Rentenmarkt: EZB-Spekulationen belasten


20.07.22 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es gibt weiterhin viele Unsicherheiten (EZB-Ratssitzung, Energieversorgung und möglicher Gaslieferstopp, Regierungskrise in Italien, Ukraine-Krieg usw.), dennoch ist die Risikoaversion zuletzt deutlich gesunken und Spekulationen machen die Runde, wonach es nicht zu einem russischen Gasembargo gegen Deutschland und Europa kommen soll, so die Analysten der Helaba.

Dies habe den Euro gestärkt und den Aktienmarkt unterstützt. Am Rentenmarkt sei es zu fortgesetzten Verlusten gekommen, auch aufgrund von Spekulationen auf einen großen Zinsschritt seitens der EZB.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) notiere inzwischen deutlich unterhalb des heute bei 152,91 verlaufenden Juni-Aufwärtstrends. Dies erhöhe die Gefahr einer Korrekturausdehnung, wobei die 55-Tagelinie bei 150,36 und die 21-Tagelinie bei etwa 149,95 als Unterstützung fungieren würden. Das 38,2%-Retracement des Aufwärtsimpulses von Mitte Juni bis Ende letzter Woche sei bei 148,78 zu finden.

Die Peripheriespreads seien zuletzt gesunken. Es gebe Hoffnungen, dass der italienische Ministerpräsident Draghi im Amt bleibe und vorgezogene Neuwahlen vermieden werden könnten. BTPs mit 10-jähriger Laufzeit würden etwa 215 BP über Bunds rentieren, der Spread zu spanischen Bonds habe sich zuletzt eingeengt und liege nun wieder unter 100 BP. Wie es mit der EWU-Peripherie weitergehe, hänge auch davon ab, wie die EZB morgen das Anti-Fragmentierungsinstrument ausgestalte. (20.07.2022/alc/a/a)




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