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Rentenmarkt: Keine weitere geldpolitische Lockerung durch EZB


13.03.14 16:00
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die leicht verbesserte Wirtschaftslage im Euroraum und die Aussicht auf eine langfristig wieder erhöhte Preissteigerung haben die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer Sitzung am 5. März von einer weiteren Lockerung der Geldpolitik abgehalten, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Nach Einschätzung von EZB-Chef Draghi würden die aktuellen Daten die Verbesserung der Konjunktur bestätigen und es bestehe somit keine Notwendigkeit, den Leitzins von aktuell 0,25% weiter zurückzunehmen. Auch andere geldpolitische Maßnahmen seien nicht erforderlich. Gleichwohl halte die EZB ihr Pulver trocken.

Nicht ausgeschlossen worden sei, dass die EZB so genannte "Sterilisierungsmaßnahmen" aussetzen könnte. Mit diesen habe sie Geld aus dem Bankensystem geschöpft, das für Anleihekäufe in den Jahren 2010 bis 2012 geflossen sei.

Die Experten der EZB hätten ihre Projektionen zu Wachstum und Inflation im Vergleich zur letzten Vorhersage kaum verändert. Insgesamt gehe der Rat weiter von einer allmählichen konjunkturellen Erholung aus und erwarte, dass die Teuerungsraten erst im zweiten Halbjahr 2016 spürbar anziehen würden. EZB-Präsident bekräftige aber erneut, dass die Notenbank für einen längeren Zeitraum am niedrigen Zinsniveau festhalten werde.

Die internationalen Finanzmärkte hätten vergleichsweise entspannt auf die zögerliche Haltung der EZB reagiert. Die enttäuschte Erwartungshaltung einiger Marktteilnehmer habe sich aber in steigenden Renditen am Bondmarkt gespiegelt. Bundesanleihen hätten nach dem Kontraktwechsel an der EUREX ihre Korrektur im Aufwärtstrend fortgesetzt und über das gesamte Laufzeitband teilweise kräftige Abschläge verbucht. Der Blick auf die äußerst angespannte Lage in der Ukraine und den US-Arbeitsmarktbericht habe die Verluste aber eingegrenzt.

Die deutsche Wirtschaft bleibe auf Wachstumskurs. Das ifo-Geschäftsklima habe im abgelaufenen Monat erneut zulegen können, der Anstieg sei von einer besseren Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage getrieben worden. Die Erwartungen an die weitere konjunkturelle Entwicklung hätten sich hingegen leicht eingetrübt, seien aber nach wie vor optimistisch.

Auch die Umfrage des ZEW zeige eine verbesserte Einschätzung der aktuellen Lage sowie eine Verschlechterung der Konjunkturerwartungen an. Angesichts der sehr positiven Einschätzung der aktuellen Lage sei es nicht verwunderlich, dass die Unternehmen und Analysten weniger Spielraum für weitere Verbesserungen sehen würden.

Die Eurozone sei im 4. Quartal 2013 um 0,3% gewachsen. Besonders erfreulich sei die Fortsetzung des Wirtschaftswachstums in den EU-Krisenländern Italien, Spanien und Portugal. Die Einkaufsmanagerindices für die Eurozone hätten im abgelaufenen Monat einen leichten Rücksetzer hinnehmen müssen, würden aber weiterhin ein Wachstum der Wirtschaft anzeigen. Eine dynamische Erholung deute sich für die Eurozone aber weiterhin noch nicht an.

Aus den USA seien zuletzt überwiegend enttäuschende Konjunkturdaten gekommen. Der Beschäftigungsaufbau habe die Erwartungen erneut deutlich verfehlt. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe habe überraschend nachgegeben, und auch die Einzelhandelsumsätze hätten nicht zu überzeugen vermocht.

Auch der Häusermarkt habe im Februar nicht für positive Meldungen sorgen können, denn die Wohnbaubeginne und die Baugenehmigungen seien sehr deutlich gesunken. Die Beurteilung der US-Konjunkturdaten sei aufgrund der in den letzten Wochen oft extremen Wetterverhältnisse schwierig. Ihres Erachtens würden die Experten momentan nur eine kurze witterungsbedingte Schwächephase der US-Ökonomie sehen, die spätestens mit Frühjahrsbeginn enden sollte.

FED-Chefin Yellen habe deutlich gemacht, dass sie das Tapern, also die Rückführung der Anleihekäufe, ungeachtet der aktuellen Schwäche, wie geplant, fortsetzen werde. Lediglich bei signifikanten Änderungen der wirtschaftlichen Perspektiven werde die FED von dem eingeschlagenen Kurs abweichen.

Bis Ende Februar hätten die russischen Drohgebärden in Richtung Ukraine die Marktteilnehmer verunsichert und das Kapital in den sicheren Hafen, die Bundesanleihen getrieben. Papiere mit 10-jähriger Laufzeit hätten neue Jahrestiefststände ausgebildet, wodurch deren Kurse zugelegt hätten.

Am 7. März hätten 10-jährige Bunds bei 1,65% rentiert. Auch die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries seien durch die Ereignisse in der Ukraine unter Druck gekommen und hätten bei 2,74% rentiert. Die aktuelle Krim-Krise besitze das Potenzial, weiteren Abwärtsdruck auf die Renditen aufzubauen. Auf Monatssicht sollten die Unterstützungsmarken von 1,5% bei den Bunds und 2,5% bei den Treasuries aber gleichwohl halten.

Die Duration des AL Trust Euro Renten liege mit 6,4 Jahren auf dem Niveau der Benchmark. Die zuletzt verfolgte Strategie habe sich bewährt, denn bedingt durch den deutlichen Renditerückgang im Januar, hätten bis Anfang Februar im laufenden Jahr Kursgewinne von gut zwei Prozent erzielt und die Verluste aus dem Vorjahr nahezu egalisiert werden können. Der Fonds sei zu derzeit mit 74% in Staatsanleihen und zu 20% in Pfandbriefen investiert.

Die Duration im Kurzläufer-Rentenfonds AL Trust Euro Short Term liege bei 1,8 Jahren. Der Fonds investiere in Staats- oder Länderanleihen bzw. Pfandbriefen. (Ausgabe März 2014) (13.03.2014/alc/a/a)