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Rentenmärkte: Ernüchterung nach Wahlausgang in Italien
26.02.13 09:16
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Chaos und Verwirrung nach der Parlamentswahl in Italien: Habe es nach Schließen der Wahllokale aufgrund der Hochrechnungen noch nach einem klaren Wahlsieg der Mitte-Links-Koalition ausgesehen, gibt es nach Auszählung der Stimmen keine regierungsfähige Mehrheit, so die Analysten der Helaba.
Das Mitte-Links-Bündnis habe zwar das Abgeordnetenhaus knapp für sich entscheiden können, im Senat deute sich jedoch ein Patt an. Die internationalen Finanzmärkte hätten zunächst euphorisch auf einen möglichen Wahlsieg Bersanis reagiert, mit dem Comeback Berlusconis habe jedoch die Stimmung gekippt. Starke Gewinne für italienische Aktien und Staatsanleihen seien pulverisiert worden, die Furcht vor einer Unregierbarkeit des Landes mit allen Auswirkungen auf die Eurozone habe die internationalen Aktienbörsen auf Talfahrt geschickt. Auch der Euro sei in Mitleidenschaft gezogen worden und verliere kräftig.
Die erste Erleichterung an den Anleihemärkten der EU-Peripherie sei der Ernüchterung gewichen. Der Zinsvorsprung zehnjähriger spanischer (5,15%), italienischer (4,48%) und portugiesischer Bonds (6,05%) hätten sich am Ende gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 8, 10 bzw. 2 BP ausgeweitet. Im Tagesverlauf hätten sich die Spreads noch bis zu 30 Stellen ermäßigt. Staatspapiere aus Frankreich (2,22%) und Belgien (2,42%) hätten ihren Abstand zu Bunds um 3 BP ausgeweitet.
Im Vorfeld des Wahlergebnisses hätten sich die Investoren noch entspannt gezeigt und Italien über 4 Mrd. Euro geliehen. Die Rendite zweijähriger Anleihen im Volumen von 2,8 Mrd. Euro sei allerdings gegenüber der Emission im Januar von 1,43% auf 1,68% gestiegen. Der Härtetest folge jetzt am Mittwoch, wenn der Mittelmeerstaat eine neue zehnjährige BTP im Volumen von 3 bis 4 Mrd. Euro versteigern werde.
In diesem chaotischen Umfeld sei am Ende wieder Sicherheit Trumpf gewesen und deutsche Bundesanleihen hätten mit zunehmender Risikoaversion ihre Verluste mehr als wettgemacht. Am Ende hätten sie über alle Laufzeiten hinweg starke Kurgewinne verbucht.
Auch in USA hätten die Sorgen vor einem Ende der italienischen Reformbemühungen die Aktiennotierungen in den Keller geschickt. Im Gegenzug seien die Renditen für US-Treasuries kräftig gefallen und würden diese Tendenz auch heute in Fernost fortsetzen. Hinzu würden sich jenseits des Atlantiks aber sicherlich auch die zum Monatsende automatisch drohenden Ausgabenkürzungen in Höhe von 85 Mrd. USD gesellen.
Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (144,87) habe 87 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (127,35) und Schatz (110,665) seien 53 bzw. 9 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,45% gefallen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 141 BP ermäßigt. Zehnjährige US-Treasuries würden 12 BP niedriger bei 1,85% rentieren, der JGB-Future (144,92) lege 24 Stellen zu. Der Euro falle auf 1,3050 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl auf 92,50 US-Dollar.
Impulse erwarte man heute überwiegend aus dem US-Lager. Neben dem CaseShiller-Hauspreisindex (7% nach 3,65%) stünden Neubauverkäufe (380K/+3%), das Verbrauchervertrauen des Conference Board (62 nach 58,6) sowie der Richmond-FED-Herstellerindex (-3 nach -12) zur Veröffentlichung an. US-Notenbankchef Bernanke stehe heute dem Bankenausschuss im Senat Rede und Antwort zur Wahrungspolitik und Wirtschaftsentwicklung. Der Wahlausgang und die Frage nach einer Regierungsbildung in Italien dürften aber heute alle Konjunkturdaten überlagern.
Am Primärmarkt versteige Italien morgen BTPs im Volumen von 5 bis 7 Mrd. Euro. Neben einer neuen zehnjährigen BTP sei die Aufstockung dreieinhalbjähriger Titel geplant.
