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Rentenmärkte: Lohnentwicklung im Fokus der EZB
24.05.24 09:53
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche verzeichneten die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen in den USA und Deutschland einen Anstieg, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Derzeit würden sich die Renditen der T-Notes auf 4,42% (+ 8 Basispunkte) und die der Bunds auf 2,53% (+ 13 Basispunkte) belaufen. Vor allem heute Morgen habe es zwei spannende Datenpunkte aus Europa gegeben, die die Märkte erneut durchgeschüttelt hätten. Zum einen seien die HCOB Flash PMIs für die Eurozone, Deutschland und Frankreich für den Monat Mai veröffentlicht worden, zum anderen seien Daten zur Lohnentwicklung im ersten Quartal in der Eurozone vorgelegt worden. Die HCOB Flash PMIs seien erneut besser als erwartet ausgefallen, während die Lohnentwicklung aufgrund bereits vorher vorliegender Daten wie erwartet ausgefallen sei.
Die HCOB Flash PMIs für den Mai seien überraschend positiv ausgefallen. Die Eurozone befinde sich weiterhin im Wachstumsmodus, das beflügele auch den HCOB Nowcast der Analysten für das Wirtschaftswachstum des zweiten Quartals. Hier gehe das Modell der Analysten nun von einem Wachstum in Höhe von 0,3% aus.
Betrachte man die einzelnen Euroländer, entstehe zumindest im Mai eine Divergenz der Daten. Deutschland wachse nun dank eines starken Dienstleistungssektors im robusten Tempo, während Frankreich durch einen vergleichsweise schwachen sekundären Sektor hinterher hinke. Für die Europäische Zentralbank sei jedoch nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern insbesondere die Preisentwicklung von Interesse.
Der Anstieg der PMI Input- und Outputpreise habe sich im Mai erneut verlangsamt, wobei dieser Rückgang ausschließlich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen sei, im Verarbeitenden Gewerbe hätten die Indices sogar zugelegt. Die PMI Inputpreise für den Dienstleistungssektor würden zu einem großen Teil durch die Lohnkosten beeinflusst. Direkte Daten dazu habe es dazu ebenfalls heute Morgen gegeben, allerdings nur für das erste Quartal. Auch die Lohnentwicklung spiele eine besonders wichtige Rolle der EZB - diese Daten seien heute Morgen, zeitgleich mit den HCOB Flash PMIs um 10:00 Uhr CEST, erschienen.
Das Lohnwachstum sei in der Eurozone in den ersten drei Monaten des Jahres noch einmal stärker angestiegen (4,7% YoY), als dies noch im Schlussquartal 2023 (4,5% YoY) der Fall gewesen sei. Für viele Beobachter möge dieser Anstieg eine Überraschung gewesen sein, vor allem weil Daten aus den einzelnen Länder einen Rückgang signalisiert hätten. Habe man sich die Daten aus Italien, Spanien und Italien angeschaut, so könnte man rein rechnerisch sogar mit einem ziemlich starken Rückgang auf ein Niveau von unter 4% ausgehen. Jedoch sei das Lohnwachstum in Deutschland so hoch wie seit nahezu einem Jahrzehnt nicht mehr ausgefallen - die Lohnabschlüsse seien um 6,2% gestiegen und hätten damit gegenüber dem Vorquartalswert kräftig zugelegt (3,6% im vierten Quartal 2023). Gerade auch aufgrund dieses fortbestehenden Lohnwachstums würden die Analysten von einer ersten Zinssenkung der EZB im Juni ausgehen und dann damit rechnen, dass zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr im September gesenkt werde - auch um weitere rund um die Lohnentwicklung abzuwarten.
Am Miiwochabend sei dann noch das Sitzungsprotokoll der letzten US-Notenbanksitzung erschienen. In diesem Protokoll sei offenbart worden, dass einige Gouverneure gegenüber einer weiteren Zinserhöhung nicht abgeneigt seien, sofern sich die Risiken einer höheren Inflation materialisieren und daher eine weitere Zinserhöhung notwendig machen würden. Danach sehe es nach Ansicht der Analysten jedoch nicht aus, vor allem weil auch der letzte Arbeitsmarktbericht, der nach der Sitzung, die am 01. Mai stattgefunden habe, vergleichsweise schwach ausgefallen sei. Dazu komme auch noch die geringere als erwartete Inflationsrate, die vor kurzem für den Berichtsmonat April erschienen sei. Die Analysten würden bei der FED von zwei Zinssenkungen ausgehen - die erste im September, die zweite Zinssenkung folge dann im Dezember.
Datenseitig erscheinen morgen (24.05) die Aprilzahlen für die Aufträge langlebiger Güter in den USA, die laut Schätzung um fast einen Prozent schrumpfen dürften, nachdem diese zwei Monate in Folge gewachsen sind, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Montag (27.05) komme dann der ifo-Geschäftsklimaindex für den Berichtsmonat Mai. Gegeben der relativ hohen Korrelation zwischen dem HCOB Deutschland PMI und dem ifo-Geschäftsklimaindex dürfte dieser ebenfalls eine weitere Bewegung nach oben machen.
