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Rentenmärkte: Anleger warten auf Zinssenkungen
07.03.24 15:31
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen in den USA und Deutschland sind in den letzten Tagen gesunken, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die T-Notes lägen aktuell bei 4,12% und die Bunds bei 2,34%. Dies deute auf eine zunehmende Schwäche in der US-Wirtschaft hin, da der ISM-Einkaufsmanager für den Dienstleistungssektor im Februar schwächeres Wachstum signalisiert habe und die Aufträge der Industrie im Januar stärker als erwartet gefallen seien. Zudem hätten die Arbeitsmarktdaten etwas enttäuscht. In Europa hätten die Inflationsdaten im Februar zwar für eine gewisse Entspannung gesorgt, aber die konjunkturelle Lage im Einzelhandel und der Industrie bleibe fragil.
Die Einzelhandelsumsätze seien im Januar im Euroraum um 0,1% MoM gestiegen und Deutschland habe eine Schrumpfung bei den Aufträgen für die Industrie verzeichnet. Die Eurozone leide weiterhin unter einer hohen Zinslast, und es werde nicht erwartet, dass die EZB heute (07.03.) die Zinsen senken werde. FED-Präsident Jerome Powell habe ebenfalls keine rasche Zinssenkung bei einer Anhörung im Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses signalisiert. HCOB Economics prognostiziere weiterhin, dass die erste Zinssenkung sowohl für die FED als auch für die EZB erst im Juni erfolgen werde.
Die US-Wirtschaft zeige weiterhin Robustheit, aber erste Anzeichen für eine Abschwächung seien offensichtlich. Insbesondere im Dienstleistungssektor, einem Hauptmotor des aktuellen Wachstums, würden sich erste Ermüdungserscheinungen zeigen. Unternehmen seien besorgt über steigende Preise, die schwierige Arbeitsmarktlage und geopolitische Unsicherheiten. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sei von einem Viermonatshoch von 53,4 im Januar auf 52,6 im Februar 2024 gesunken, was unter den erwarteten 53 gelegen habe.
Auch die Industrie, die in den USA bereits in einer schwächeren Position als der Dienstleistungssektor sei, habe einen Rückschlag verzeichnet. Die US-Auftragseingänge in der Industrie seien im Januar 2024 stärker als erwartet gefallen und hätten mit -3,6% MoM den größten Rückgang seit April 2020 verzeichnet, verglichen mit einem -0,3% im Dezember und den Markterwartungen von -2,9%.
Auch der grundsätzlich robuste Arbeitsmarkt habe eine leichte Schwäche gezeigt. Im Januar 2024 sei die Zahl der offenen Stellen um 26.000 auf 8,863 Millionen gesunken, den niedrigsten Stand seit drei Monaten und unterhalb des Marktkonsenses von 8,9 Millionen. Allerdings habe es eine etwas positivere Entwicklung bei den Kündigungen gegeben. Im Januar 2024 sei die Zahl der Kündigungen um 54.000 auf 3,385 Millionen gesunken, was unter der revidierten Zahl von 3,439 Millionen im Dezember gelegen habe und den niedrigsten Stand seit Januar 2021 erreicht habe. Die Kündigungsquote, die den Anteil freiwilliger Arbeitsabgänger an der Gesamtbeschäftigung messe, sei im Januar auf 2,1% gefallen, den niedrigsten Stand seit August 2020.
In der Eurozone sei die Inflation im Februar zwar zurückgegangen, die Erwartungen seien jedoch enttäuscht worden. Die Verbraucherpreisinflationsrate sei im Februar 2024 auf 2,6% im Vergleich zum Vorjahr gesunken, nach 2,8% im Vormonat, und über den Markterwartungen von 2,5%. Dies sei die niedrigste Inflation seit drei Monaten gewesen. Auch die Kerninflation sei zurückgegangen, auf 3,1% und damit den niedrigsten Stand seit März 2022. Dies habe aber ebenfalls über den Prognosen von 2,9% gelegen. Die Einzelhandelsumsätze im Euroraum seien im Januar 2024 im Vergleich zum Vormonat um magere 0,1% gestiegen, nach einem Rückgang um 0,6% im Dezember, was den Markterwartungen entsprochen habe.
