs für den Verteidigungsetat bereitzustellen. Das darauf folgende Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May sei von zahlreichen Protesten begleitet worden und scheine ein Spiegelbild des Stellenwerts zu sein, den der amerikanische Präsident teilweise in Europa erreicht habe. Schlussendlich habe Donald Trump den Briten ein bilaterales Handelsabkommen versprochen. Für May sehr wichtig, nachdem sich bereits mehrere Politiker von ihr abgewandt hätten, weil sich der Kurs der Brexit-Verhandlungen zuletzt eher pro Europa entwickelt habe.
Hohen Respekt habe der amerikanische Präsident dann einige Tage später dem russischen Staatsoberhaupt Vladimir Putin beim ersten gemeinsamen Treffen in Helsinki gezollt. Allerdings habe er auch die neue Rolle der Amerikaner betont. Zukünftig werde man mit Russland stärker in der Öl-Produktion konkurrieren. Man könnte schon fast meinen, Donald Trump versuche neue Freunde zu finden, nachdem er mit den alten europäischen Freunden derzeit im Clinch über mögliche Handelsbarrieren liege.
Während Trump durch Europa gereist sei, hätten Japaner und Europäer ihr größtes Handelsabkommen in der Geschichte geschlossen - nicht zuletzt wegen des Trump'schen Protektionismus. In 2019 solle das neue Abkommen ratifiziert werden, welches mehr als 90 Prozent aller Zölle zwischen den beiden Regionen aufheben solle. Letztlich glauben wir aber nicht an eine Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie Europa, so die Analysten der Weberbank. Die Analysten seien eher der Meinung, dass weitere Treffen mit Trump einige politische sowie wirtschaftliche Überraschungen mit sich bringen könnten.
Ein Thema, welches derzeit vor allem US-Volkswirte beschäftige, sei die Entwicklung der Zinsen in den USA. Eine mögliche Umkehrung (Inversion) der Zinskurve sei für viele ein Warnsignal für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft. Doch was sei damit gemeint und warum bekomme diese Entwicklung so viel Aufmerksamkeit? Zunächst: Eine Situation, in der ein Investor für eine kurzfristige Geldanlage weniger Rendite erhalte als für eine langfristige, werde als normal bezeichnet. Diese so genannte Zinsstrukturkurve zeige somit einen steigenden Verlauf. Schlage die Zinskurve nun eine andere Route ein und die kurzfristigen Zinsen lägen nahe oder über den langfristigen, spreche man von einer flachen oder inversen Zinskurve. Diese bringe zum Ausdruck, dass Investoren langfristig mit einem schwächeren Wachstum und daher auch mit niedrigen Zinsen rechnen würden. Verschiedene Gründe könnten dafür herangezogen werden - unter anderem die Sorgen über den Handelskrieg oder den eventuell zu aggressiven Zinspfad der US-Notenbank, der das langfristige Wirtschaftswachstum abschnüren könnte.
Da die Konstellation der inversen Zinskurve in den letzten 40 Jahren immer auf eine Rezession in den nächsten Jahren hingewiesen habe, werde diese Entwicklung kritisch beäugt. Die Analysten der Weberbank sind der Meinung, dass es derzeit noch zu früh ist, von einer möglichen Rezession in den kommenden Jahren zu sprechen, und sehen das Wirtschaftswachstum in den USA weiterhin als sehr positiv an. Die Zinserhöhungsschritte der US-Notenbank sähen die Analysten sowohl in der Häufigkeit als auch in der Höhe für das Umfeld als geeignet an.
