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Rentenmärkte: Keine Zinssenkung in den USA im Juni gesehen
11.04.24 14:10
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen in den Deutschland haben sich seit vergangenem Donnerstag (04.04) per saldo kaum verändert, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die Renditen der T-Notes hingegen hätten vor allem gestern ordentlich angezogen (+25 Basispunkte zur Vorwoche) und lägen aktuell bei 4,56% und die Bunds bei 2,46%. Vor allem in den Vereinigten Staaten habe es einige wichtige Daten gegeben, die dafür gesorgt hätten, dass die Renditen deutlich angestiegen seien. Der Arbeitsmarktbericht für den März aus den USA sei mit 303.000 neugeschaffenen Stellen deutlich besser ausgefallen, als vom Markt erwartet worden sei. Gestern um 14:30 Uhr seien dann auch noch Inflationsdaten für den März erschienen, die mit einer Jahresrate von 3,5% über den Erwartungen von 3,4% veröffentlicht worden seien.
In Deutschland hingegen habe es nur kurz Anlass für einen Anstieg der Renditen gegeben. Dort seien Konjunkturdaten aus der Industrie erschienen, die die Märkte positiv überrascht hätten (+2,1% im Februar, Betrachtung auf Monatssicht). Die Hoffnungen auf eine Zinssenkung im Juni in den USA scheinen sich laut Einschätzung der Finanzmärkte weiter zu schmälern, während wir heute (11.04) bei der EZB-Sitzung weitere Einblicke darüber bekommen werden, ob sich Juni als Termin für eine erste Zinssenkung erhärtet oder ob auch hier wie bei der FED weiter Abwarten angesagt ist, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Aufmunternde, aber noch nicht komplett entwarnende Daten vermelde die deutsche Wirtschaft. Für den Februar habe das Statistische Bundesamt wichtige Konjunkturdaten, und zwar Außenhandelsdaten und Industrieproduktionsdaten, für die deutsche Wirtschaft für den Berichtsmonat Februar veröffentlicht. Die Außenhandelsbilanz sei nach einem starken Januar im Februar wieder auf das Dezemberniveau gesunken, wobei die Exporte um 2% zurückgegangen seien und die Importe um über 3% zugelegt hätten. Insgesamt würden die Analysten im ersten Quartal von einem positiven Wachstumsbeitrag der Außenhandelsbilanz zum Bruttoinlandsprodukt ausgehen, hier sollte also kein Konjunkturrisiko vorliegen.
Noch bessere Nachrichten hätten die Daten der deutschen Industrie gebracht, denn dort habe ein Plus von 2,1% verzeichnet werden können. Rechne man das Baugewerbe heraus, welches um 7,9% im Vergleich zum Vormonat zugenommen habe (und relativ volatil sei), liege das Plus bei "nur noch" 1,1%. Außerdem seien die Januardaten leicht nach oben korrigiert worden (von 1% auf 1,3%). Dies habe dazu geführt, dass das HCOB GDP Nowcast der Analysten für das erste Quartal nun nicht mehr bei -0,3% sondern vielmehr bei 0% liege (keine offizielle Prognose von HCOB Economics).
Heute tage die Europäische Zentralbank (EZB) erneut, um über die Geldpolitik im Euroraum zu entscheiden. Es werde erwartet, dass die EZB die Leitzinsen das fünfte Mal in Folge auf dem Stand von 4,5% (Hauptrefinanzierungssatz) bzw. 4% (Einlagenzinssatz) belasse. Im Vorfeld zu dieser Sitzung hätten sich die Analysten erneut die einzelnen Interviews der EZB-Ratsmitglieder angeschaut und wertvolle Aussagen zur Geldpolitik analysiert und ihre Ergebnisse in der Publikation "ECB Watcher" zusammengefasst.
Die Analysten würden die Auffassung vertreten, dass die EZB eine erste Zinssenkung im Juni vornehmen dürfte - In ihrer Analyse seien die Analysten unter anderem zu dem Ergebnis gekommen, dass sich immerhin 24% der Ratsmitglieder beim heutigen Apriltermin für eine Zinssenkung einsetzen könnten - deutlich mehr als die 0% noch vor einigen Monaten. Dazu komme die weiter rückläufige Inflation, die derzeit bei 2,4% in der Eurozone stehe.