Auf Jahresbasis seien die Einzelhandelsumsätze um 1,0% gesunken und hätten damit den 16. Monat in Folge einen Rückgang verzeichnet. Weiter habe es für Deutschland, als wichtigstes Industrieland, ernüchternde Zahlen im Verarbeitenden Gewerbe gegeben. Die Fabrikaufträge seien im Januar 2024 um 11,3% gegenüber dem Vormonat eingebrochen, was schlechter gewesen sei als die Marktprognosen eines Rückgangs um 6,0%. Im weniger volatilen 3-Monats-Vergleich sei der Auftragseingang von November 2023 bis Januar 2024 um 2,3% im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten gestiegen. Auf Jahresbasis seien die kalenderbereinigten Fabrikaufträge im Januar um 6% gesunken, im Vergleich zum vorherigen Anstieg von 6,6%. Die Exporte hingegen hätten sich im Januar etwas freundlicher entwickelt, sie seien im Vormonatsvergleich um 6,3% gestiegen.
Alle Augen seien heute auf das Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) gerichtet. Es werde erwartet, dass die EZB die Zinssätze zum vierten Mal in Folge auf dem Stand von 4% (Einlagenzinssatz) bzw. 4,5% (Hauptrefinanzierungssatz) belassen werde. Diese Entscheidung werde vor dem Hintergrund der Sorge über eine mögliche Rezession und einer weiterhin sinkenden Inflation getroffen. Präsidentin Lagarde werde voraussichtlich betonen, dass weitere Beweise für die Stabilisierung der Inflation und eine Verlangsamung des Lohnwachstums erforderlich seien, bevor Änderungen in der Geldpolitik in Betracht gezogen würden.
Die US-Notenbank halte die Finanzmärkte hinsichtlich der erwarteten Zinswende weiter in Spannung. FED-Chef Jerome Powell habe vor einem Kongressausschuss erklärt, dass obwohl die Inflation spürbar nachgelassen habe, es noch nicht sicher sei, dass sie das Ziel der FED von 2 Prozent erreichen werde. Die Währungshüter würden mehr Vertrauen in einen nachhaltigen Rückgang der Inflation benötigen, bevor sie eine Senkung der Leitzinsen in Betracht ziehen könnten. Die Finanzmärkte würden eine erste Zinssenkung der EZB im Juni und der FED im Juli prognostizieren. HCOB Economics gehe ebenfalls von einer ersten Zinssenkung sowohl der FED als auch der EZB im Juni aus.
Datenseitig richte sich die Aufmerksamkeit auf die US-Arbeitsmarktdaten (8.3.). Nach einem überraschend starken Januar werde auch für Februar eine robuste Arbeitsmarktentwicklung erwartet. Des Weiteren würden die Inflationsdaten (12.3.) erwartet, die die FED vor ihrem März-Meeting besonders interessieren dürften. Obwohl die Inflation in den USA zurückgehe, bleibe sie weiterhin deutlich unter dem Zielwert von 2 Prozent. Das HCOB Nowcast der Analysten prognostiziere für Februar einen leichten Rückgang der Inflationsrate von 3,1% auf 3,0% im Jahresvergleich. Auch die Einzelhandelsdaten (14.3.) seien von Bedeutung. Nach einem Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Januar werde im Februar ein stabilisiertes Wachstum von 0,3% im Monatsvergleich erwartet.