In den USA habe bereits die Berichtssaison für das zweite Quartal begonnen. Der Höhepunkt werde allerdings erst in der nächsten Woche erreicht, in der dann bis zu 50 Prozent der Unternehmen des S&P 500 berichtet haben würden. Die ersten Ergebnisse konnten uns noch nicht komplett überzeugen, allerdings gehen wir davon aus, dass im Laufe der Berichtssaison die positiven Ergebnisse überwiegen, so die Analysten der Weberbank. Unsere Augen sind jedoch vor allem auf die Ausblicke der Unternehmen gerichtet und welche Bedeutung die Handelsstreitigkeiten und erhöhten Rohstoffpreise haben bzw. wie das zukünftige Wachstum eingeschätzt wird, so die Analysten der Weberbank. Gleiches gelte für die europäischen Unternehmen, wobei sich für diese besonders der schwache Euro der letzten Monate positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirke. Die Analysten der Weberbank sehen weiterhin für amerikanische und europäische Aktien ein positives Umfeld mit guten Entwicklungschancen. (20.07.2018/alc/a/a)
Der Arbeitsmarktbericht sei erneut sehr positiv gewesen und auch die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal 2018 scheine überaus erfreulich zu werden. Während also auf der anderen Seite des Atlantiks alles seinen Weg gehe, habe sich Donald Trump seiner Europa-Reise widmen können. Dabei habe zunächst das NATO-Treffen in Brüssel auf der Agenda gestanden. Besonders durch den Druck der Amerikaner sei am Ziel festgehalten worden, zwei Prozent des BIPs für den Verteidigungsetat bereitzustellen. Das darauf folgende Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May sei von zahlreichen Protesten begleitet worden und scheine ein Spiegelbild des Stellenwerts zu sein, den der amerikanische Präsident teilweise in Europa erreicht habe. Schlussendlich habe Donald Trump den Briten ein bilaterales Handelsabkommen versprochen. Für May sehr wichtig, nachdem sich bereits mehrere Politiker von ihr abgewandt hätten, weil sich der Kurs der Brexit-Verhandlungen zuletzt eher pro Europa entwickelt habe.
Hohen Respekt habe der amerikanische Präsident dann einige Tage später dem russischen Staatsoberhaupt Vladimir Putin beim ersten gemeinsamen Treffen in Helsinki gezollt. Allerdings habe er auch die neue Rolle der Amerikaner betont. Zukünftig werde man mit Russland stärker in der Öl-Produktion konkurrieren. Man könnte schon fast meinen, Donald Trump versuche neue Freunde zu finden, nachdem er mit den alten europäischen Freunden derzeit im Clinch über mögliche Handelsbarrieren liege.
Ein Thema, welches derzeit vor allem US-Volkswirte beschäftige, sei die Entwicklung der Zinsen in den USA. Eine mögliche Umkehrung (Inversion) der Zinskurve sei für viele ein Warnsignal für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft. Doch was sei damit gemeint und warum bekomme diese Entwicklung so viel Aufmerksamkeit? Zunächst: Eine Situation, in der ein Investor für eine kurzfristige Geldanlage weniger Rendite erhalte als für eine langfristige, werde als normal bezeichnet. Diese so genannte Zinsstrukturkurve zeige somit einen steigenden Verlauf. Schlage die Zinskurve nun eine andere Route ein und die kurzfristigen Zinsen lägen nahe oder über den langfristigen, spreche man von einer flachen oder inversen Zinskurve. Diese bringe zum Ausdruck, dass Investoren langfristig mit einem schwächeren Wachstum und daher auch mit niedrigen Zinsen rechnen würden. Verschiedene Gründe könnten dafür herangezogen werden - unter anderem die Sorgen über den Handelskrieg oder den eventuell zu aggressiven Zinspfad der US-Notenbank, der das langfristige Wirtschaftswachstum abschnüren könnte.
Da die Konstellation der inversen Zinskurve in den letzten 40 Jahren immer auf eine Rezession in den nächsten Jahren hingewiesen habe, werde diese Entwicklung kritisch beäugt. Die Analysten der Weberbank sind der Meinung, dass es derzeit noch zu früh ist, von einer möglichen Rezession in den kommenden Jahren zu sprechen, und sehen das Wirtschaftswachstum in den USA weiterhin als sehr positiv an. Die Zinserhöhungsschritte der US-Notenbank sähen die Analysten sowohl in der Häufigkeit als auch in der Höhe für das Umfeld als geeignet an.
In den USA habe bereits die Berichtssaison für das zweite Quartal begonnen. Der Höhepunkt werde allerdings erst in der nächsten Woche erreicht, in der dann bis zu 50 Prozent der Unternehmen des S&P 500 berichtet haben würden. Die ersten Ergebnisse konnten uns noch nicht komplett überzeugen, allerdings gehen wir davon aus, dass im Laufe der Berichtssaison die positiven Ergebnisse überwiegen, so die Analysten der Weberbank. Unsere Augen sind jedoch vor allem auf die Ausblicke der Unternehmen gerichtet und welche Bedeutung die Handelsstreitigkeiten und erhöhten Rohstoffpreise haben bzw. wie das zukünftige Wachstum eingeschätzt wird, so die Analysten der Weberbank. Gleiches gelte für die europäischen Unternehmen, wobei sich für diese besonders der schwache Euro der letzten Monate positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirke. Die Analysten der Weberbank sehen weiterhin für amerikanische und europäische Aktien ein positives Umfeld mit guten Entwicklungschancen. (20.07.2018/alc/a/a)