Außerdem seien vor wenigen Tagen die Zahlen für den Berichtsmonat März des Lohntrackers der Online-Jobplattform Indeed in Zusammenarbeit mit der Irischen Zentralbank veröffentlicht worden. Dieser laufe den offiziellen Lohndaten um sieben Monate voraus und biete damit einen guten Hinweis darauf, ob die Lohnentwicklung im Euroraum Inflationsrisken bereithalte. Das Lohnwachstum habe sich weiter verlangsamen können, wie der Index zeige - zuvor seien es noch 3,7% Lohnwachstum im Vergleich zum Vorjahresmonat gewesen, nun seien es "nur noch" 3,3%. Das Hoch habe Mitte 2023 bei knapp 5,5% gelegen.
Das Datenhighlight der kommenden Woche sind die US-Einzelhandelsumsätze für den März (15.04), die direkt zu Beginn der Woche erscheinen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Durch diesen Bericht könnte die Marktmeinung bezüglich des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal noch einmal maßgeblich beeinflusst werden. Ebenso könnte die Marktstimmung am Dienstag (16.04) durch eine Reihe von Konjunkturdaten aus der Industrie und dem Baugewerbe für den Berichtsmonat März gelenkt werden. Das HCOB Nowcast der Analysten für das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal rechne derzeit mit einem annualisierten Wachstum von 1,4%, was für eine deutliche Verlangsamung spräche, denn im vierten Quartal 2023 habe es noch 3,4% und im dritten Quartal 2023 sogar 4,9% annualisiertes Wachstum gegeben.
In Deutschland erscheinen für das erste Quartal kaum noch Wirtschaftsdaten, jedoch geht es nächste Woche mit ersten Umfrageergebnissen für das zweite Quartal los, berichten die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Am Dienstag (16.04) erscheinen die Ergebnisse der ZEW-Konjunkturumfrage für den Berichtsmonat April, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. In den vergangenen Monaten sei der Index vermehrt über den Erwartungen erschienen und sei im März zum achten Mal gestiegen. Partiell sei die bisher gute Stimmung durch bessere Exportbedingungen, vor allem im Handel mit Asien, begründet worden. Diesbezüglich erscheine diesen Freitag (12.04) der HCOB Export Conditions Index, der die aktuelle Exportsituation Deutschlands darlege und in einzelne Subsektoren wie den Chemiesektor eintauche. (11.04.2024/alc/a/a)
Die Renditen der T-Notes hingegen hätten vor allem gestern ordentlich angezogen (+25 Basispunkte zur Vorwoche) und lägen aktuell bei 4,56% und die Bunds bei 2,46%. Vor allem in den Vereinigten Staaten habe es einige wichtige Daten gegeben, die dafür gesorgt hätten, dass die Renditen deutlich angestiegen seien. Der Arbeitsmarktbericht für den März aus den USA sei mit 303.000 neugeschaffenen Stellen deutlich besser ausgefallen, als vom Markt erwartet worden sei. Gestern um 14:30 Uhr seien dann auch noch Inflationsdaten für den März erschienen, die mit einer Jahresrate von 3,5% über den Erwartungen von 3,4% veröffentlicht worden seien.
In Deutschland hingegen habe es nur kurz Anlass für einen Anstieg der Renditen gegeben. Dort seien Konjunkturdaten aus der Industrie erschienen, die die Märkte positiv überrascht hätten (+2,1% im Februar, Betrachtung auf Monatssicht). Die Hoffnungen auf eine Zinssenkung im Juni in den USA scheinen sich laut Einschätzung der Finanzmärkte weiter zu schmälern, während wir heute (11.04) bei der EZB-Sitzung weitere Einblicke darüber bekommen werden, ob sich Juni als Termin für eine erste Zinssenkung erhärtet oder ob auch hier wie bei der FED weiter Abwarten angesagt ist, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Aufmunternde, aber noch nicht komplett entwarnende Daten vermelde die deutsche Wirtschaft. Für den Februar habe das Statistische Bundesamt wichtige Konjunkturdaten, und zwar Außenhandelsdaten und Industrieproduktionsdaten, für die deutsche Wirtschaft für den Berichtsmonat Februar veröffentlicht. Die Außenhandelsbilanz sei nach einem starken Januar im Februar wieder auf das Dezemberniveau gesunken, wobei die Exporte um 2% zurückgegangen seien und die Importe um über 3% zugelegt hätten. Insgesamt würden die Analysten im ersten Quartal von einem positiven Wachstumsbeitrag der Außenhandelsbilanz zum Bruttoinlandsprodukt ausgehen, hier sollte also kein Konjunkturrisiko vorliegen.