Das amerikanische Schatzamt offeriere heute fünfjährige Notes im Volumen von 35 Mrd. USD und morgen sieben jährige Notes im Volumen von 29 Mrd. USD.
Der EFSF habe das Mandat zur Begebung einer neuen dreijährige Benchmarkanleihe vergeben. (26.02.2013/alc/a/a)
Das Mitte-Links-Bündnis habe zwar das Abgeordnetenhaus knapp für sich entscheiden können, im Senat deute sich jedoch ein Patt an. Die internationalen Finanzmärkte hätten zunächst euphorisch auf einen möglichen Wahlsieg Bersanis reagiert, mit dem Comeback Berlusconis habe jedoch die Stimmung gekippt. Starke Gewinne für italienische Aktien und Staatsanleihen seien pulverisiert worden, die Furcht vor einer Unregierbarkeit des Landes mit allen Auswirkungen auf die Eurozone habe die internationalen Aktienbörsen auf Talfahrt geschickt. Auch der Euro sei in Mitleidenschaft gezogen worden und verliere kräftig.
Die erste Erleichterung an den Anleihemärkten der EU-Peripherie sei der Ernüchterung gewichen. Der Zinsvorsprung zehnjähriger spanischer (5,15%), italienischer (4,48%) und portugiesischer Bonds (6,05%) hätten sich am Ende gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 8, 10 bzw. 2 BP ausgeweitet. Im Tagesverlauf hätten sich die Spreads noch bis zu 30 Stellen ermäßigt. Staatspapiere aus Frankreich (2,22%) und Belgien (2,42%) hätten ihren Abstand zu Bunds um 3 BP ausgeweitet.
Im Vorfeld des Wahlergebnisses hätten sich die Investoren noch entspannt gezeigt und Italien über 4 Mrd. Euro geliehen. Die Rendite zweijähriger Anleihen im Volumen von 2,8 Mrd. Euro sei allerdings gegenüber der Emission im Januar von 1,43% auf 1,68% gestiegen. Der Härtetest folge jetzt am Mittwoch, wenn der Mittelmeerstaat eine neue zehnjährige BTP im Volumen von 3 bis 4 Mrd. Euro versteigern werde.
In diesem chaotischen Umfeld sei am Ende wieder Sicherheit Trumpf gewesen und deutsche Bundesanleihen hätten mit zunehmender Risikoaversion ihre Verluste mehr als wettgemacht. Am Ende hätten sie über alle Laufzeiten hinweg starke Kurgewinne verbucht.
Der Bund-Kontrakt (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (144,87) habe 87 Stellen zugelegt, Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (127,35) und Schatz (110,665) seien 53 bzw. 9 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,45% gefallen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 141 BP ermäßigt. Zehnjährige US-Treasuries würden 12 BP niedriger bei 1,85% rentieren, der JGB-Future (144,92) lege 24 Stellen zu. Der Euro falle auf 1,3050 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl auf 92,50 US-Dollar.
Impulse erwarte man heute überwiegend aus dem US-Lager. Neben dem CaseShiller-Hauspreisindex (7% nach 3,65%) stünden Neubauverkäufe (380K/+3%), das Verbrauchervertrauen des Conference Board (62 nach 58,6) sowie der Richmond-FED-Herstellerindex (-3 nach -12) zur Veröffentlichung an. US-Notenbankchef Bernanke stehe heute dem Bankenausschuss im Senat Rede und Antwort zur Wahrungspolitik und Wirtschaftsentwicklung. Der Wahlausgang und die Frage nach einer Regierungsbildung in Italien dürften aber heute alle Konjunkturdaten überlagern.
Am Primärmarkt versteige Italien morgen BTPs im Volumen von 5 bis 7 Mrd. Euro. Neben einer neuen zehnjährigen BTP sei die Aufstockung dreieinhalbjähriger Titel geplant.
Das amerikanische Schatzamt offeriere heute fünfjährige Notes im Volumen von 35 Mrd. USD und morgen sieben jährige Notes im Volumen von 29 Mrd. USD.
Der EFSF habe das Mandat zur Begebung einer neuen dreijährige Benchmarkanleihe vergeben. (26.02.2013/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,7282 € | 125,3577 € | 0,3705 € | +0,30% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
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