Im Repräsentantenhaus soll heute über den Ersatz von Obamacare abgestimmt werden


04.05.17 11:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Erklärung der FED nach Ende der FOMC-Tagung enthielt keine substanziell neuen Inhalte, so die Analysten der National-Bank AG.

Es sei davon auszugehen, dass die US-Notenbanker an ihrem geldpolitischen Kurs festhalten würden, so dass es wohl im Juni zur nächsten Anhebung der FED Funds-Zielzone kommen werde, sofern nichts Unvorhergesehenes passiere. Aussagen zum Abbau der Notenbankbilanz habe man vergebens gesucht. Immerhin seien die US-Wirtschaftsdaten gestern im Rahmen der Erwartungen (ADP-Bericht) bzw. ganz erfreulich ausgefallen, denn der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe habe zulegen können. Die Stimmung in diesem Bereich der Wirtschaft habe sich also wieder gefangen, obwohl sie in den vergangenen Monaten nicht schlecht gewesen sei.

Die fast erwarteten Nachrichten seien dagegen aus China gekommmen. Die Einkaufsmanagerindices hätten leicht nachgegeben, soweit die schlechte Nachricht. Mit deutlich mehr als 50 Punkten lägen sie jedoch immer noch im Bereich, der Wachstum signalisiere, was die gute Nachricht sei. Die endgültigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungsgewerbe für verschiedene Euroländer würden die Entwicklung der ersten Monate des laufenden Jahres bestätigen: Es gehe wirtschaftlich weiter aufwärts. Am Nachmittag werde sich das Interesse der Investoren auf die US-Daten zur Entwicklung der Produktivität, den Lohnstückkosten sowie den Auftragseingängen in der Industrie richten. Es seien keine Überraschungen zu erwarten.

Kurz vor der einwöchigen Tagungspause des Kongresses sei für heute tatsächlich eine Abstimmung im Repräsentantenhaus zum American Health Care Act angesetzt, der Obamacare ersetzen solle. Der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus müsse sich dementsprechend sehr sicher sein, dass er die notwendigen 216 Stimmen zusammen bekomme, um das Gesetz passieren zu lassen. Wenn man so wolle, werde das die erste Bewährungsprobe für die US-Administration. Komme es tatsächlich zur Abstimmung, die zu dem von den Republikanern gewünschten Ergebnis führe, dürfte die Hoffnung wieder erheblich größer werden, dass auch andere Themen aus der Trump-Agenda doch umsetzbar seien, wie bspw. die Steuerreform.

Außerdem würden die Investoren die Umfrageergebnisse nach dem Fernsehduell Le Pen vs. Macron interessieren. Zuletzt seien die Umfrageergebnisse für Macron etwas unter Druck gekommen. Aus der Fernsehdebatte, die Berichten zufolge wenig inhaltlich Neues gebracht habe, solle Macron als Sieger hervorgegangen sein. Daneben bleibe Griechenland ein Thema: Der IWF lasse weiterhin eine finanzielle Beteiligung offen und dränge auf Schuldenerleichterungen für Griechenland. In trockenen Tüchern sei also nichts!

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in den Tag starten. Die Investoren dürften mit einem Auge bereits auf den US-Arbeitsmarktbericht schielen, der morgen Nachmittag veröffentlich werde. Zurückhaltung sei angesagt. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 160,80 und 162,40 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,25 und 2,40% schwanken. (04.05.2017/alc/a/a)





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