Erst am nächsten Mittwoch (29.05) gebe es die nächsten, potenziell marktbewegende Daten: Inflationszahlen aus Deutschland und weiteren Euroländern. Aufgrund von Basiseffekten rechnet unser HCOB Nowcast mit einem leichten Anstieg von 2,2% im April auf 2,5% im Mai, wobei unsere Einschätzung ist, dass dies zu hoch eingeschätzt sein könnte, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Laut Modell könnte die Kerninflation etwas zulegen (von 3,0 auf 3,1%), ebenso wie die Lebensmittelinflation (von 0,5% auf 1,1%). Auch die Energieinflation komme zunehmend aus dem negativen Bereich heraus (von -1,2% auf -0,6% laut Modell). (Ausgabe vom 23.05.2024) (23.05.2024/alc/a/a)
Derzeit würden sich die Renditen der T-Notes auf 4,42% (+ 8 Basispunkte) und die der Bunds auf 2,53% (+ 13 Basispunkte) belaufen. Vor allem heute Morgen habe es zwei spannende Datenpunkte aus Europa gegeben, die die Märkte erneut durchgeschüttelt hätten. Zum einen seien die HCOB Flash PMIs für die Eurozone, Deutschland und Frankreich für den Monat Mai veröffentlicht worden, zum anderen seien Daten zur Lohnentwicklung im ersten Quartal in der Eurozone vorgelegt worden. Die HCOB Flash PMIs seien erneut besser als erwartet ausgefallen, während die Lohnentwicklung aufgrund bereits vorher vorliegender Daten wie erwartet ausgefallen sei.
Die HCOB Flash PMIs für den Mai seien überraschend positiv ausgefallen. Die Eurozone befinde sich weiterhin im Wachstumsmodus, das beflügele auch den HCOB Nowcast der Analysten für das Wirtschaftswachstum des zweiten Quartals. Hier gehe das Modell der Analysten nun von einem Wachstum in Höhe von 0,3% aus.
Betrachte man die einzelnen Euroländer, entstehe zumindest im Mai eine Divergenz der Daten. Deutschland wachse nun dank eines starken Dienstleistungssektors im robusten Tempo, während Frankreich durch einen vergleichsweise schwachen sekundären Sektor hinterher hinke. Für die Europäische Zentralbank sei jedoch nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern insbesondere die Preisentwicklung von Interesse.
Das Lohnwachstum sei in der Eurozone in den ersten drei Monaten des Jahres noch einmal stärker angestiegen (4,7% YoY), als dies noch im Schlussquartal 2023 (4,5% YoY) der Fall gewesen sei. Für viele Beobachter möge dieser Anstieg eine Überraschung gewesen sein, vor allem weil Daten aus den einzelnen Länder einen Rückgang signalisiert hätten. Habe man sich die Daten aus Italien, Spanien und Italien angeschaut, so könnte man rein rechnerisch sogar mit einem ziemlich starken Rückgang auf ein Niveau von unter 4% ausgehen. Jedoch sei das Lohnwachstum in Deutschland so hoch wie seit nahezu einem Jahrzehnt nicht mehr ausgefallen - die Lohnabschlüsse seien um 6,2% gestiegen und hätten damit gegenüber dem Vorquartalswert kräftig zugelegt (3,6% im vierten Quartal 2023). Gerade auch aufgrund dieses fortbestehenden Lohnwachstums würden die Analysten von einer ersten Zinssenkung der EZB im Juni ausgehen und dann damit rechnen, dass zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr im September gesenkt werde - auch um weitere rund um die Lohnentwicklung abzuwarten.
Am Miiwochabend sei dann noch das Sitzungsprotokoll der letzten US-Notenbanksitzung erschienen. In diesem Protokoll sei offenbart worden, dass einige Gouverneure gegenüber einer weiteren Zinserhöhung nicht abgeneigt seien, sofern sich die Risiken einer höheren Inflation materialisieren und daher eine weitere Zinserhöhung notwendig machen würden. Danach sehe es nach Ansicht der Analysten jedoch nicht aus, vor allem weil auch der letzte Arbeitsmarktbericht, der nach der Sitzung, die am 01. Mai stattgefunden habe, vergleichsweise schwach ausgefallen sei. Dazu komme auch noch die geringere als erwartete Inflationsrate, die vor kurzem für den Berichtsmonat April erschienen sei. Die Analysten würden bei der FED von zwei Zinssenkungen ausgehen - die erste im September, die zweite Zinssenkung folge dann im Dezember.
Datenseitig erscheinen morgen (24.05) die Aprilzahlen für die Aufträge langlebiger Güter in den USA, die laut Schätzung um fast einen Prozent schrumpfen dürften, nachdem diese zwei Monate in Folge gewachsen sind, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Montag (27.05) komme dann der ifo-Geschäftsklimaindex für den Berichtsmonat Mai. Gegeben der relativ hohen Korrelation zwischen dem HCOB Deutschland PMI und dem ifo-Geschäftsklimaindex dürfte dieser ebenfalls eine weitere Bewegung nach oben machen.
Erst am nächsten Mittwoch (29.05) gebe es die nächsten, potenziell marktbewegende Daten: Inflationszahlen aus Deutschland und weiteren Euroländern. Aufgrund von Basiseffekten rechnet unser HCOB Nowcast mit einem leichten Anstieg von 2,2% im April auf 2,5% im Mai, wobei unsere Einschätzung ist, dass dies zu hoch eingeschätzt sein könnte, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Laut Modell könnte die Kerninflation etwas zulegen (von 3,0 auf 3,1%), ebenso wie die Lebensmittelinflation (von 0,5% auf 1,1%). Auch die Energieinflation komme zunehmend aus dem negativen Bereich heraus (von -1,2% auf -0,6% laut Modell). (Ausgabe vom 23.05.2024) (23.05.2024/alc/a/a)


