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Rentenmärkte in der Warteschleife
28.05.14 17:00
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Die Erwartungen vom Jahresbeginn haben sich nicht bestätigt und steigende US-Renditen blieben aus, so die Experten von MFS Investment Management.
Anfang dieses Jahres hätten die Experten noch damit gerechnet, dass in den USA das kräftige Wachstum und die anhaltende Normalisierung der Geldpolitik die Renditen steigen lassen und damit ein schwieriges Rentenmarktumfeld schaffen würden. Die Experten hätten erwartet, dass die Zinsstrukturkurve zunächst steiler würde, aber letztlich die kurzfristigen Zinsen stärker anziehen würden als die langfristigen - wenn die für Mitte 2015 erwartete erste Zinserhöhung Eingang in die Kurse fände.
Stattdessen hätten die amerikanischen Staatsanleihen nach schwachen Januardaten kräftig angezogen und würden sich seitdem in einer außerordentlich engen Handelsspanne bewegen. Bei niedriger Aktien- und Zinsvolatilität seien zudem die Spreads zurückgegangen. Diese Kombination habe den Rentenmärkten im laufenden Jahr zu höheren Erträgen verholfen, als zu Jahresbeginn erwartet.
Dennoch sei nach wie vor davon auszugehen, dass das Wachstum anziehe und infolgedessen die Zinsen steigen würden; allerdings nun mit einem etwas geringeren Anstieg der längerfristigen Zinsen. Außerdem seien die US-Konjunkturindikatoren, insbesondere die Arbeitsmarktzahlen, genau zu beobachten. Falls die Konjunkturdaten in den nächsten Monaten anzeigen würden, dass die Wachstumsschwäche im 1. Quartal nicht nur wetterbedingt gewesen sei, könnten Marktteilnehmer, die auf höhere Zinsen spekulieren würden, kapitulieren und ihre Short-Positionen glattstellen.
Außerhalb der USA bleibe abzuwarten, ob Inflationsdifferenzen und Unterschiede in der Geldpolitik weiter zu divergierenden Entwicklungen von Industrieländer-Staatsanleihen führen würden. Denkbar sei, dass die Renditen amerikanischer und britischer Staatsanleihen steigen würden, während die ihrer deutschen und japanischen Pendants fallen würden. Die großen Regionen würden sich derzeit in unterschiedlichen Konjunkturphasen befinden. Zu den Nachzüglern würden einige Emerging Markets gehören, deren Wachstum weiter enttäusche.
Offen sei auch, wie sich die Ukraine-Krise auf die Kapitalmärkte auswirke. Bisher hätten die Credit-Märkte das Extremrisiko negativer wirtschaftlicher Konsequenzen einer möglichen Eskalation weitgehend ignoriert. Dieses Extremrisiko könnte jedoch eine Erklärung dafür sein, warum die Renditen von als sicher geltenden Staatsanleihen so niedrig seien.
Die Experten würden an den mehr oder weniger teuren Rentenmärkten weiter nach attraktiv bewerteten Sektoren Ausschau halten. Dort hätten die Anleger nach wie vor allen Grund, Renten zu halten. Sie würden ihre laufenden Erträge, ihre Kapitalstabilität und ihr Diversifikationspotenzial brauchen. Die Rentenmärkte zu meiden, bis sie durchweg billig seien, komme für die meisten Anleger wohl nicht infrage.
Wie so oft seien relativ attraktive Bewertungen in zurückgebliebenen Märkten zu finden. Emerging-Market-Anleihen seien zwar im laufenden Jahr Performancespitzenreiter, würden aber nach ihrer unterdurchschnittlichen Entwicklung im Vorjahr immer noch einen attraktiven Renditevorteil bieten. Die Assetklasse könnte daher höhere US-Renditen weitgehend verkraften. Voraussetzung sei aber, dass dabei die kurzfristigen Renditen stärker steigen würden als die langfristigen und nicht umgekehrt, wie zuletzt im Jahr 2013. Dass die Spreads der Emerging-Market-Anleihen wie letztes Jahr gleichauf mit den US-Renditen steigen würden, sei unwahrscheinlich, wenn auch nicht auszuschließen.
