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Renten: Ein politisch heißer Herbst ist vorprogrammiert
28.08.15 11:57
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Infolge der Niedrigzinspolitik der Notenbanken in Euroland, Großbritannien, Japan, der Schweiz und den USA leiden neben den vielen Privatanlegern insbesondere die Kapitalsammelstellen unter den noch zu erzielenden Renditen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Lediglich über eine erhöhte Risikobereitschaft in puncto Währung, Bonität der Emittenten oder nachrangiger Besicherung der Bonds sei theoretisch ein Ausgleich der Minderrendite möglich. Doch dazu fehle vielen Managern und Privatanlegern der Mut, und das sei auch nachvollziehbar. Somit hätten bereits vor Jahren Versicherungen und Pensionskassen nach anderen Wegen aus der Zinsfalle gesucht. So seien zum Beispiel Versicherer auf anderen Feldern wie Immobilien, erneuerbaren Energien und Infrastrukturprojekten aktiv geworden.
Aber auch die Investition in Anleihen mit längeren Laufzeiten sei entgegen den bisherigen Gepflogenheiten fast zur Regel geworden. Gepaart mit einer Erhöhung der Aktienquote sei diese Rechnung in den vergangenen Jahren zumeist aufgegangen. Ein Land, das bereits seit Jahren in der Krise stecke, nämlich Japan, habe seit Jahresbeginn die Aktie als "Allheilmittel" entdeckt, um die Rendite seiner Pensionskasse zu erhöhen. Deshalb seien die Anlagerichtlinien für die einzelnen Assetklassen bereits im Vorjahr angepasst worden.
So dürften z.B. in Japan inzwischen 50% in Aktien (ausländische und japanische) investiert werden. Vorher seien lediglich 24% erlaubt gewesen. In diesem Zusammenhang sei auch beschlossen worden, dass nach 60% jetzt nur noch 35% in inländische Anleihen und anstelle von 11% jetzt 15% in ausländische Anleihen investiert werden dürften. Auf dieser Basis sei Hiromichi Mizuno mit der Aufgabe betraut worden, den öffentlichen Pensionsfonds Japans neu auszurichten. In der Folgezeit sei diese Rechnung auch kurzzeitig aufgegangen. Aber im Zuge der jüngsten Turbulenzen an den Kapitalmärkten sei vielen Beteiligten das Risiko wieder bewusst geworden.
Dass auch andere Staaten die Erhöhung der Aktienquote bei Pensionsfonds als Geheimwaffe zur Bekämpfung von Marktverwerfungen ansehen würden, sei in den vergangenen Tagen deutlich geworden, als China den Pensionsfonds erstmals Investitionen am Aktienmarkt gestattet habe. So dürften Rentenfonds inzwischen 30% ihrer Nettovermögen in chinesischen Aktien, Aktien- und Mischfonds halten. Vorher sei das verboten gewesen.
Dadurch komme es zwar kurzfristig zu Stützungskäufen an den Aktienmärkten, aber ob die deutlich reduzierten Kurse eine werthaltige Anlage darstellen würden, könne jetzt noch nicht final beantwortet werden. Es werde also weltweit mit den Geldern der zukünftigen Generationen das fehlgeleitete Spekulationsverhalten der Menschen von heute abgemildert. Es sei somit nicht auszuschließen, dass bereits in wenigen Jahren das Verhalten der Notenbanker und der Politiker als verantwortungslos gegenüber den kommenden Generationen bezeichnet werde.
Habe man sich in den vergangenen Monaten an den Finanzmärkten immer wieder nur mit Griechenland beschäftigt, so hätten viele Investoren endlich realisiert, dass die Probleme rund um Athen winzig seien im Vergleich zu den anderen Baustellen weltweit. Politiker würden sich zwar mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigen, wie dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, dem IS-Terror, der neuen Form der Völkerwanderung sowie der Konjunkturentwicklung in den Industrie- und Schwellenländern, die auch zu Verwerfungen an den Rohstoff- und Devisenmärkten führen würden.
Wie schwerwiegend die Probleme derzeit seien, könne man an den Maßnahmen der chinesischen Notenbank, der People's Bank of China (PBoC), erkennen, die seit November des vergangenen Jahres bereits zum fünften Mal die Zinsen (Ausleihsatz minus 25 Prozentpunkte auf 4,6%, Einlagesatz minus 25 Prozentpunkte auf 1,75%) und zum dritten Mal den Mindestreservesatz auf nunmehr 18% gesenkt habe. Dass solche Maßnahmen ergriffen würden, während die chinesische Notenbank mit 7% Wachstum die seit 25 Jahren niedrigste Rate anpeile, sei nach westlichen Maßstäben schon ungewöhnlich.
