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Rentenmärkte: Zölle, keine Zölle, Zölle,…
24.01.25 08:45
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der zehnjährigen T-Notes (4,62%) und Bunds (2,50%) sind in den vergangenen Tagen leicht gefallen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Derzeit würden die Finanzmärkte vor allem kurzfristige Nachrichten im Zusammenhang mit dem Machtwechsel im Weißen Haus verarbeiten. Konjunkturell habe sich das Bild sowohl in den USA als auch in Deutschland nicht verändert. Die US-Wirtschaft bleibe stabil, mit mittlerweile sogar steigender Industrieproduktion. Der Sektor habe in den vergangenen Monaten im Vergleich zum Dienstleistungssektor nicht so richtig vom Fleck kommen können. In Deutschland, der wichtigsten Ökonomie der Eurozone, bleibe die Lage weiterhin ernst. Die jüngsten Ergebnisse der ZEW-Umfrage und schwächer als erwartet gestiegene Erzeugerpreise ließen vermuten, dass die Industrie noch immer auf die große Erholung warte. Politische Meldungen aus Washington würden derzeit dominieren. Der US-Präsident habe signalisiert, dass ab dem 1. Februar Zölle gegen Kanada und Mexiko verhängt würden, verkündete jedoch nur 10% zusätzliche Zölle auf chinesische Importe, was weniger Handelsrestriktionen gegen China bedeute als während des Wahlkampfs befürchtet.
Über den aktuellen Newszyklus hinaus würden Fed-Verantwortliche wie Gouverneur Christopher Waller die Lage für mögliche Zinssenkungen in der ersten Jahreshälfte 2025 als positiv einschätzen. Bei der EZB mache sich Präsidentin Christine Lagarde Sorgen um mögliche Zölle auf EU-Exporte in die USA und mahne die politischen Verantwortlichen, sich gut auf dieses Szenario vorzubereiten. Hinsichtlich der anstehenden EZB-Sitzung am 30. Januar zeige sie sich zuversichtlich bezüglich einer kleinen Zinssenkung. HCOB Economics sehe für das laufende Jahr in der Eurozone lediglich zwei Zinssenkungen, danach dürfe aufgrund zunehmenden Inflationsdrucks Schluss mit den Zinsschritten sein.
Die US-Wirtschaft zeige weiterhin beeindruckende Stärke, nun auch im Industriesektor. Die Industrieproduktion sei im Dezember 2024 um 0,9% gestiegen, der stärkste Anstieg seit Februar, und habe die Markterwartungen von 0,3% deutlich übertroffen. Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums sei die Produktion von Flugzeugen und -teilen gewesen, die 0,2 Prozentpunkte beigetragen habe. Politische Meldungen nach der Amtseinführung von Präsident Donald Trump würden das Sentiment der Anleger dominieren. Diese hätten sich zunächst erleichtert gezeigt, dass Trump China, Kanada und Mexiko in seinen ersten "Executive Orders" nicht sofort mit Zöllen belegt habe. Doch nun habe Präsident Trump angekündigt, dass seine Regierung ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Mexiko und Kanada erheben werde. In Bezug auf Zölle auf China sei Trump kryptisch geblieben: "Wir könnten, aber wir sind noch nicht so weit."
Für Erleichterung bei den Anlegern habe wohl die Anhörung von Scott Bessent gesorgt. Der designierte neue US-Finanzminister habe sich zur Unabhängigkeit der Notenbank Fed bekannt. Das für die Zinssetzung zuständige Gremium FOMC solle bei geldpolitischen Entscheidungen unabhängig sein, habe Bessent bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Senats in Washington gesagt.
Die deutsche Wirtschaft bleibe weiterhin in einem schwachen Zustand, wie die jüngsten Ergebnisse der ZEW-Umfrage bestätigen würden. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland seien von 15,7 im Dezember auf 10,3 im Januar 2025 gefallen und lägen deutlich unter den Prognosen von 15,3. Dies spiegele die anhaltende Schrumpfung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2024 und die wieder gestiegene Inflation wider. Fehlende Ausgaben der privaten Haushalte, geringere Anlageinvestitionen und eine schwache Nachfrage im Baugewerbe würden die deutsche Konjunktur weiterhin bremsen. Sollten sich diese Trends fortsetzen, werde Deutschland weiter hinter die anderen Länder der Eurozone zurückfallen. Auch die Erzeugerpreise hätten keine Erleichterung bringen können.