In Deutschland richte sich der Fokus auf die Industrieproduktion (8.3.). Nach einem Rückgang um 3% im Dezember werde im Januar vorerst keine Verbesserung erwartet, wie auch die kürzlich veröffentlichten HCOB PMI Zahlen für die Industrie nahelegen würden. Die ZEW-Konjunkturerwartungen (19.3.) für Deutschland seien im Februar den siebten Monat in Folge auf +19,9 gestiegen und hätten damit den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht, was die Markterwartungen übertroffen habe. Im März dürfte dieser Trend leicht anhalten. Jedoch sollten diese Zahlen nicht als Entwarnung für die deutsche Wirtschaft interpretiert werden. (07.03.2024/alc/a/a)
Die T-Notes lägen aktuell bei 4,12% und die Bunds bei 2,34%. Dies deute auf eine zunehmende Schwäche in der US-Wirtschaft hin, da der ISM-Einkaufsmanager für den Dienstleistungssektor im Februar schwächeres Wachstum signalisiert habe und die Aufträge der Industrie im Januar stärker als erwartet gefallen seien. Zudem hätten die Arbeitsmarktdaten etwas enttäuscht. In Europa hätten die Inflationsdaten im Februar zwar für eine gewisse Entspannung gesorgt, aber die konjunkturelle Lage im Einzelhandel und der Industrie bleibe fragil.
Die Einzelhandelsumsätze seien im Januar im Euroraum um 0,1% MoM gestiegen und Deutschland habe eine Schrumpfung bei den Aufträgen für die Industrie verzeichnet. Die Eurozone leide weiterhin unter einer hohen Zinslast, und es werde nicht erwartet, dass die EZB heute (07.03.) die Zinsen senken werde. FED-Präsident Jerome Powell habe ebenfalls keine rasche Zinssenkung bei einer Anhörung im Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses signalisiert. HCOB Economics prognostiziere weiterhin, dass die erste Zinssenkung sowohl für die FED als auch für die EZB erst im Juni erfolgen werde.
Die US-Wirtschaft zeige weiterhin Robustheit, aber erste Anzeichen für eine Abschwächung seien offensichtlich. Insbesondere im Dienstleistungssektor, einem Hauptmotor des aktuellen Wachstums, würden sich erste Ermüdungserscheinungen zeigen. Unternehmen seien besorgt über steigende Preise, die schwierige Arbeitsmarktlage und geopolitische Unsicherheiten. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sei von einem Viermonatshoch von 53,4 im Januar auf 52,6 im Februar 2024 gesunken, was unter den erwarteten 53 gelegen habe.
Auch die Industrie, die in den USA bereits in einer schwächeren Position als der Dienstleistungssektor sei, habe einen Rückschlag verzeichnet. Die US-Auftragseingänge in der Industrie seien im Januar 2024 stärker als erwartet gefallen und hätten mit -3,6% MoM den größten Rückgang seit April 2020 verzeichnet, verglichen mit einem -0,3% im Dezember und den Markterwartungen von -2,9%.
In der Eurozone sei die Inflation im Februar zwar zurückgegangen, die Erwartungen seien jedoch enttäuscht worden. Die Verbraucherpreisinflationsrate sei im Februar 2024 auf 2,6% im Vergleich zum Vorjahr gesunken, nach 2,8% im Vormonat, und über den Markterwartungen von 2,5%. Dies sei die niedrigste Inflation seit drei Monaten gewesen. Auch die Kerninflation sei zurückgegangen, auf 3,1% und damit den niedrigsten Stand seit März 2022. Dies habe aber ebenfalls über den Prognosen von 2,9% gelegen. Die Einzelhandelsumsätze im Euroraum seien im Januar 2024 im Vergleich zum Vormonat um magere 0,1% gestiegen, nach einem Rückgang um 0,6% im Dezember, was den Markterwartungen entsprochen habe.