Dies verdeutliche allerdings die Wichtigkeit Chinas als Gradmesser der weltweiten konjunkturellen Entwicklung. Nach den wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Russland und den dadurch fehlenden Handelsaktivitäten sei nun mit China der nächste Handelspartner abhandengekommen. Das habe weitreichende Konsequenzen für exportierende Unternehmen und dass dadurch die Nachfrage nach Rohstoffen rückläufig sein werde, verstehe sich von selbst.
Diese Mischung aus Ängsten vor einer deutlichen Abschwächung der Weltkonjunktur, der nur vorübergehend gelösten Griechenlandkrise, der politischen Schwäche in Europa und der weiteren US-Geldpolitik sind und waren der Nährboden für Finanzmärkte, die sich im Schleudertest behaupten mussten, so die Analysten der Baader Bank. Wie blank die Nerven vieler Investoren gelegen hätten, habe auch die Tatsache verdeutlicht, dass zum Wochenauftakt an der Chicago Board Options Exchange der Volatility Index (VIX), der sogenannte Angstindex, in den ersten 30 Minuten nicht zu ermitteln gewesen sei. Alle Märkte seien im Ausnahmezustand gewesen und alle Börsianer hätten unter Schwindel infolge eines Schleudertraumas gelitten.
Bereits am vergangenen Freitag habe sich die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zu ihrer Bonitätsbewertung für den europäischen Rettungsfonds European Financial Stability Facility (EFSF) geäußert. Hierbei sei die bisherige Einstufung mit "AA" bestätigt worden. Dies sei der Verdienst der mit mindestens "AA" bewerteten Staaten, die entsprechende Garantien abgegeben hätten, habe die Ratingagentur ihre Entscheidung begründet. Gleichzeitig habe sie auch auf die Tatsache verwiesen, dass die Bewertung nicht von der Bonität der Schuldner wie Griechenland, Irland und Portugal belastet werde.
Dass dennoch ein negativer Ausblick bescheinigt worden sei, sei alleine dem negativen Ausblick des zweitgrößten Garanten des EFSF, Frankreich, zu "verdanken". Somit stelle die Haushaltspolitik Frankreichs eine Last für das Rating des EFSF dar und lasse die Gedankenspiele der französischen Regierung nach Steuererleichterungen für ihre Bürger nochmals in einem anderen Licht erscheinen.
Nach den gescheiterten Versuchen einer Regierungsneubildung in Griechenland sei für den heutigen Donnerstag mit der Ansetzung von Neuwahlen zu rechnen. Am 20. September solle dann - inzwischen zum dritten Mal in diesem Jahr - die Meinung der Bevölkerung ausgezählt werden. Der jetzige Ministerpräsident Alexis Tsipras rechne sich zwar große Chancen aus, die neue Regierung zu führen, aber ob ihm Teile der Bevölkerung sein Wechselspiel von "OXI" zu "NAI" verzeihen würden, bleibe abzuwarten. Ob er also sein Ziel, die absolute Mehrheit, verfehlen werde oder er von den Bonus-Stimmen profitieren könne, hänge nicht zuletzt vom Scheitern anderer Parteien an der Drei-Prozent-Hürde ab.
Dies sei aber nur die eine Sicht der Dinge. Die andere werde sein, ob die neue Regierung willens und in der Lage sei, die Reformen in Griechenland so umzusetzen, dass keine neuen Konflikte entstünden. Auch hierbei gebe es zwei Lager, mit denen es zu Problemen kommen könnte. Erstens mit der eigenen Bevölkerung und zweitens mit den europäischen Geldgebern.
Die Situation um Griechenland habe sich zwar mit der Überweisung der ersten Tranche nach Athen beruhigt, aber das könne sich jederzeit wieder ändern. Denn die Erfahrung der Vergangenheit hat uns gelehrt, dass die Griechen immer nur soweit den Weg mitgehen wie es unbedingt notwendig ist, so die Analysten der Baader Bank. Alle weiteren Schritte bedürften eines hohen Maßes an Überzeugungskraft (Geld) und das Wesen des Griechen erinnere an die Eigenart eines in Griechenland sehr weit verbreiteten Haustieres.
Die Wahl in Griechenland sei aber nur ein erster Schritt in einen heißen Herbst in Euroland. Kurz darauf, nämlich am 4. Oktober, werde in Portugal gewählt. Die Wahl in Spanien sei noch nicht exakt terminiert. Lediglich sei als Zeitraum der Herbst 2015 angedacht.
