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Russische Zentralbank beginnt mit Zinssenkungen


19.06.19 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die russische Wirtschaft ist im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr lediglich um enttäuschende 0,5 Prozent gewachsen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor habe sich im Mai weiter eingetrübt, lediglich das Konsumentenvertrauen biete noch einen Lichtblick. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet die Deutsche Bank nur noch ein Wachstum von 0,9 Prozent. Die Inflationsrate scheine im März mit 5,3 Prozent hingegen ihren temporären Höchststand erreicht zu haben und sei im Mai auf 5,1 Prozent gesunken. Für das Frühjahr 2020 werde damit gerechnet, dass die Teuerungsrate sogar leicht unter den Zielwert der Notenbank von vier Prozent fallen könnte. Die russischen Währungshüter hätten diesen Spielraum genutzt und in ihrer Juni-Sitzung den Leitzins auf 7,5 Prozent gesenkt.

Die Deutsche Bank rechnet mit zwei weiteren Absenkungen in diesem und einer weiteren im ersten Halbjahr 2020. Noch führe der attraktive Realzins in Russland jedoch zu Kapitalzuflüssen, von denen der Rubel profitiere. Seit Quartalsbeginn habe er erneut mehr als zwei Prozent gegenüber dem Euro zugelegt und sei damit weiterhin die stärkste Währung unter den Schwellenländern. Bevor es zu weiteren Zinssenkungen komme, könnte sich der Höhenflug fortsetzen, danach werde mit einer Seitwärtsbewegung gerechnet. (19.06.2019/alc/a/a)