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Renten - neue Renditetiefs, Konjunktur - optimistisch für die zweite Jahreshälfte
22.08.14 16:04
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Nachdem die USA zuletzt starke Quartalszahlen vorweisen konnten, hat die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal eine Rolle rückwärts gemacht und ist um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft, so die Analysten der Weberbank.
Dies sei hauptsächlich auf schwache Exportzahlen und Investitionsausgaben zurückzuführen. Aber tatsächlich habe auch das Wetter einen entscheidenden Anteil am Minus: Durch den milden Winter seien Teile der Bauproduktion in das erste Quartal vorgezogen worden und somit zu Lasten des zweiten gegangen. Bereinigt um diesen Effekt wäre ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts vermutlich vermieden worden.
Ein Blick auf die restlichen großen Volkswirtschaften der Eurozone sei leider nur punktuell erfreulicher, wie zum Beispiel in Spanien. Mit einem Wachstum von 0,6 Prozent hätten sich die Spanier über den stärksten Zuwachs seit Ende 2007 freuen können und zugleich das vierte Wachstumsquartal in Folge markiert.
Die anderen beiden großen Wirtschaftsregionen in der Eurozone, Italien und Frankreich, hätten ein rückläufiges bzw. stagnierendes Wirtschaftswachstum verkraften müssen. Diese Entwicklung unterstreiche erneut, dass vonseiten der Politik dringend notwendige Strukturreformen, wie zum Beispiel am Arbeitsmarkt, beschlossen werden müssten.
Keinen Grund zur Euphorie würden auch die in dieser Woche veröffentlichten Einkaufsmanager-Umfragen versprühen, aber zumindest leichte Wachstumstendenzen signalisieren. Mit Sicht auf das zweite Halbjahr würden die Analysten trotz einzelner Belastungsfaktoren vorsichtig optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone und zuversichtlich auf die Deutschlands blicken.
Aufgrund des sehr stabilen Arbeitsmarktes und einer positiven Verbraucherstimmung sollte der Konsum eine wichtige Säule der Wirtschaftserholung in Deutschland bleiben. Natürlich könne eine Verschärfung der geopolitischen Krisenherde in Osteuropa oder im Nahen Osten diesen Ausblick gefährden.
Insbesondere der Konflikt in der Ukraine habe am deutschen Rentenmarkt zu weiter fallenden Renditen geführt. Die zwischenzeitliche Verschärfung habe sogar zu neuen Renditetiefstständen geführt, sodass zehnjährige Bundesanleihen erstmals unter einem Prozent rentiert und Papiere bis zu einer Laufzeit von drei Jahren kurzfristig sogar negative Renditen ausgewiesen hätten.
Neben den geopolitischen Krisen hätten aber auch deutlich rückläufige Inflationserwartungen die Kurse der deutschen Anleihen gestützt. Dies habe Hoffnungen am Markt bestärkt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ein umfangreiches Anleihekaufprogramm initiieren könnte.
Auch der kurzfristige Verkaufsdruck bei europäischen und insbesondere amerikanischen Unternehmensanleihen aus dem spekulativen Bonitätsbereich habe gestoppt werden können. Dieser sei zuvor durch Kommentare von US-Notenbankchefin Janet Yellen geschürt worden, nachdem sie die Bewertung dieser Anleihesegmente kritisiert habe.
Die Schwellenländeranleihen hätten sich dagegen relativ stabil halten können, trotz einer technischen Insolvenz Argentiniens und den bereits angesprochenen geopolitischen Krisen. Die Analysten würden dementsprechend empfehlen, weiterhin im Rentenmarkt investiert zu bleiben, und würden durch die rückläufigen Inflationserwartungen und den durchwachsenen Konjunkturdaten aus Europa hierin bestätigt.
Am europäischen Aktienmarkt hätten hingegen einige Investoren in den vergangenen Wochen die Flucht angetreten und somit die Märkte belastet. So hätten zuletzt veröffentlichte Umfragen unter Fondsmanagern gezeigt, dass insbesondere die Eurozone gemieden worden sei. Ein Großteil der durch Verkäufe gewonnenen Liquidität sei vorübergehend in erhöhten Kassebeständen geparkt, aber auch in Aktien aus den Schwellenländern investiert worden. Dies sei unter anderem auf die attraktiven Bewertungsniveaus dieser Regionen zurückzuführen.
Der deutsche Leitindex DAX habe in den vergangenen Wochen hingegen zu den größten Verlierern gehört, sich aber nach einem kurzfristigen Durchschreiten der 9.000er-Marke merklich erholen können. Der US-Leitindex S&P 500 habe sich erneut als weitaus stabiler erwiesen und in dieser Woche ein neues Rekordniveau markiert. Fundamental sei dieses Bild durch die abgelaufene Bilanzsaison unterstrichen worden.
Während die US-Unternehmen ein Gewinnwachstum im zweiten Quartal von 9,4 Prozent ausgewiesen hätten, hätten Unternehmen aus dem DAX ihren Anteilseignern einen Rückgang von 1,5 Prozent mitteilen müssen. Auch mit Blick auf die geopolitischen Krisen würden die Analysten für europäische Aktien aktuell defensiv ausgerichtet bleiben, seien aber weiterhin von der langfristigen Attraktivität von Aktienengagements überzeugt.
