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Rentenmarkt: Negativer Ertrag


22.04.15 14:55
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Jetzt ist es also soweit: Sogar die 3-Monats-Zinsen testen die Negativzone aus, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Der EURIBOR-Zinssatz sei zwar nur kurz und minimal unter die Nulllinie gerutscht, verweise aber auf kommende Negativzins-Zeiten. Die 10-jährige Bundesanleihe halte sich noch ein paar Basispunkte über dieser Linie und bringe noch sage und schreibe 0,10 Prozent pro Jahr Rendite. Das Tief habe bei 0,05 Prozent gelegen. Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte man sich durchaus über eine "Verdoppelung" der Rendite freuen.

Einflussreiche Research-Häuser beziehungsweise Kapitalsammelstellen würden auch für die deutsche 10-jährige Bundesanleihe negative Renditen erwarten. Das bedeute, dass institutionellen Investoren die Bonität und Sicherheit des deutschen Staates so viel wert sei, dass beim Kauf der Anleihe die bei Rückzahlung automatisch damit verbundenen Verluste akzeptiert würden. Interessante Herausforderungen für Versicherungsgesellschaften, die ihren Anlegern Garantieverzinsungen darstellen müssten. Ohne ausreichende Reserven sei dies kaum möglich.

Was die Anleiheninvestoren schmerze, freue Aktieninvestoren. In dem Maße, wie die Zinsen neue historische Tiefststände erreichen würden, würden Aktiennotierungen ihrerseits auf neue Rekordhöhen klettern. Flankiert von einem niedrigen Eurokurs, der die heimische Wirtschaft und Exportunternehmen beflügele, und dem gesunkenen Ölpreis, würden sich insbesondere deutsche und europäische Aktienwerte eines stärkeren Rückenwindes erfreuen.

Eine gewisse Rotation aus US-Titeln in europäische Titel sei in den vergangenen Tagen zu verspüren und werde auch von den fundamentalen Unternehmensdaten gestützt. Während international agierende US-Unternehmen zunehmend unter den Währungsverhältnissen leiden würden, würden europäische Unternehmen deutlich vom schwachen Euro profitieren. (22.04.2015/alc/a/a)