Heute tage die Europäische Zentralbank (EZB) erneut, um über die Geldpolitik im Euroraum zu entscheiden. Es werde erwartet, dass die EZB die Leitzinsen das fünfte Mal in Folge auf dem Stand von 4,5% (Hauptrefinanzierungssatz) bzw. 4% (Einlagenzinssatz) belasse. Im Vorfeld zu dieser Sitzung hätten sich die Analysten erneut die einzelnen Interviews der EZB-Ratsmitglieder angeschaut und wertvolle Aussagen zur Geldpolitik analysiert und ihre Ergebnisse in der Publikation "ECB Watcher" zusammengefasst.
Die Analysten würden die Auffassung vertreten, dass die EZB eine erste Zinssenkung im Juni vornehmen dürfte - In ihrer Analyse seien die Analysten unter anderem zu dem Ergebnis gekommen, dass sich immerhin 24% der Ratsmitglieder beim heutigen Apriltermin für eine Zinssenkung einsetzen könnten - deutlich mehr als die 0% noch vor einigen Monaten. Dazu komme die weiter rückläufige Inflation, die derzeit bei 2,4% in der Eurozone stehe.
Außerdem seien vor wenigen Tagen die Zahlen für den Berichtsmonat März des Lohntrackers der Online-Jobplattform Indeed in Zusammenarbeit mit der Irischen Zentralbank veröffentlicht worden. Dieser laufe den offiziellen Lohndaten um sieben Monate voraus und biete damit einen guten Hinweis darauf, ob die Lohnentwicklung im Euroraum Inflationsrisken bereithalte. Das Lohnwachstum habe sich weiter verlangsamen können, wie der Index zeige - zuvor seien es noch 3,7% Lohnwachstum im Vergleich zum Vorjahresmonat gewesen, nun seien es "nur noch" 3,3%. Das Hoch habe Mitte 2023 bei knapp 5,5% gelegen.
Das Datenhighlight der kommenden Woche sind die US-Einzelhandelsumsätze für den März (15.04), die direkt zu Beginn der Woche erscheinen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Durch diesen Bericht könnte die Marktmeinung bezüglich des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal noch einmal maßgeblich beeinflusst werden. Ebenso könnte die Marktstimmung am Dienstag (16.04) durch eine Reihe von Konjunkturdaten aus der Industrie und dem Baugewerbe für den Berichtsmonat März gelenkt werden. Das HCOB Nowcast der Analysten für das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal rechne derzeit mit einem annualisierten Wachstum von 1,4%, was für eine deutliche Verlangsamung spräche, denn im vierten Quartal 2023 habe es noch 3,4% und im dritten Quartal 2023 sogar 4,9% annualisiertes Wachstum gegeben.
In Deutschland erscheinen für das erste Quartal kaum noch Wirtschaftsdaten, jedoch geht es nächste Woche mit ersten Umfrageergebnissen für das zweite Quartal los, berichten die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Am Dienstag (16.04) erscheinen die Ergebnisse der ZEW-Konjunkturumfrage für den Berichtsmonat April, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. In den vergangenen Monaten sei der Index vermehrt über den Erwartungen erschienen und sei im März zum achten Mal gestiegen. Partiell sei die bisher gute Stimmung durch bessere Exportbedingungen, vor allem im Handel mit Asien, begründet worden. Diesbezüglich erscheine diesen Freitag (12.04) der HCOB Export Conditions Index, der die aktuelle Exportsituation Deutschlands darlege und in einzelne Subsektoren wie den Chemiesektor eintauche. (11.04.2024/alc/a/a)