Im aktuellen Umfeld habe der US-Dollar gegenüber dem Euro weiter zulegen können. Aus Sicht der Analysten sollte dieser Trend aufgrund der wirtschaftlichen Stärke der USA und hoher Zinsdifferenzen gegenüber dem Euroraum weiter anhalten. (22.08.2014/alc/a/a)
Dies sei hauptsächlich auf schwache Exportzahlen und Investitionsausgaben zurückzuführen. Aber tatsächlich habe auch das Wetter einen entscheidenden Anteil am Minus: Durch den milden Winter seien Teile der Bauproduktion in das erste Quartal vorgezogen worden und somit zu Lasten des zweiten gegangen. Bereinigt um diesen Effekt wäre ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts vermutlich vermieden worden.
Ein Blick auf die restlichen großen Volkswirtschaften der Eurozone sei leider nur punktuell erfreulicher, wie zum Beispiel in Spanien. Mit einem Wachstum von 0,6 Prozent hätten sich die Spanier über den stärksten Zuwachs seit Ende 2007 freuen können und zugleich das vierte Wachstumsquartal in Folge markiert.
Die anderen beiden großen Wirtschaftsregionen in der Eurozone, Italien und Frankreich, hätten ein rückläufiges bzw. stagnierendes Wirtschaftswachstum verkraften müssen. Diese Entwicklung unterstreiche erneut, dass vonseiten der Politik dringend notwendige Strukturreformen, wie zum Beispiel am Arbeitsmarkt, beschlossen werden müssten.
Keinen Grund zur Euphorie würden auch die in dieser Woche veröffentlichten Einkaufsmanager-Umfragen versprühen, aber zumindest leichte Wachstumstendenzen signalisieren. Mit Sicht auf das zweite Halbjahr würden die Analysten trotz einzelner Belastungsfaktoren vorsichtig optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone und zuversichtlich auf die Deutschlands blicken.
Aufgrund des sehr stabilen Arbeitsmarktes und einer positiven Verbraucherstimmung sollte der Konsum eine wichtige Säule der Wirtschaftserholung in Deutschland bleiben. Natürlich könne eine Verschärfung der geopolitischen Krisenherde in Osteuropa oder im Nahen Osten diesen Ausblick gefährden.
Neben den geopolitischen Krisen hätten aber auch deutlich rückläufige Inflationserwartungen die Kurse der deutschen Anleihen gestützt. Dies habe Hoffnungen am Markt bestärkt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ein umfangreiches Anleihekaufprogramm initiieren könnte.
Auch der kurzfristige Verkaufsdruck bei europäischen und insbesondere amerikanischen Unternehmensanleihen aus dem spekulativen Bonitätsbereich habe gestoppt werden können. Dieser sei zuvor durch Kommentare von US-Notenbankchefin Janet Yellen geschürt worden, nachdem sie die Bewertung dieser Anleihesegmente kritisiert habe.
Die Schwellenländeranleihen hätten sich dagegen relativ stabil halten können, trotz einer technischen Insolvenz Argentiniens und den bereits angesprochenen geopolitischen Krisen. Die Analysten würden dementsprechend empfehlen, weiterhin im Rentenmarkt investiert zu bleiben, und würden durch die rückläufigen Inflationserwartungen und den durchwachsenen Konjunkturdaten aus Europa hierin bestätigt.
Am europäischen Aktienmarkt hätten hingegen einige Investoren in den vergangenen Wochen die Flucht angetreten und somit die Märkte belastet. So hätten zuletzt veröffentlichte Umfragen unter Fondsmanagern gezeigt, dass insbesondere die Eurozone gemieden worden sei. Ein Großteil der durch Verkäufe gewonnenen Liquidität sei vorübergehend in erhöhten Kassebeständen geparkt, aber auch in Aktien aus den Schwellenländern investiert worden. Dies sei unter anderem auf die attraktiven Bewertungsniveaus dieser Regionen zurückzuführen.
Der deutsche Leitindex DAX habe in den vergangenen Wochen hingegen zu den größten Verlierern gehört, sich aber nach einem kurzfristigen Durchschreiten der 9.000er-Marke merklich erholen können. Der US-Leitindex S&P 500 habe sich erneut als weitaus stabiler erwiesen und in dieser Woche ein neues Rekordniveau markiert. Fundamental sei dieses Bild durch die abgelaufene Bilanzsaison unterstrichen worden.
Während die US-Unternehmen ein Gewinnwachstum im zweiten Quartal von 9,4 Prozent ausgewiesen hätten, hätten Unternehmen aus dem DAX ihren Anteilseignern einen Rückgang von 1,5 Prozent mitteilen müssen. Auch mit Blick auf die geopolitischen Krisen würden die Analysten für europäische Aktien aktuell defensiv ausgerichtet bleiben, seien aber weiterhin von der langfristigen Attraktivität von Aktienengagements überzeugt.
Im aktuellen Umfeld habe der US-Dollar gegenüber dem Euro weiter zulegen können. Aus Sicht der Analysten sollte dieser Trend aufgrund der wirtschaftlichen Stärke der USA und hoher Zinsdifferenzen gegenüber dem Euroraum weiter anhalten. (22.08.2014/alc/a/a)


