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Rentenmärkte: Zinswende wahrscheinlich, Ursachen für Renditeanstieg
09.07.13 16:36
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die Achterbahnfahrt der Renditen am deutschen Rentenmarkt scheint beendet, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Nicht weniger als viermal sei der Durchschnittszins öffentlicher Anleihen innerhalb der letzten zwölf Monate in den Unterstützungsbereich zwischen 0,9% und 1% zurückgefallen. Ähnlich oft sei er davon wieder nach oben abgeprallt. Am oberen Ende dieses Schwankungsintervalls bei rund 1,3% bis 1,4% habe sich das "Schauspiel" unter umgekehrten Vorzeichen dann weitere viermal wiederholt. Die charttechnische Bodenbildungsphase am deutschen Rentenmarkt scheine nun offenbar zu Ende zu gehen, denn erstmals seit langer Zeit habe die Umlaufrendite zumindest zwischenzeitlich die 1,4%-Marke nach oben hin durchbrochen. Es kündige sich nunmehr eine volatile Seitwärtsbewegung der Renditen an.
Auch jenseits des Atlantiks, in den USA, würden die Renditen einen Trendwechsel verzeichnen. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen hätten zuletzt einen massiven Anstieg gezeigt. Die Rally von 2,85% auf 3,6% trage Züge einer langfristigen Trendwende. In den kommenden Wochen würden die Experten bei erhöhter Volatilität und zwischenzeitlichen Konsolidierungsphasen ebenfalls eine Seitwärtsbewegung der Renditen erwarten.
Ein Blick auf die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone zeige eine Stabilisierung. Der Tiefpunkt sei bereits im Sommer des vergangenen Jahres markiert worden. Seitdem könne eine langsame, aber stetige Erholungstendenz ausgemacht werden. Erfreulich: Im von der Wirtschaftskrise stark betroffenen Spanien habe der Einkaufsmanagerindex im Juni bei 50 Saldopunkten und damit höher als in Deutschland gelegen.
Ein Ende der Rezession sei somit zumindest absehbar - zumal jetzt positive konjunkturelle Effekte vom Lagerzyklus ausgehen sollten. Mit dem ZEVV-lndex und dem ifo-Geschäftsklima hätten die beiden wichtigsten Konjunkturindikatoren für die deutsche Wirtschaft im Juni zulegen können. Bei beiden Indices hätten sich insbesondere die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung verbessern können. Die Industrieproduktion habe im April erneut zulegen können, damit sei das Verarbeitende Gewerbe gut ins 2. Quartal gestartet.
Auch von einer Schwäche der US-Industrie sei im Juni mit einem ISM-Index von fast 51 nicht mehr viel zu spüren gewesen. Die mittelfristigen Perspektiven seien hier ohnehin positiv. Niedrige Energiekosten und günstige Rahmenbedingungen würden eine "Reindustrialisierung" fördern. Per saldo setze die US-Wirtschaft ihren moderaten Wachstumskurs fort. Bereits die Andeutung einer möglichen Reduzierung der Liquiditätszufuhr durch die FED habe die Renditen für Staatsanleihen spürbar anziehen lassen.
Bleibe die momentane Schwäche der Schwellenländer. Vor allem China enttäusche. Das müsse allerdings nicht so bleiben. Sollte Europa wieder mehr zum weltwirtschaftlichen Wachstum beitragen, würden auch die Schwellenländer über ihre Exporte von Vorprodukten und Rohstoffen profitieren.
Im Gegensatz zur FED sei die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch noch weit entfernt von einem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Ein höheres Zinsniveau dürfte die Probleme der schwächeren Mitglieder der Eurozone verschärfen, in den letzten Wochen hätten die Anleiherenditen dieser Länder teilweise um mehr als einen Prozentpunkt zugelegt. Um die Kreditvergabe in der Eurozone anzukurbeln, seien bei der EZB nach wie vor negative Zinsen auf Einlagen im Gespräch. Die Inflation in der Eurozone liege unverändert bei 1,4% und stehe damit einer weiterhin lockeren Geldpolitik nicht im Wege. (Ausgabe Juli/August 2013) (09.07.2013/alc/a/a)
Nicht weniger als viermal sei der Durchschnittszins öffentlicher Anleihen innerhalb der letzten zwölf Monate in den Unterstützungsbereich zwischen 0,9% und 1% zurückgefallen. Ähnlich oft sei er davon wieder nach oben abgeprallt. Am oberen Ende dieses Schwankungsintervalls bei rund 1,3% bis 1,4% habe sich das "Schauspiel" unter umgekehrten Vorzeichen dann weitere viermal wiederholt. Die charttechnische Bodenbildungsphase am deutschen Rentenmarkt scheine nun offenbar zu Ende zu gehen, denn erstmals seit langer Zeit habe die Umlaufrendite zumindest zwischenzeitlich die 1,4%-Marke nach oben hin durchbrochen. Es kündige sich nunmehr eine volatile Seitwärtsbewegung der Renditen an.
Auch jenseits des Atlantiks, in den USA, würden die Renditen einen Trendwechsel verzeichnen. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen hätten zuletzt einen massiven Anstieg gezeigt. Die Rally von 2,85% auf 3,6% trage Züge einer langfristigen Trendwende. In den kommenden Wochen würden die Experten bei erhöhter Volatilität und zwischenzeitlichen Konsolidierungsphasen ebenfalls eine Seitwärtsbewegung der Renditen erwarten.
Ein Ende der Rezession sei somit zumindest absehbar - zumal jetzt positive konjunkturelle Effekte vom Lagerzyklus ausgehen sollten. Mit dem ZEVV-lndex und dem ifo-Geschäftsklima hätten die beiden wichtigsten Konjunkturindikatoren für die deutsche Wirtschaft im Juni zulegen können. Bei beiden Indices hätten sich insbesondere die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung verbessern können. Die Industrieproduktion habe im April erneut zulegen können, damit sei das Verarbeitende Gewerbe gut ins 2. Quartal gestartet.
Auch von einer Schwäche der US-Industrie sei im Juni mit einem ISM-Index von fast 51 nicht mehr viel zu spüren gewesen. Die mittelfristigen Perspektiven seien hier ohnehin positiv. Niedrige Energiekosten und günstige Rahmenbedingungen würden eine "Reindustrialisierung" fördern. Per saldo setze die US-Wirtschaft ihren moderaten Wachstumskurs fort. Bereits die Andeutung einer möglichen Reduzierung der Liquiditätszufuhr durch die FED habe die Renditen für Staatsanleihen spürbar anziehen lassen.
Bleibe die momentane Schwäche der Schwellenländer. Vor allem China enttäusche. Das müsse allerdings nicht so bleiben. Sollte Europa wieder mehr zum weltwirtschaftlichen Wachstum beitragen, würden auch die Schwellenländer über ihre Exporte von Vorprodukten und Rohstoffen profitieren.
Im Gegensatz zur FED sei die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch noch weit entfernt von einem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Ein höheres Zinsniveau dürfte die Probleme der schwächeren Mitglieder der Eurozone verschärfen, in den letzten Wochen hätten die Anleiherenditen dieser Länder teilweise um mehr als einen Prozentpunkt zugelegt. Um die Kreditvergabe in der Eurozone anzukurbeln, seien bei der EZB nach wie vor negative Zinsen auf Einlagen im Gespräch. Die Inflation in der Eurozone liege unverändert bei 1,4% und stehe damit einer weiterhin lockeren Geldpolitik nicht im Wege. (Ausgabe Juli/August 2013) (09.07.2013/alc/a/a)


