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Rentenmarkt: Von Mario Draghi gibt es nichts Neues - Konjunkturdaten geben den Ton an
30.05.17 09:30
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Am Handelsgeschehen konnte man gestern deutlich erkennen, dass in UK und den USA Feiertage waren, so die Analysten der National-Bank AG.
Die Umsätze seien dünn gewesen. Nichtsdestotrotz habe es das eine oder andere Ereignis gegeben, das an den Kapitalmärkten für Bewegung gesorgt habe. So habe Matteo Renzi den 24. September als Termin für Neuwahlen in Italien ins Spiel gebracht. Da sich die stärksten italienischen Parteien gerade auf eine Wahlrechtsreform zu einigen scheinen, sind vorgezogene Neuwahlen (regulärer Termin ist Mai 2018) gar nicht mehr so unwahrscheinlich, so die Analysten der National-Bank AG. Ob Italien dem Euroraum damit einen Gefallen tun würde, sei zu bezweifeln. Plötzlich werde den Investoren wieder klar, dass der Euroraum ein politisch fragiles Gebilde bleibe, denn den letzten Umfragen zufolge könnten die europafeindlichen Kräfte in Italien durchaus gestärkt aus Neuwahlen hervorgehen. Das habe sowohl den Euro als auch die Kurse italienischer Staatsanleihen unter Druck gesetzt. Gesucht gewesen seien dagegen Bunds.
Außerdem rücke Griechenland wieder mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Schließlich sei die nächste Tranche aus dem Stützungspaket weiterhin nicht freigegeben. Die finanzielle Beteiligung des IWF sei offen. Die Schuldenerleichterungen für Griechenland seien ebenfalls nicht beschlossen. Fest stehe nur, dass Griechenland das Geld spätestens Anfang Juli benötige, um Verbindlichkeiten zu begleichen. Gemäß Medienberichten solle man sich in Griechenland auf den Zahlungsausfall vorbereiten, wenn die Schuldenerleichterungen nicht gewährt würden. Das klinge jedoch eher nach einem Versuch, die Gläubiger unter Druck zu setzen.
Allerdings habe das Thema "Schuldentragfähigkeit" weitreichende Bedeutung, denn die EZB werde griechische Staatsanleihen nur dann in das QE-Programm aufnehmen, wenn die Schuldentragfähigkeit nach EZB-Prüfung gegeben sei. Das habe Mario Draghi gestern betont. Ansonsten habe er vor Vertretern des Europäischen Parlaments wenig Neues berichtet. Erwartungsgemäß habe er mit dem Hinweis auf die Unterauslastung der Kapazitäten und den schwachen Preistrend darauf hingewiesen, dass die lockere Geldpolitik trotz der Wachstumsstabilisierung notwendig sei. Konkreter sei er vor der Tagung des EZB-Rats nicht geworden.
Neben den Sorgen um den Zusammenhalt des Euroraums würden die Konjunkturdaten eine wichtige Rolle spielen. Die europäischen dürften weiterhin Wachstum signalisieren. Die deutschen Preisdaten dürften eine Verringerung der Teuerungsdynamik zeigen. Am Nachmittag stünden der PCE-Deflator sowie die Daten im Mittelpunkt, die sich mit dem Konsumverhalten der US-Amerikaner beschäftigen würden. Das Verbrauchervertrauen des Conference Board könnte als Reaktion auf die enttäuschende Performance der US-Regierung durchaus deutlicher nachgeben. Am Abend sollte der Ansprache von Lael Brainard viel Aufmerksamkeit zuteilwerden. Würden ihre Aussagen in Richtung Zinserhöhung gehen, so dürfe man diese für Juni als gesetzt sehen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte behauptet starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,50 und 162,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,17% und 2,32% schwanken. (30.05.2017/alc/a/a)
Die Umsätze seien dünn gewesen. Nichtsdestotrotz habe es das eine oder andere Ereignis gegeben, das an den Kapitalmärkten für Bewegung gesorgt habe. So habe Matteo Renzi den 24. September als Termin für Neuwahlen in Italien ins Spiel gebracht. Da sich die stärksten italienischen Parteien gerade auf eine Wahlrechtsreform zu einigen scheinen, sind vorgezogene Neuwahlen (regulärer Termin ist Mai 2018) gar nicht mehr so unwahrscheinlich, so die Analysten der National-Bank AG. Ob Italien dem Euroraum damit einen Gefallen tun würde, sei zu bezweifeln. Plötzlich werde den Investoren wieder klar, dass der Euroraum ein politisch fragiles Gebilde bleibe, denn den letzten Umfragen zufolge könnten die europafeindlichen Kräfte in Italien durchaus gestärkt aus Neuwahlen hervorgehen. Das habe sowohl den Euro als auch die Kurse italienischer Staatsanleihen unter Druck gesetzt. Gesucht gewesen seien dagegen Bunds.
Allerdings habe das Thema "Schuldentragfähigkeit" weitreichende Bedeutung, denn die EZB werde griechische Staatsanleihen nur dann in das QE-Programm aufnehmen, wenn die Schuldentragfähigkeit nach EZB-Prüfung gegeben sei. Das habe Mario Draghi gestern betont. Ansonsten habe er vor Vertretern des Europäischen Parlaments wenig Neues berichtet. Erwartungsgemäß habe er mit dem Hinweis auf die Unterauslastung der Kapazitäten und den schwachen Preistrend darauf hingewiesen, dass die lockere Geldpolitik trotz der Wachstumsstabilisierung notwendig sei. Konkreter sei er vor der Tagung des EZB-Rats nicht geworden.
Neben den Sorgen um den Zusammenhalt des Euroraums würden die Konjunkturdaten eine wichtige Rolle spielen. Die europäischen dürften weiterhin Wachstum signalisieren. Die deutschen Preisdaten dürften eine Verringerung der Teuerungsdynamik zeigen. Am Nachmittag stünden der PCE-Deflator sowie die Daten im Mittelpunkt, die sich mit dem Konsumverhalten der US-Amerikaner beschäftigen würden. Das Verbrauchervertrauen des Conference Board könnte als Reaktion auf die enttäuschende Performance der US-Regierung durchaus deutlicher nachgeben. Am Abend sollte der Ansprache von Lael Brainard viel Aufmerksamkeit zuteilwerden. Würden ihre Aussagen in Richtung Zinserhöhung gehen, so dürfe man diese für Juni als gesetzt sehen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte behauptet starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,50 und 162,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,17% und 2,32% schwanken. (30.05.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3283 € | 125,717 € | -0,3887 € | -0,31% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