Ein erheblicher Teil der Zinsnormalisierung liegt nun hinter uns, und weitere Zinsanstiege scheinen allgemein erwartet zu werden, so die Experten von MFS Investment Management. Das dürfte eine Spreadverengung bei auf Dollar lautenden Emerging-Market-Anleihen möglich machen. Wichtig sei, Emerging-Market-Anleihen nicht als homogene Assetklasse, sondern als heterogene Mischung von Credits mit sehr unterschiedlichen Risiko-Ertrags-Aussichten zu behandeln. Investoren sollten sich daher auf einzelne Länder mit guten Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen konzentrieren, statt in die Assetklasse als Ganzes zu investieren.
Bei Emerging-Market-Anleihen würden Gefahren im gesamten Renditespektrum lauern: Staatsanleihen mit relativ niedrigen Spreads könnten bei höheren US-Renditen unter Druck geraten. In Hochzinsländern bestehe das Risiko in einer Bonitätsverschlechterung wie etwa in Venezuela. Es komme also auf die Länderauswahl an. Um dabei Erfolg zu haben, müssten Anleger Unterschiede zwischen den Fundamentaldaten und der Bewertung erkennen können. Beispielsweise würden einige der Außenseiter des letzten Jahres (z.B. Indonesien - ein Land der "fragilen Fünf") attraktiver, da sie ihre außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte weiter abbauen würden.
Darüber hinaus scheine es vielversprechend zu sein, nach günstig bewerteten Einzeltiteln zu suchen. Viele Emerging-Market-Unternehmensanleihen seien von hoher Kreditqualität und zudem weniger zinssensitiv als Staatsanleihen. Da die FED in nicht allzu ferner Zukunft den Leitzins erhöhen dürfte, würden die Experten gegenüber Lokalwährungsanleihen strategisch zurückhaltend bleiben. Taktisch wollten die Experten aber bei Ländern mit solider oder sich verbessernder Kapital- und Leistungsbilanz Währungschancen nutzen. (28.05.2014/alc/a/a)
Anfang dieses Jahres hätten die Experten noch damit gerechnet, dass in den USA das kräftige Wachstum und die anhaltende Normalisierung der Geldpolitik die Renditen steigen lassen und damit ein schwieriges Rentenmarktumfeld schaffen würden. Die Experten hätten erwartet, dass die Zinsstrukturkurve zunächst steiler würde, aber letztlich die kurzfristigen Zinsen stärker anziehen würden als die langfristigen - wenn die für Mitte 2015 erwartete erste Zinserhöhung Eingang in die Kurse fände.
Stattdessen hätten die amerikanischen Staatsanleihen nach schwachen Januardaten kräftig angezogen und würden sich seitdem in einer außerordentlich engen Handelsspanne bewegen. Bei niedriger Aktien- und Zinsvolatilität seien zudem die Spreads zurückgegangen. Diese Kombination habe den Rentenmärkten im laufenden Jahr zu höheren Erträgen verholfen, als zu Jahresbeginn erwartet.
Dennoch sei nach wie vor davon auszugehen, dass das Wachstum anziehe und infolgedessen die Zinsen steigen würden; allerdings nun mit einem etwas geringeren Anstieg der längerfristigen Zinsen. Außerdem seien die US-Konjunkturindikatoren, insbesondere die Arbeitsmarktzahlen, genau zu beobachten. Falls die Konjunkturdaten in den nächsten Monaten anzeigen würden, dass die Wachstumsschwäche im 1. Quartal nicht nur wetterbedingt gewesen sei, könnten Marktteilnehmer, die auf höhere Zinsen spekulieren würden, kapitulieren und ihre Short-Positionen glattstellen.
