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SNB wird auch nach französischen Wahlen unter Druck bleiben
11.04.17 11:45
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Die schweizerische Nationalbank (SNB) kann sich wohl kaum auf ein paar ruhige Ostertage freuen, so Ursina Kubli, Ökonomin der Bank J. Safra Sarasin AG.
Die Sichtguthaben der SNB seien vergangene Woche um 2,4 Milliarden angestiegen und würden auf fortlaufend kräftige Währungsinterventionen hindeuten. Im Vorfeld der französischen Wahlen dürfte die SNB weiter unter Druck bleiben, den EUR/CHF bei dem heutigen Wechselkurs von rund 1,07 zu stabilisieren. Die Meinungen der Devisenanleger würden jedoch stark auseinander gehen, was die Franken-Nachfrage nach den französischen Wahlen betreffe. Es bestünden große Hoffnungen, dass die aufgestaute Euro-Nachfrage der europäischen Gemeinschaftswährung Auftrieb verleihen werde - falls Marine Le Pen die Wahlen nicht gewinne - sodass sich die Situation für die SNB entspannen sollte. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG sind jedoch skeptisch.
Ob der Euro bei einem glimpflichen Verlauf der französischen Wahlen zu einer Erholung ansetzen werde, hänge hauptsächlich davon ab, was die Devisenmärkte heute erwarten würden. Je höher die Risikoprämien aufgrund der französischen Wahlen seien, desto grösser werde das Erholungspotenzial des Euro sein. Die Laufzeitenstrukturkurve der impliziten Volatilitäten des EUR/USD-Wechselkurses gebe einen ersten Anhaltspunkt, wie nervös die Devisenmarktteilnehmer hinsichtlich einer Wahl von Marine Le Pen seien. Die impliziten Volatilitäten sind zwar um den Zeitpunkt der französischen Wahlen leicht erhöht, doch in einem historischen Vergleich erscheinen diese sehr moderat, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Die Devisenmärkte würden offensichtlich einen Blick auf die politischen Entwicklungen in Frankreich werfen, seien jedoch nicht übermäßig besorgt. Während die impliziten Volatilitäten die Höhe der erwarteten Kursschwankungen der Finanzmarktteilnehmer widerspiegeln würden, würden die so genannten Risk Reversals die erwartete Richtung angeben. Abwärtsrisiken würden bei den Wahlen zwar stärker gewichtet als die entsprechenden Aufwärtsrisiken, doch auch bei den Risk Reversals seien diese Erwartungen nicht extrem. Angesichts dieser Faktoren scheine das Aufwärtspotenzial des Euro begrenzt, falls Marine Le Pen die Wahlen nicht gewinne.
Gewinnt Marine Le Pen die Wahlen nicht, dürfte der handelsgewichtete Euro gemäß den Schätzungen der Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG rund 4% aufwerten, was der SNB zugute kommen wird. Die Analysten würden jedoch bezweifeln, dass die SNB endgültig aufschnaufen könne. Die Zinsdifferenzen zwischen kurzlaufenden Staatsanleihen in Euro und Franken seien beinahe auf null gesunken. Damit führe die höhere Inflation in der Eurozone zu attraktiveren Realzinsen auf Schweizer Anleihen. Hinzu komme, dass Schweizer Anleihen für ausländische Investoren, die auf währungsgesicherter Basis kaufen würden, sehr attraktiv seien. Solche Käufe würden weiteren Aufwärtsdruck auf den Franken erzeugen. Die SNB dürfte weiterhin dem Dilemma ausgesetzt bleiben, entweder weiterhin zu intervenieren, den Franken aufwerten zu lassen oder die Zinsen erneut zu senken. (11.04.2017/alc/a/a)
Die Sichtguthaben der SNB seien vergangene Woche um 2,4 Milliarden angestiegen und würden auf fortlaufend kräftige Währungsinterventionen hindeuten. Im Vorfeld der französischen Wahlen dürfte die SNB weiter unter Druck bleiben, den EUR/CHF bei dem heutigen Wechselkurs von rund 1,07 zu stabilisieren. Die Meinungen der Devisenanleger würden jedoch stark auseinander gehen, was die Franken-Nachfrage nach den französischen Wahlen betreffe. Es bestünden große Hoffnungen, dass die aufgestaute Euro-Nachfrage der europäischen Gemeinschaftswährung Auftrieb verleihen werde - falls Marine Le Pen die Wahlen nicht gewinne - sodass sich die Situation für die SNB entspannen sollte. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG sind jedoch skeptisch.
Die Devisenmärkte würden offensichtlich einen Blick auf die politischen Entwicklungen in Frankreich werfen, seien jedoch nicht übermäßig besorgt. Während die impliziten Volatilitäten die Höhe der erwarteten Kursschwankungen der Finanzmarktteilnehmer widerspiegeln würden, würden die so genannten Risk Reversals die erwartete Richtung angeben. Abwärtsrisiken würden bei den Wahlen zwar stärker gewichtet als die entsprechenden Aufwärtsrisiken, doch auch bei den Risk Reversals seien diese Erwartungen nicht extrem. Angesichts dieser Faktoren scheine das Aufwärtspotenzial des Euro begrenzt, falls Marine Le Pen die Wahlen nicht gewinne.
Gewinnt Marine Le Pen die Wahlen nicht, dürfte der handelsgewichtete Euro gemäß den Schätzungen der Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG rund 4% aufwerten, was der SNB zugute kommen wird. Die Analysten würden jedoch bezweifeln, dass die SNB endgültig aufschnaufen könne. Die Zinsdifferenzen zwischen kurzlaufenden Staatsanleihen in Euro und Franken seien beinahe auf null gesunken. Damit führe die höhere Inflation in der Eurozone zu attraktiveren Realzinsen auf Schweizer Anleihen. Hinzu komme, dass Schweizer Anleihen für ausländische Investoren, die auf währungsgesicherter Basis kaufen würden, sehr attraktiv seien. Solche Käufe würden weiteren Aufwärtsdruck auf den Franken erzeugen. Die SNB dürfte weiterhin dem Dilemma ausgesetzt bleiben, entweder weiterhin zu intervenieren, den Franken aufwerten zu lassen oder die Zinsen erneut zu senken. (11.04.2017/alc/a/a)