Bis spätestens zum 1. Januar 2016 müssten die neuen "Bail-in"-Regulierungen in allen EU-Mitgliedsstaaten vollständig umgesetzt werden. Dies schreibe die Bankenabwicklungs-Richtlinie (Bank Recovery and Resolution Directive) vor. Diese Regelung solle sicherstellen, dass bei Bankausfällen Anteilseigner, Gläubiger und Sparer zur Kasse gebeten würden.
In der Vergangenheit sei diese Regelung sehr unterschiedlich angewandt worden. So hätten die Finanzminister der Eurozone bei ihrem letzten Treffen vor ca. zwei Wochen beschlossen, dass Aktionäre und sowohl vor- als auch nachrangig besicherte Anleihegläubiger bei der griechischen Bankensanierung beteiligt würden. Hingegen seien Bankkunden mit unbesicherten Einlagen, dazu würden auch Sparguthaben von Privathaushalten über 100.000 EUR und Unternehmenskonten zählen, verschont worden.
Diese Ausnahme gegenüber der Zypern-Rettung im Jahre 2013 hätten die Menschen in Griechenland dem EZB-Präsidenten Mario Draghi zu verdanken. Zu diesem Schritt habe man sich veranlasst gesehen, um weitere Turbulenzen zu vermeiden. Denn noch Mitte Juni sei den griechischen Banken von der Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, bescheinigt worden, solvent und liquide zu sein. In diesem Zusammenhang sei auch ein Sonderlob an die griechischen Aufseher ausgesprochen worden, die in ihren Augen in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet hätten. Diese Blöße habe man sich anscheinend nicht geben wollen und somit sei kurzerhand die Ausnahme kommuniziert worden. Eine solche Ungleichbehandlung zeuge von einer politischen Schlagkraft Griechenlands, die man diesem Land nicht zugetraut hätte.
Es werde also Zeit, dass einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen würden. Denn 2008 seien noch nahezu alle Banken zu Lasten der Steuerzahler gerettet worden. 2012 in Spanien wurden bereits Aktionäre und nachrangige Gläubiger in die Pflicht genommen und es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch vorrangige Anleiheeigner zur Kassen gebeten werden, so die Analysten der Baader Bank. 2013 in Zypern sei dann erstmals ein Tabu gefallen, denn bisher hätten unbesicherte Einlagen in der Währungsunion als sicher gegolten. 2015 nun wieder die Rolle rückwärts. Mancher griechische Zypriot denke sich jetzt sicherlich, dass es besser gewesen wäre, sein Geld in Griechenland und nicht bei einer griechischen Bank auf Zypern einzuzahlen.
Aus den vergangenen Jahren seien die Investoren es bereits gewohnt, dass in den Sommermonaten die Primärmärkte austrocknen würden und der Regen in Form von neuen Corporate Bonds auf sich warten lasse. In diesem Jahr könne dies allerdings mehrere Gründe haben. Zum einen lägen in der aktuellen Marktverfassung Erfolg und Misserfolg einer neuen Emission sehr eng beieinander. Zur falschen Zeit eine Anleihe zu begeben, könne im Fiasko enden. Somit könnte die Volatilität der Märkte ein Grund für die derzeitige Ruhe am Primärmarkt sein, aber da das Auflegen von neuen Anleihen eine gewisse Planungszeit für Transaktionen voraussetze, dürfe gerätselt werden, ob nicht auch andere Gründe für die Zurückhaltung bei der Refinanzierung der Unternehmen verantwortlich seien.
Diesem Umstand zum Trotz habe sich die Bank Nederlandse Gemeenten mit der Emission eines Financials an dem Kapitalmarkt aktiv gezeigt. So habe das niederländische Finanzinstitut einen siebenjährigen Bond (ISIN XS1280394229 / WKN A1Z5Q1) im Volumen von 1,75 Mrd. EUR begeben. Das Papier zahle den Investoren einen jährlichen Kupon von 0,5%, der während der gesamten Laufzeit bis zum 26.08.2022 nicht verändert werde. Die Anleihe sei mit - 6 bps unter Mid Swap emittiert worden, was einen Emissionspreis von 99,419% ergeben habe. Das Papier sei mit einer Stückelung von 1.000 EUR begeben worden, was die Bedürfnisse der Privatanleger berücksichtige.
