Repsol-Anleihe: sehr interessant, Perspektiven hellen allmählich auf


01.10.12 10:19
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Anleihe (ISIN XS0733696495 / WKN A1GZFN) von Repsol für ein attraktives Investment für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Anleihe, offizieller Emittent sei die hundertprozentige Tochtergesellschaft des Unternehmens, die Repsol International Finance B.V., werde durch den Repsol-Mutterkonzern gesamtschuldnerisch garantiert. Die Anleihe sei mit einem Kupon von 4,825% ausgestattet, laufe noch bis zum 19.02.2019 und weise eine Stückelung von 100.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 101,45% biete die Anleihe eine jährliche Rendite von 4,64%. Das Rating für die Anleihe durch die Agentur Moody's laute "Baa3", was im unteren Investment-Grade-Bereich liege.

Repsol sei einer der weltweit größten integrierten Öl- und Gaskonzerne. Zu den Hauptaktivitäten des Konzerns würden die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas sowie die Mineralölverarbeitung und der Mineralölvertrieb zählen. Zuletzt habe die mögliche Verstaatlichung der argentinischen Tochtergesellschaft YPF für Schlagzeilen gesorgt.

Der spanische Öl- und Erdgaskonzern habe Ende Juli seine Zahlen für das erste Halbjahr 2012 veröffentlicht und für den Berichtszeitraum einen Gewinnrückgang gemeldet. So habe sich der Nettogewinn in H1'2012 von 1,34 Mrd. Euro auf 1,04 Mrd. Euro reduziert. Ohne die Berücksichtigung der inzwischen nicht mehr konsolidierten argentinischen Tochtergesellschaft YPF habe der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft mit 903 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 1,06 Mrd. Euro gelegen. Unter anderem habe Repsol unter den Auswirkungen der zuletzt deutlich zurückgegangenen Ölpreisnotierungen zu leiden gehabt.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research sind die publizierten Halbjahreszahlen im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Nachdem YPF durch Argentinien enteignet worden sei, sei die Geschäftsführung von Repsol um eine Portfoliobereinigung und einen raschen Schuldenabbau bemüht. So wolle sich der Konzern von seinem Flüssiggasgeschäft trennen. Der Verkaufserlös könnte zu einer Schuldentilgung von bis zu 5 Mrd. Euro führen. Außerdem habe der Konzern kürzlich ein Gasfeld in Peru entdeckt und die Vorkommen würden vorläufig auf ein Volumen von über 2 Mrd. Kubikmeter Gas geschätzt.

Da die Konzernführung bis 2016 eine deutliche Produktionsausweitung vorsehe, könnte die Cashflow-Entwicklung in diesem und nächsten Jahr negativ beeinträchtigt werden. Ein rascher Verkauf der Flüssiggas-Aktivitäten wäre daher zu begrüßen. Zudem sollte dann auch der Investment-Grade-Status verteidigt werden.

Nach der Enteignung der argentinischen Tochter sei bei Repsol der Blick nach vorne gerichtet. Die künftigen Perspektiven seien durchaus vielversprechend und sollten bei Ölpreisen von um die 100 USD je Barrel ansehnliche Gewinne und nach den getätigten Investitionen im Zusammenhang mit der Produktionsausweitung Cashflows ermöglichen.

Die Repsol-Aktie habe sich inzwischen von ihren Tiefs etwas erholen können und auch die Anleihekurse seien wieder über Pari geklettert. Das Vertrauen in Repsol scheine zurückzukehren. Dennoch notiere der Wert immer noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Anleger, denen ein Direktinvestment zu spekulativ sei, könnten daher einen Blick auf die o.a. Unternehmensanleihe werfen. Mit einer jährlichen Rendite von 4,64% stellt das Papier für die Analysten von Anleihencheck Research ein attraktives Investment für den europäischen Corporate Bonds-Sektor dar. Lediglich die hohe Stückelung von 100.000 Euro sei ein Manko. (Analyse vom 01.10.2012) (01.10.2012/alc/a/a)


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