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Rentenmarkt: Zinserhöhungen ade


05.04.19 11:00
Weberbank

Berlin (www.anleihencheck.de) - Nachdem die langfristigen Zinsen in den USA deutlich gefallen sind, wird das Thema "Rezession" wieder stärker diskutiert, so Björn Hallex von der Weberbank.

Um es vorwegzunehmen: Das sehe man derzeit nicht. Dennoch seien die Erwartungen weiterer Zinsschritte seitens der FED in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen. Teilweise würden Marktteilnehmer eine Zinssenkung in diesem Jahr erwarten. Dies würden die Analysten der Weberbank in dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld der USA für weniger wahrscheinlich halten. Sollte sich das Basisszenario der Analysten eines soliden Wirtschaftswachstum und einer Inflation oberhalb der Zwei-Prozent-Marke erfüllen, könnte die Notenbank eher unter Druck geraten und wieder auf den Pfad weiterer Zinsanhebung einschwenken. Den Abbau der Bilanz werde die FED zumindest wie angekündigt zum Ende des 3. Quartals beenden.

Auch die EZB habe ihren restriktiveren Pfad weiter in die Zukunft geschoben. Expansive Maßnahmen, zur Verbesserung der Kreditvergabe, seien bereits beschlossen worden. Dabei würden bereits einzelne Indikatoren in Europa auf ein schwächeres Umfeld hindeuten. Deutschland markiere dabei das Schlusslicht bei den Erwartungen für das Verarbeitende Gewerbe. Auch weiche die aktuelle Inflationsentwicklung vom Zielpfad der europäischen Notenbank ab.

Gehe der Blick weiter in Richtung Asien, so stelle man auch hier ein verändertes Umfeld fest. Nachdem noch zum Jahresende 2018 Zinserhöhungen erwartet worden seien, würden die Analysten der Weberbank nun von weiteren Zinssenkungen in den meisten asiatischen Ländern ausgehen. Auch China nehme nach den Beschlüssen des Volkskongresses den Fuß wieder auf das Gaspedal. Somit dürfte die globale Liquidität, die die Notenbanken weltweit zur Verfügung stellen würden, tendenziell wieder zunehmen. In Summe ergebe sich, dass man keinen nachhaltigen Zinsanstieg in diesem Jahr erwarte. (05.04.2019/alc/a/a)