In wenigen Tagen werde das 182. Münchner Oktoberfest eröffnet und dabei werde von den Besuchern auch manches Fahrgeschäft getestet. Doch das was Rentenhändlern in dieser Handelswoche geboten worden sei, könnten Schausteller beim größten Volksfest der Welt nicht nachstellen. Jede Position sei zum Höllenritt geworden, bestehend aus Achterbahn mit Looping, Sky Fall, Höllenblitz, Power Tower, Cyber Space und Frisbee. Und das alles zum gleichen Zeitpunkt!
Wie lange diese Turbulenzen noch anhalten würden, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber eines sei klar, der Rentenmarkt sei mit einer verdorrten Wiese zu vergleichen. Bei langsamer Bewässerung sei alles bestens, aber wenn starke Regenmassen aufgenommen werden sollten, dann sei das nicht möglich. So würde es auch am Rentenmarkt sein und davor hätten alle Marktteilnehmer Angst. Noch zu tief sitze den Börsianern der Schock in den Knochen, als innerhalb weniger Wochen die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe von 0,07% auf fast 1% katapultiert worden sei.
Vor diesem Hintergrund werde zur besseren Markteinschätzung die Charttechnik bemüht. Dort zeichne sich ein erster Widerstand bei ca. 154,54% (mehrere Tiefs im August) ab und als erste nennenswerte Unterstützungslinie sei das Tief vom 5. August bei 152,91% auszumachen. Bei Durchbrechen dieser Linie sei ein Test der alten Lows bei 150,02 (Tief vom 13.07.) und bei 148,23% (Tief vom 10.06.) nicht auszuschließen. Denn die niedrigen Renditen würden auf dem Ankaufprogramm der EZB basieren. Und das sei auch nur auf dosierte Verkäufe ausgelegt.
In Euroland melde sich in dieser Handelswoche lediglich Italien zu Wort, um von Investoren ca. 8 Mrd. EUR einzusammeln. Hierzu sei am gestrigen Mittwoch eine zweijährige Nullkuponanleihe im Volumen von 3 Mrd. EUR begeben worden und am Freitag würden zum Wochenschluss diverse Anleihen mit Endfälligkeiten in 2020, 2022 und 2025 am Markt platziert. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass Italienische Staatsanleihen auch weiterhin an deutschen Börsen aus steuerlichen Gründen nicht handelbar seien.
In den USA hingegen hätten die Anleger die Qual der Wahl gehabt. Neben Geldmarkttiteln im Volumen von 88 Mrd. USD seien 2-Jahre-T-Notes im Volumen von 26 Mrd. USD und 13 Mrd. USD als 2-Jahre-FRN-T-Notes sowie T-Notes für 35 Mrd. USD mit einer Laufzeit von 5 Jahren und 29 Mrd. USD für 7 Jahre angeboten worden. Somit hätten nominal insgesamt 191 Mrd. USD in den USA investiert werden können.
Eine Kalenderwoche habe sieben Tage, was 168 Stunden oder 10.080 Minuten oder sogar 604.800 Sekunden entspreche. Jede dieser Stunden, Minuten und gar Sekunden sei in den vergangenen Tagen vom Trubel an den internationalen Finanzmärkten geprägt gewesen.
Die Turbulenzen an Chinas Börsen hätten die Märkte weltweit aus dem Gleichgewicht gebracht und für Unsicherheit und Nervosität bei jedem einzelnen Marktteilnehmer gesorgt. Der Devisenmarkt habe auf die Kurskapriolen an den chinesischen Märkten mit gewaltigen Kurssprüngen bei diversen Währungen reagiert. Sorgen und Befürchtungen vor einem Konjunktureinbruch im Reich der Mitte hätten erneut Spekulationen auf eine spätere Zinswende in den USA entfacht. Dies habe bei der Gemeinschaftswährung für ein wahres Kursfeuerwerk gesorgt.
So sei der Euro am Montag in der Spitze bis auf 1,1711 USD gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt am 15. Januar 2015 notiert. An diesem Tag habe damals die Schweizer Notenbank die Märkte geschockt, als sie unerwartet die Abkehr vom Euro-Mindestkurs gegenüber dem Schweizer Franken verkündet habe. In den folgenden Monaten sei die Einheitswährung gewaltig abgerutscht. Mit 1,0456 USD (15.03.) habe der Euro sein bisheriges Jahrestief erreicht. Aktuell scheine der Greenback wieder zu Kräften zu kommen und so notiere der Euro zur Stunde bei 1,1341 USD.
