Rentenmarkt: Korrektur nach Kontrakthoch


03.01.24 10:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der vorläufige Höhepunkt der Zinssenkungsspekulationen in Europa wurde im eher umsatzarmen Handelsgeschehen zwischen den Jahren markiert, so die Analysten der Helaba.

Trotz der zuletzt gesunkenen Intensität seien die Erwartungen aber weiterhin als ambitioniert zu bezeichnen, insbesondere, weil die EZB erst im Dezember klare Signale für eine bevorstehende Lockerung der Geldpolitik vermieden habe. Vielmehr sei auf die Notwendigkeit und den Willen der Notenbanker verwiesen worden, die Zinsen für eine längere Zeit auf restriktivem Niveau zu halten.

Neue Verunsicherung bezüglich der Inflationsentwicklung könnte sich aufgrund der Anschläge auf Schiffe auf der Route durch das Rote Meer und den Suezkanal ergeben. Frachtraten würden zu steigen beginnen und der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung sorge zumindest für Verzögerungen in den Lieferketten. Ob sich daraus ein zusätzlicher Inflationsimpuls ergebe sei noch offen, aber auch ohne diesen Effekt würden die deutschen Preiszahlen im Januar der EZB zunächst kein grünes Licht für Senkungen geben. CO2-Bepreisung und Mehrwertsteuer würden für Aufwärtsdruck sorgen und das Sentiment der Marktteilnehmer in rund drei Wochen auf die Probe stellen.

In diesem Kontext sei auch auf das am Abend anstehende FOMC-Sitzungsprotokoll verwiesen. Mit einem nochmaligen Push für die FED-Senkungserwartungen würden die Analysten nicht rechnen, auch wenn deutlich werde, dass zunächst wohl keine weiteren Zinserhöhungen geplant seien.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe in der letzten Woche des alten Jahres ein neues Kontrakthoch bei 138,84 markiert und sei seitdem deutlich zurückgefallen. Die 21-Tagelinie bei 136,31 sei dabei bereits in Visier genommen worden. Die Indikatorenlage mahne nach der jüngst deutlich überkauften Marktsituation zur Vorsicht.

RSI und Stochastik sowie der MACD würden nachgeben oder lägen unterhalb der Signallinien. Auch der ADX verliere an Schwung, während der DMI noch auf Kauf stehe. Eine fortgesetzte Korrektur scheine aber möglich und das 38,2%-Retracement finde sich erst bei 134,30. Zuvor liefere das Zwischenhoch von Anfang Dezember Unterstützung bei 135,81. (03.01.2024/alc/a/a)






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