Rentenmärkte: Sehr ruhiger Handel


27.12.17 09:10
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten dürfte es in den kommenden Tagen sehr ruhig zugehen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Umsätze sollten dünn ausfallen. Dementsprechend schwierig dürfte die Auktion der zweijährigen US-Floater und der fünfjährigen T-Notes heute Abend verlaufen. Immerhin seien insgesamt 47 Mrd. USD an die Investoren zu bringen. Die hätten sich bereits gestern geziert, denn die Auktion der zweijährigen Papiere sei schleppend verlaufen. Nur mit Renditezugeständnissen, die zu einer weiteren Abflachung der US-Renditestrukturkurve geführt habe, hätten sich die Papiere letztlich platzieren lassen. Ein ähnliches "Schicksal" dürfte den fünfjährigen T-Notes heute drohen. Daher sollte man sich am Abend auf etwas Druck auf die Kursnotierungen einstellen.

Ganz unbeachtet werde das Verbrauchervertrauen des Conference Boards nicht bleiben. Die US-Amerikaner dürften weiterhin sehr ausgabenfreudig bleiben. Schließlich sollten ja alle Amerikaner laut Aussagen aus dem Weißen Haus von der Steuerreform, die kurz vor Weihnachten vom US-Präsidenten unterzeichnet worden sei, profitieren. Selbst wenn der Wert dennoch leicht unterhalb der Schätzungen ausfallen sollte, dürfte das keine Reaktionen auslösen. Zudem habe kurz vor Weihnachten auch noch die Schließung der öffentlichen Verwaltung durch eine weitere, temporäre Anhebung der Verschuldungsobergrenze vermieden werden können. Nun müssten sich die US-Parlamentarier mit diesem Thema erst wieder nach ihrer Rückkehr aus den Weihnachtsferien beschäftigen. Ihnen bleibe dann bis etwa 22. Januar Zeit, eine dauerhafte Lösung zu finden.

In Europa richte sich das Interesse auf Italien und Spanien. Nachdem der italienische Haushalt für das Jahr 2018 durch das Parlament beschlossen worden sei, dürfte nun die Auflösung des Parlaments folgen, sodass der Weg für Neuwahlen frei sei, die nach derzeitigem Erkenntnisstand im März erfolgen könnten.

Aus Spanien sei zwar nichts Neues zum Thema Katalonien zu erwarten. Dennoch dürfte die Diskussion anhalten, wie man mit dem Wahlergebnis umgehen solle. Es sei durchaus wahrscheinlich, dass die spanische Zentralregierung ihre bislang sehr unversöhnliche und harte Haltung aufgeben müsse. Die Frage sei hier nur, wie sie das anstellen könne, ohne dass weitere spanische Regionen aufbegehren würden. Zudem müsse sie, obwohl es sich "eigentlich" um ein innenpolitisches Problem handelt, die Auswirkungen ihres Handelns im europäischen Kontext sehen. Es gebe bekanntlich zahlreiche andere Regionen im Euroraum, die ebenfalls nach mehr Unabhängigkeit von ihrem Zentralstaat streben würden.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte erst einmal gut behauptet in den letzten Handelsmittwoch des Jahres starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,20 und 162,40 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,41 und 2,54% schwanken, wobei die Auktionen des US-Schatzamtes heute Abend zu einer Belastung mit steigenden Renditen werden könnten. (27.12.2017/alc/a/a)






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