Die aktuellen Verwerfungen an den Märkten hätten natürlich auch bei anderen Währungen für Abwertungsdruck gesorgt, denn der Euro sei durch diese Ereignisse zur alternativen Weltleitwährung mutiert. So sei zum Beispiel der Australische Dollar gewaltig unter Druck geraten, was den Euro auf ein neues 6-Jahres-Hoch bei 1,6323 AUD katapultiert habe.
Im Fokus der Privatanleger hätten Fremdwährungsanleihen auf Australische Dollar, US-Dollar, Türkische Lira sowie Brasilianische Real gestanden.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (Ausgabe vom 27.08.2015) (28.08.2015/alc/a/a)
Lediglich über eine erhöhte Risikobereitschaft in puncto Währung, Bonität der Emittenten oder nachrangiger Besicherung der Bonds sei theoretisch ein Ausgleich der Minderrendite möglich. Doch dazu fehle vielen Managern und Privatanlegern der Mut, und das sei auch nachvollziehbar. Somit hätten bereits vor Jahren Versicherungen und Pensionskassen nach anderen Wegen aus der Zinsfalle gesucht. So seien zum Beispiel Versicherer auf anderen Feldern wie Immobilien, erneuerbaren Energien und Infrastrukturprojekten aktiv geworden.
Aber auch die Investition in Anleihen mit längeren Laufzeiten sei entgegen den bisherigen Gepflogenheiten fast zur Regel geworden. Gepaart mit einer Erhöhung der Aktienquote sei diese Rechnung in den vergangenen Jahren zumeist aufgegangen. Ein Land, das bereits seit Jahren in der Krise stecke, nämlich Japan, habe seit Jahresbeginn die Aktie als "Allheilmittel" entdeckt, um die Rendite seiner Pensionskasse zu erhöhen. Deshalb seien die Anlagerichtlinien für die einzelnen Assetklassen bereits im Vorjahr angepasst worden.
So dürften z.B. in Japan inzwischen 50% in Aktien (ausländische und japanische) investiert werden. Vorher seien lediglich 24% erlaubt gewesen. In diesem Zusammenhang sei auch beschlossen worden, dass nach 60% jetzt nur noch 35% in inländische Anleihen und anstelle von 11% jetzt 15% in ausländische Anleihen investiert werden dürften. Auf dieser Basis sei Hiromichi Mizuno mit der Aufgabe betraut worden, den öffentlichen Pensionsfonds Japans neu auszurichten. In der Folgezeit sei diese Rechnung auch kurzzeitig aufgegangen. Aber im Zuge der jüngsten Turbulenzen an den Kapitalmärkten sei vielen Beteiligten das Risiko wieder bewusst geworden.
Dass auch andere Staaten die Erhöhung der Aktienquote bei Pensionsfonds als Geheimwaffe zur Bekämpfung von Marktverwerfungen ansehen würden, sei in den vergangenen Tagen deutlich geworden, als China den Pensionsfonds erstmals Investitionen am Aktienmarkt gestattet habe. So dürften Rentenfonds inzwischen 30% ihrer Nettovermögen in chinesischen Aktien, Aktien- und Mischfonds halten. Vorher sei das verboten gewesen.
Dadurch komme es zwar kurzfristig zu Stützungskäufen an den Aktienmärkten, aber ob die deutlich reduzierten Kurse eine werthaltige Anlage darstellen würden, könne jetzt noch nicht final beantwortet werden. Es werde also weltweit mit den Geldern der zukünftigen Generationen das fehlgeleitete Spekulationsverhalten der Menschen von heute abgemildert. Es sei somit nicht auszuschließen, dass bereits in wenigen Jahren das Verhalten der Notenbanker und der Politiker als verantwortungslos gegenüber den kommenden Generationen bezeichnet werde.
Habe man sich in den vergangenen Monaten an den Finanzmärkten immer wieder nur mit Griechenland beschäftigt, so hätten viele Investoren endlich realisiert, dass die Probleme rund um Athen winzig seien im Vergleich zu den anderen Baustellen weltweit. Politiker würden sich zwar mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigen, wie dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, dem IS-Terror, der neuen Form der Völkerwanderung sowie der Konjunkturentwicklung in den Industrie- und Schwellenländern, die auch zu Verwerfungen an den Rohstoff- und Devisenmärkten führen würden.