Außerhalb der USA bleibe abzuwarten, ob Inflationsdifferenzen und Unterschiede in der Geldpolitik weiter zu divergierenden Entwicklungen von Industrieländer-Staatsanleihen führen würden. Denkbar sei, dass die Renditen amerikanischer und britischer Staatsanleihen steigen würden, während die ihrer deutschen und japanischen Pendants fallen würden. Die großen Regionen würden sich derzeit in unterschiedlichen Konjunkturphasen befinden. Zu den Nachzüglern würden einige Emerging Markets gehören, deren Wachstum weiter enttäusche.
Die Experten würden an den mehr oder weniger teuren Rentenmärkten weiter nach attraktiv bewerteten Sektoren Ausschau halten. Dort hätten die Anleger nach wie vor allen Grund, Renten zu halten. Sie würden ihre laufenden Erträge, ihre Kapitalstabilität und ihr Diversifikationspotenzial brauchen. Die Rentenmärkte zu meiden, bis sie durchweg billig seien, komme für die meisten Anleger wohl nicht infrage.
Wie so oft seien relativ attraktive Bewertungen in zurückgebliebenen Märkten zu finden. Emerging-Market-Anleihen seien zwar im laufenden Jahr Performancespitzenreiter, würden aber nach ihrer unterdurchschnittlichen Entwicklung im Vorjahr immer noch einen attraktiven Renditevorteil bieten. Die Assetklasse könnte daher höhere US-Renditen weitgehend verkraften. Voraussetzung sei aber, dass dabei die kurzfristigen Renditen stärker steigen würden als die langfristigen und nicht umgekehrt, wie zuletzt im Jahr 2013. Dass die Spreads der Emerging-Market-Anleihen wie letztes Jahr gleichauf mit den US-Renditen steigen würden, sei unwahrscheinlich, wenn auch nicht auszuschließen.
Ein erheblicher Teil der Zinsnormalisierung liegt nun hinter uns, und weitere Zinsanstiege scheinen allgemein erwartet zu werden, so die Experten von MFS Investment Management. Das dürfte eine Spreadverengung bei auf Dollar lautenden Emerging-Market-Anleihen möglich machen. Wichtig sei, Emerging-Market-Anleihen nicht als homogene Assetklasse, sondern als heterogene Mischung von Credits mit sehr unterschiedlichen Risiko-Ertrags-Aussichten zu behandeln. Investoren sollten sich daher auf einzelne Länder mit guten Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen konzentrieren, statt in die Assetklasse als Ganzes zu investieren.
Bei Emerging-Market-Anleihen würden Gefahren im gesamten Renditespektrum lauern: Staatsanleihen mit relativ niedrigen Spreads könnten bei höheren US-Renditen unter Druck geraten. In Hochzinsländern bestehe das Risiko in einer Bonitätsverschlechterung wie etwa in Venezuela. Es komme also auf die Länderauswahl an. Um dabei Erfolg zu haben, müssten Anleger Unterschiede zwischen den Fundamentaldaten und der Bewertung erkennen können. Beispielsweise würden einige der Außenseiter des letzten Jahres (z.B. Indonesien - ein Land der "fragilen Fünf") attraktiver, da sie ihre außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte weiter abbauen würden.
Darüber hinaus scheine es vielversprechend zu sein, nach günstig bewerteten Einzeltiteln zu suchen. Viele Emerging-Market-Unternehmensanleihen seien von hoher Kreditqualität und zudem weniger zinssensitiv als Staatsanleihen. Da die FED in nicht allzu ferner Zukunft den Leitzins erhöhen dürfte, würden die Experten gegenüber Lokalwährungsanleihen strategisch zurückhaltend bleiben. Taktisch wollten die Experten aber bei Ländern mit solider oder sich verbessernder Kapital- und Leistungsbilanz Währungschancen nutzen. (28.05.2014/alc/a/a)