Auf Jahresbasis seien die Einzelhandelsumsätze um 1,0% gesunken und hätten damit den 16. Monat in Folge einen Rückgang verzeichnet. Weiter habe es für Deutschland, als wichtigstes Industrieland, ernüchternde Zahlen im Verarbeitenden Gewerbe gegeben. Die Fabrikaufträge seien im Januar 2024 um 11,3% gegenüber dem Vormonat eingebrochen, was schlechter gewesen sei als die Marktprognosen eines Rückgangs um 6,0%. Im weniger volatilen 3-Monats-Vergleich sei der Auftragseingang von November 2023 bis Januar 2024 um 2,3% im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten gestiegen. Auf Jahresbasis seien die kalenderbereinigten Fabrikaufträge im Januar um 6% gesunken, im Vergleich zum vorherigen Anstieg von 6,6%. Die Exporte hingegen hätten sich im Januar etwas freundlicher entwickelt, sie seien im Vormonatsvergleich um 6,3% gestiegen.
Alle Augen seien heute auf das Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) gerichtet. Es werde erwartet, dass die EZB die Zinssätze zum vierten Mal in Folge auf dem Stand von 4% (Einlagenzinssatz) bzw. 4,5% (Hauptrefinanzierungssatz) belassen werde. Diese Entscheidung werde vor dem Hintergrund der Sorge über eine mögliche Rezession und einer weiterhin sinkenden Inflation getroffen. Präsidentin Lagarde werde voraussichtlich betonen, dass weitere Beweise für die Stabilisierung der Inflation und eine Verlangsamung des Lohnwachstums erforderlich seien, bevor Änderungen in der Geldpolitik in Betracht gezogen würden.
Die US-Notenbank halte die Finanzmärkte hinsichtlich der erwarteten Zinswende weiter in Spannung. FED-Chef Jerome Powell habe vor einem Kongressausschuss erklärt, dass obwohl die Inflation spürbar nachgelassen habe, es noch nicht sicher sei, dass sie das Ziel der FED von 2 Prozent erreichen werde. Die Währungshüter würden mehr Vertrauen in einen nachhaltigen Rückgang der Inflation benötigen, bevor sie eine Senkung der Leitzinsen in Betracht ziehen könnten. Die Finanzmärkte würden eine erste Zinssenkung der EZB im Juni und der FED im Juli prognostizieren. HCOB Economics gehe ebenfalls von einer ersten Zinssenkung sowohl der FED als auch der EZB im Juni aus.
Datenseitig richte sich die Aufmerksamkeit auf die US-Arbeitsmarktdaten (8.3.). Nach einem überraschend starken Januar werde auch für Februar eine robuste Arbeitsmarktentwicklung erwartet. Des Weiteren würden die Inflationsdaten (12.3.) erwartet, die die FED vor ihrem März-Meeting besonders interessieren dürften. Obwohl die Inflation in den USA zurückgehe, bleibe sie weiterhin deutlich unter dem Zielwert von 2 Prozent. Das HCOB Nowcast der Analysten prognostiziere für Februar einen leichten Rückgang der Inflationsrate von 3,1% auf 3,0% im Jahresvergleich. Auch die Einzelhandelsdaten (14.3.) seien von Bedeutung. Nach einem Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Januar werde im Februar ein stabilisiertes Wachstum von 0,3% im Monatsvergleich erwartet.
In Deutschland richte sich der Fokus auf die Industrieproduktion (8.3.). Nach einem Rückgang um 3% im Dezember werde im Januar vorerst keine Verbesserung erwartet, wie auch die kürzlich veröffentlichten HCOB PMI Zahlen für die Industrie nahelegen würden. Die ZEW-Konjunkturerwartungen (19.3.) für Deutschland seien im Februar den siebten Monat in Folge auf +19,9 gestiegen und hätten damit den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht, was die Markterwartungen übertroffen habe. Im März dürfte dieser Trend leicht anhalten. Jedoch sollten diese Zahlen nicht als Entwarnung für die deutsche Wirtschaft interpretiert werden. (07.03.2024/alc/a/a)