Wie schwerwiegend die Probleme derzeit seien, könne man an den Maßnahmen der chinesischen Notenbank, der People's Bank of China (PBoC), erkennen, die seit November des vergangenen Jahres bereits zum fünften Mal die Zinsen (Ausleihsatz minus 25 Prozentpunkte auf 4,6%, Einlagesatz minus 25 Prozentpunkte auf 1,75%) und zum dritten Mal den Mindestreservesatz auf nunmehr 18% gesenkt habe. Dass solche Maßnahmen ergriffen würden, während die chinesische Notenbank mit 7% Wachstum die seit 25 Jahren niedrigste Rate anpeile, sei nach westlichen Maßstäben schon ungewöhnlich.
Dies verdeutliche allerdings die Wichtigkeit Chinas als Gradmesser der weltweiten konjunkturellen Entwicklung. Nach den wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Russland und den dadurch fehlenden Handelsaktivitäten sei nun mit China der nächste Handelspartner abhandengekommen. Das habe weitreichende Konsequenzen für exportierende Unternehmen und dass dadurch die Nachfrage nach Rohstoffen rückläufig sein werde, verstehe sich von selbst.
Diese Mischung aus Ängsten vor einer deutlichen Abschwächung der Weltkonjunktur, der nur vorübergehend gelösten Griechenlandkrise, der politischen Schwäche in Europa und der weiteren US-Geldpolitik sind und waren der Nährboden für Finanzmärkte, die sich im Schleudertest behaupten mussten, so die Analysten der Baader Bank. Wie blank die Nerven vieler Investoren gelegen hätten, habe auch die Tatsache verdeutlicht, dass zum Wochenauftakt an der Chicago Board Options Exchange der Volatility Index (VIX), der sogenannte Angstindex, in den ersten 30 Minuten nicht zu ermitteln gewesen sei. Alle Märkte seien im Ausnahmezustand gewesen und alle Börsianer hätten unter Schwindel infolge eines Schleudertraumas gelitten.
Bereits am vergangenen Freitag habe sich die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zu ihrer Bonitätsbewertung für den europäischen Rettungsfonds European Financial Stability Facility (EFSF) geäußert. Hierbei sei die bisherige Einstufung mit "AA" bestätigt worden. Dies sei der Verdienst der mit mindestens "AA" bewerteten Staaten, die entsprechende Garantien abgegeben hätten, habe die Ratingagentur ihre Entscheidung begründet. Gleichzeitig habe sie auch auf die Tatsache verwiesen, dass die Bewertung nicht von der Bonität der Schuldner wie Griechenland, Irland und Portugal belastet werde.
Dass dennoch ein negativer Ausblick bescheinigt worden sei, sei alleine dem negativen Ausblick des zweitgrößten Garanten des EFSF, Frankreich, zu "verdanken". Somit stelle die Haushaltspolitik Frankreichs eine Last für das Rating des EFSF dar und lasse die Gedankenspiele der französischen Regierung nach Steuererleichterungen für ihre Bürger nochmals in einem anderen Licht erscheinen.
Nach den gescheiterten Versuchen einer Regierungsneubildung in Griechenland sei für den heutigen Donnerstag mit der Ansetzung von Neuwahlen zu rechnen. Am 20. September solle dann - inzwischen zum dritten Mal in diesem Jahr - die Meinung der Bevölkerung ausgezählt werden. Der jetzige Ministerpräsident Alexis Tsipras rechne sich zwar große Chancen aus, die neue Regierung zu führen, aber ob ihm Teile der Bevölkerung sein Wechselspiel von "OXI" zu "NAI" verzeihen würden, bleibe abzuwarten. Ob er also sein Ziel, die absolute Mehrheit, verfehlen werde oder er von den Bonus-Stimmen profitieren könne, hänge nicht zuletzt vom Scheitern anderer Parteien an der Drei-Prozent-Hürde ab.
Dies sei aber nur die eine Sicht der Dinge. Die andere werde sein, ob die neue Regierung willens und in der Lage sei, die Reformen in Griechenland so umzusetzen, dass keine neuen Konflikte entstünden. Auch hierbei gebe es zwei Lager, mit denen es zu Problemen kommen könnte. Erstens mit der eigenen Bevölkerung und zweitens mit den europäischen Geldgebern.
Die Situation um Griechenland habe sich zwar mit der Überweisung der ersten Tranche nach Athen beruhigt, aber das könne sich jederzeit wieder ändern. Denn die Erfahrung der Vergangenheit hat uns gelehrt, dass die Griechen immer nur soweit den Weg mitgehen wie es unbedingt notwendig ist, so die Analysten der Baader Bank. Alle weiteren Schritte bedürften eines hohen Maßes an Überzeugungskraft (Geld) und das Wesen des Griechen erinnere an die Eigenart eines in Griechenland sehr weit verbreiteten Haustieres.