Die Erzeugerpreise in Deutschland seien im Dezember 2024 im Jahresvergleich um 0,8% gestiegen, nach einem Plus von 0,1% im November, aber unter dem erwarteten Anstieg von 1,1%. Dies sei der zweite Monat in Folge mit einem Anstieg der Erzeugerpreise nach mehr als einem Jahr der Deflation gewesen. Ohne Energie seien die Erzeugerpreise um 1,2% gestiegen. Auf Monatsbasis sei der PPI um 0,1% gefallen, nachdem er im November um 0,5% gestiegen sei. Im Jahresdurchschnitt sei der Erzeugerpreis um 1,8% gesunken. Der Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland im Dezember 2024 deute auf eine leichte Erholung der Wirtschaft hin, insbesondere im Bereich der Investitionsgüter. Dies könnte auf eine steigende Nachfrage und Investitionsbereitschaft der Unternehmen hindeuten. Allerdings bleibe die Unsicherheit bestehen, da die Energiepreise weiterhin schwanken würden und der PPI auf Monatsbasis leicht gesunken sei.
Eine Zinssenkung beim Fed-Meeting am 29. Januar werde von den Märkten als eher unwahrscheinlich angesehen. Dennoch gäbe es im FOMC Stimmen, die in der ersten Jahreshälfte 2025 eine Zinssenkung für möglich hielten. Gouverneur Christopher Waller habe gesagt: "Wenn wir weiterhin solche Zahlen erhalten, ist es vernünftig zu glauben, dass es in der ersten Jahreshälfte zu Zinssenkungen kommen könnte." Er habe eine Senkung im März nicht völlig ausgeschlossen. In der Eurozone scheine eine Zinssenkung beim Januar-Meeting der EZB am 30. Januar bereits fest eingeplant zu sein. Mit Sorgenfalten würden die Verantwortlichen der Eurozone, insbesondere EZB-Präsidentin Christine Lagarde, auf mögliche Zölle auf EU-Güter durch die USA blicken. Europa müsse "vorbereitet sein" und die möglichen Handelszölle des neu ins Amt eingeführten US-Präsidenten Donald Trump antizipieren, habe Lagarde gesagt.
In den kommenden Tagen stünden viele wichtige Daten an. In den USA fiebere man dem FOMC-Meeting am 29. Januar entgegen. Die Entscheidung selbst sei weniger von Interesse als die Kommunikation hinsichtlich der kommenden Monate. Eine wichtige Standortbestimmung der US-Wirtschaft dürften die BIP-Wachstumszahlen für das vierte Quartal 2024 sein. Laut Konsensschätzung werde ein annualisierter Wert von 2,6% erwartet, etwas geringer als im Vorquartal (3,1%) und nur marginal unter dem Nowcast der Analysten von 2,7%. Um den Zustand des Konsums besser bewerten zu können, würden Anleger vor allem auf das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Januar sowie auf die persönlichen Ausgaben und den PCE-Deflator für Dezember schauen. In der Eurozone werde mit Spannung die EZB-Sitzung am 30. Januar erwartet, insbesondere hinsichtlich der politischen Risiken durch mögliche US-Zölle. Eine kleine Zinssenkung werde kaum in Frage gestellt. Sehnsüchtig dürften die BIP-Wachstumszahlen für Deutschland und die Eurozone (30.01.) für das vierte Quartal 2024 erwartet werden.