Die Wahl in Griechenland sei aber nur ein erster Schritt in einen heißen Herbst in Euroland. Kurz darauf, nämlich am 4. Oktober, werde in Portugal gewählt. Die Wahl in Spanien sei noch nicht exakt terminiert. Lediglich sei als Zeitraum der Herbst 2015 angedacht.
Bis spätestens zum 1. Januar 2016 müssten die neuen "Bail-in"-Regulierungen in allen EU-Mitgliedsstaaten vollständig umgesetzt werden. Dies schreibe die Bankenabwicklungs-Richtlinie (Bank Recovery and Resolution Directive) vor. Diese Regelung solle sicherstellen, dass bei Bankausfällen Anteilseigner, Gläubiger und Sparer zur Kasse gebeten würden.
In der Vergangenheit sei diese Regelung sehr unterschiedlich angewandt worden. So hätten die Finanzminister der Eurozone bei ihrem letzten Treffen vor ca. zwei Wochen beschlossen, dass Aktionäre und sowohl vor- als auch nachrangig besicherte Anleihegläubiger bei der griechischen Bankensanierung beteiligt würden. Hingegen seien Bankkunden mit unbesicherten Einlagen, dazu würden auch Sparguthaben von Privathaushalten über 100.000 EUR und Unternehmenskonten zählen, verschont worden.
Diese Ausnahme gegenüber der Zypern-Rettung im Jahre 2013 hätten die Menschen in Griechenland dem EZB-Präsidenten Mario Draghi zu verdanken. Zu diesem Schritt habe man sich veranlasst gesehen, um weitere Turbulenzen zu vermeiden. Denn noch Mitte Juni sei den griechischen Banken von der Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, bescheinigt worden, solvent und liquide zu sein. In diesem Zusammenhang sei auch ein Sonderlob an die griechischen Aufseher ausgesprochen worden, die in ihren Augen in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet hätten. Diese Blöße habe man sich anscheinend nicht geben wollen und somit sei kurzerhand die Ausnahme kommuniziert worden. Eine solche Ungleichbehandlung zeuge von einer politischen Schlagkraft Griechenlands, die man diesem Land nicht zugetraut hätte.
Es werde also Zeit, dass einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen würden. Denn 2008 seien noch nahezu alle Banken zu Lasten der Steuerzahler gerettet worden. 2012 in Spanien wurden bereits Aktionäre und nachrangige Gläubiger in die Pflicht genommen und es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch vorrangige Anleiheeigner zur Kassen gebeten werden, so die Analysten der Baader Bank. 2013 in Zypern sei dann erstmals ein Tabu gefallen, denn bisher hätten unbesicherte Einlagen in der Währungsunion als sicher gegolten. 2015 nun wieder die Rolle rückwärts. Mancher griechische Zypriot denke sich jetzt sicherlich, dass es besser gewesen wäre, sein Geld in Griechenland und nicht bei einer griechischen Bank auf Zypern einzuzahlen.
Aus den vergangenen Jahren seien die Investoren es bereits gewohnt, dass in den Sommermonaten die Primärmärkte austrocknen würden und der Regen in Form von neuen Corporate Bonds auf sich warten lasse. In diesem Jahr könne dies allerdings mehrere Gründe haben. Zum einen lägen in der aktuellen Marktverfassung Erfolg und Misserfolg einer neuen Emission sehr eng beieinander. Zur falschen Zeit eine Anleihe zu begeben, könne im Fiasko enden. Somit könnte die Volatilität der Märkte ein Grund für die derzeitige Ruhe am Primärmarkt sein, aber da das Auflegen von neuen Anleihen eine gewisse Planungszeit für Transaktionen voraussetze, dürfe gerätselt werden, ob nicht auch andere Gründe für die Zurückhaltung bei der Refinanzierung der Unternehmen verantwortlich seien.
In wenigen Tagen werde das 182. Münchner Oktoberfest eröffnet und dabei werde von den Besuchern auch manches Fahrgeschäft getestet. Doch das was Rentenhändlern in dieser Handelswoche geboten worden sei, könnten Schausteller beim größten Volksfest der Welt nicht nachstellen. Jede Position sei zum Höllenritt geworden, bestehend aus Achterbahn mit Looping, Sky Fall, Höllenblitz, Power Tower, Cyber Space und Frisbee. Und das alles zum gleichen Zeitpunkt!
Wie lange diese Turbulenzen noch anhalten würden, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber eines sei klar, der Rentenmarkt sei mit einer verdorrten Wiese zu vergleichen. Bei langsamer Bewässerung sei alles bestens, aber wenn starke Regenmassen aufgenommen werden sollten, dann sei das nicht möglich. So würde es auch am Rentenmarkt sein und davor hätten alle Marktteilnehmer Angst. Noch zu tief sitze den Börsianern der Schock in den Knochen, als innerhalb weniger Wochen die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe von 0,07% auf fast 1% katapultiert worden sei.
Vor diesem Hintergrund werde zur besseren Markteinschätzung die Charttechnik bemüht. Dort zeichne sich ein erster Widerstand bei ca. 154,54% (mehrere Tiefs im August) ab und als erste nennenswerte Unterstützungslinie sei das Tief vom 5. August bei 152,91% auszumachen. Bei Durchbrechen dieser Linie sei ein Test der alten Lows bei 150,02 (Tief vom 13.07.) und bei 148,23% (Tief vom 10.06.) nicht auszuschließen. Denn die niedrigen Renditen würden auf dem Ankaufprogramm der EZB basieren. Und das sei auch nur auf dosierte Verkäufe ausgelegt.
In Euroland melde sich in dieser Handelswoche lediglich Italien zu Wort, um von Investoren ca. 8 Mrd. EUR einzusammeln. Hierzu sei am gestrigen Mittwoch eine zweijährige Nullkuponanleihe im Volumen von 3 Mrd. EUR begeben worden und am Freitag würden zum Wochenschluss diverse Anleihen mit Endfälligkeiten in 2020, 2022 und 2025 am Markt platziert. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass Italienische Staatsanleihen auch weiterhin an deutschen Börsen aus steuerlichen Gründen nicht handelbar seien.
In den USA hingegen hätten die Anleger die Qual der Wahl gehabt. Neben Geldmarkttiteln im Volumen von 88 Mrd. USD seien 2-Jahre-T-Notes im Volumen von 26 Mrd. USD und 13 Mrd. USD als 2-Jahre-FRN-T-Notes sowie T-Notes für 35 Mrd. USD mit einer Laufzeit von 5 Jahren und 29 Mrd. USD für 7 Jahre angeboten worden. Somit hätten nominal insgesamt 191 Mrd. USD in den USA investiert werden können.
Eine Kalenderwoche habe sieben Tage, was 168 Stunden oder 10.080 Minuten oder sogar 604.800 Sekunden entspreche. Jede dieser Stunden, Minuten und gar Sekunden sei in den vergangenen Tagen vom Trubel an den internationalen Finanzmärkten geprägt gewesen.
Die Turbulenzen an Chinas Börsen hätten die Märkte weltweit aus dem Gleichgewicht gebracht und für Unsicherheit und Nervosität bei jedem einzelnen Marktteilnehmer gesorgt. Der Devisenmarkt habe auf die Kurskapriolen an den chinesischen Märkten mit gewaltigen Kurssprüngen bei diversen Währungen reagiert. Sorgen und Befürchtungen vor einem Konjunktureinbruch im Reich der Mitte hätten erneut Spekulationen auf eine spätere Zinswende in den USA entfacht. Dies habe bei der Gemeinschaftswährung für ein wahres Kursfeuerwerk gesorgt.
So sei der Euro am Montag in der Spitze bis auf 1,1711 USD gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt am 15. Januar 2015 notiert. An diesem Tag habe damals die Schweizer Notenbank die Märkte geschockt, als sie unerwartet die Abkehr vom Euro-Mindestkurs gegenüber dem Schweizer Franken verkündet habe. In den folgenden Monaten sei die Einheitswährung gewaltig abgerutscht. Mit 1,0456 USD (15.03.) habe der Euro sein bisheriges Jahrestief erreicht. Aktuell scheine der Greenback wieder zu Kräften zu kommen und so notiere der Euro zur Stunde bei 1,1341 USD.
Die aktuellen Verwerfungen an den Märkten hätten natürlich auch bei anderen Währungen für Abwertungsdruck gesorgt, denn der Euro sei durch diese Ereignisse zur alternativen Weltleitwährung mutiert. So sei zum Beispiel der Australische Dollar gewaltig unter Druck geraten, was den Euro auf ein neues 6-Jahres-Hoch bei 1,6323 AUD katapultiert habe.
Im Fokus der Privatanleger hätten Fremdwährungsanleihen auf Australische Dollar, US-Dollar, Türkische Lira sowie Brasilianische Real gestanden.
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