Außerdem erschienen die HCOB Flash PMI-Zahlen für Januar (24.01.), die einen Überblick über den Zustand der Wirtschaft der Eurozone im Allgemeinen und von Deutschland und Frankreich im Speziellen gäben. Des Weiteren erscheine der Ifo-Index am 27. Januar, der speziell für Deutschland relevant sei. Auch die Einzelhandelsumsätze (27.01.) und der Verbraucherpreisindex (31.01.) für Deutschland gäben Aufschluss über den Zustand des Konsums. (Ausgabe vom 23.01.2025) (24.01.2025/alc/a/a)
Derzeit würden die Finanzmärkte vor allem kurzfristige Nachrichten im Zusammenhang mit dem Machtwechsel im Weißen Haus verarbeiten. Konjunkturell habe sich das Bild sowohl in den USA als auch in Deutschland nicht verändert. Die US-Wirtschaft bleibe stabil, mit mittlerweile sogar steigender Industrieproduktion. Der Sektor habe in den vergangenen Monaten im Vergleich zum Dienstleistungssektor nicht so richtig vom Fleck kommen können. In Deutschland, der wichtigsten Ökonomie der Eurozone, bleibe die Lage weiterhin ernst. Die jüngsten Ergebnisse der ZEW-Umfrage und schwächer als erwartet gestiegene Erzeugerpreise ließen vermuten, dass die Industrie noch immer auf die große Erholung warte. Politische Meldungen aus Washington würden derzeit dominieren. Der US-Präsident habe signalisiert, dass ab dem 1. Februar Zölle gegen Kanada und Mexiko verhängt würden, verkündete jedoch nur 10% zusätzliche Zölle auf chinesische Importe, was weniger Handelsrestriktionen gegen China bedeute als während des Wahlkampfs befürchtet.
Über den aktuellen Newszyklus hinaus würden Fed-Verantwortliche wie Gouverneur Christopher Waller die Lage für mögliche Zinssenkungen in der ersten Jahreshälfte 2025 als positiv einschätzen. Bei der EZB mache sich Präsidentin Christine Lagarde Sorgen um mögliche Zölle auf EU-Exporte in die USA und mahne die politischen Verantwortlichen, sich gut auf dieses Szenario vorzubereiten. Hinsichtlich der anstehenden EZB-Sitzung am 30. Januar zeige sie sich zuversichtlich bezüglich einer kleinen Zinssenkung. HCOB Economics sehe für das laufende Jahr in der Eurozone lediglich zwei Zinssenkungen, danach dürfe aufgrund zunehmenden Inflationsdrucks Schluss mit den Zinsschritten sein.
Die US-Wirtschaft zeige weiterhin beeindruckende Stärke, nun auch im Industriesektor. Die Industrieproduktion sei im Dezember 2024 um 0,9% gestiegen, der stärkste Anstieg seit Februar, und habe die Markterwartungen von 0,3% deutlich übertroffen. Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums sei die Produktion von Flugzeugen und -teilen gewesen, die 0,2 Prozentpunkte beigetragen habe. Politische Meldungen nach der Amtseinführung von Präsident Donald Trump würden das Sentiment der Anleger dominieren. Diese hätten sich zunächst erleichtert gezeigt, dass Trump China, Kanada und Mexiko in seinen ersten "Executive Orders" nicht sofort mit Zöllen belegt habe. Doch nun habe Präsident Trump angekündigt, dass seine Regierung ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Mexiko und Kanada erheben werde. In Bezug auf Zölle auf China sei Trump kryptisch geblieben: "Wir könnten, aber wir sind noch nicht so weit."
Die deutsche Wirtschaft bleibe weiterhin in einem schwachen Zustand, wie die jüngsten Ergebnisse der ZEW-Umfrage bestätigen würden. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland seien von 15,7 im Dezember auf 10,3 im Januar 2025 gefallen und lägen deutlich unter den Prognosen von 15,3. Dies spiegele die anhaltende Schrumpfung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2024 und die wieder gestiegene Inflation wider. Fehlende Ausgaben der privaten Haushalte, geringere Anlageinvestitionen und eine schwache Nachfrage im Baugewerbe würden die deutsche Konjunktur weiterhin bremsen. Sollten sich diese Trends fortsetzen, werde Deutschland weiter hinter die anderen Länder der Eurozone zurückfallen. Auch die Erzeugerpreise hätten keine Erleichterung bringen können.
Die Erzeugerpreise in Deutschland seien im Dezember 2024 im Jahresvergleich um 0,8% gestiegen, nach einem Plus von 0,1% im November, aber unter dem erwarteten Anstieg von 1,1%. Dies sei der zweite Monat in Folge mit einem Anstieg der Erzeugerpreise nach mehr als einem Jahr der Deflation gewesen. Ohne Energie seien die Erzeugerpreise um 1,2% gestiegen. Auf Monatsbasis sei der PPI um 0,1% gefallen, nachdem er im November um 0,5% gestiegen sei. Im Jahresdurchschnitt sei der Erzeugerpreis um 1,8% gesunken. Der Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland im Dezember 2024 deute auf eine leichte Erholung der Wirtschaft hin, insbesondere im Bereich der Investitionsgüter. Dies könnte auf eine steigende Nachfrage und Investitionsbereitschaft der Unternehmen hindeuten. Allerdings bleibe die Unsicherheit bestehen, da die Energiepreise weiterhin schwanken würden und der PPI auf Monatsbasis leicht gesunken sei.
Eine Zinssenkung beim Fed-Meeting am 29. Januar werde von den Märkten als eher unwahrscheinlich angesehen. Dennoch gäbe es im FOMC Stimmen, die in der ersten Jahreshälfte 2025 eine Zinssenkung für möglich hielten. Gouverneur Christopher Waller habe gesagt: "Wenn wir weiterhin solche Zahlen erhalten, ist es vernünftig zu glauben, dass es in der ersten Jahreshälfte zu Zinssenkungen kommen könnte." Er habe eine Senkung im März nicht völlig ausgeschlossen. In der Eurozone scheine eine Zinssenkung beim Januar-Meeting der EZB am 30. Januar bereits fest eingeplant zu sein. Mit Sorgenfalten würden die Verantwortlichen der Eurozone, insbesondere EZB-Präsidentin Christine Lagarde, auf mögliche Zölle auf EU-Güter durch die USA blicken. Europa müsse "vorbereitet sein" und die möglichen Handelszölle des neu ins Amt eingeführten US-Präsidenten Donald Trump antizipieren, habe Lagarde gesagt.
In den kommenden Tagen stünden viele wichtige Daten an. In den USA fiebere man dem FOMC-Meeting am 29. Januar entgegen. Die Entscheidung selbst sei weniger von Interesse als die Kommunikation hinsichtlich der kommenden Monate. Eine wichtige Standortbestimmung der US-Wirtschaft dürften die BIP-Wachstumszahlen für das vierte Quartal 2024 sein. Laut Konsensschätzung werde ein annualisierter Wert von 2,6% erwartet, etwas geringer als im Vorquartal (3,1%) und nur marginal unter dem Nowcast der Analysten von 2,7%. Um den Zustand des Konsums besser bewerten zu können, würden Anleger vor allem auf das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Januar sowie auf die persönlichen Ausgaben und den PCE-Deflator für Dezember schauen. In der Eurozone werde mit Spannung die EZB-Sitzung am 30. Januar erwartet, insbesondere hinsichtlich der politischen Risiken durch mögliche US-Zölle. Eine kleine Zinssenkung werde kaum in Frage gestellt. Sehnsüchtig dürften die BIP-Wachstumszahlen für Deutschland und die Eurozone (30.01.) für das vierte Quartal 2024 erwartet werden.
Außerdem erschienen die HCOB Flash PMI-Zahlen für Januar (24.01.), die einen Überblick über den Zustand der Wirtschaft der Eurozone im Allgemeinen und von Deutschland und Frankreich im Speziellen gäben. Des Weiteren erscheine der Ifo-Index am 27. Januar, der speziell für Deutschland relevant sei. Auch die Einzelhandelsumsätze (27.01.) und der Verbraucherpreisindex (31.01.) für Deutschland gäben Aufschluss über den Zustand des Konsums. (Ausgabe vom 23.01.2025) (24.01.2025/alc/a/a)


