Renten: Nach dem jüngsten US-Arbeitsmarktbericht stehen die Zeichen eindeutig auf Leitzinserhöhung in den USA


13.03.17 09:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der US-Arbeitsmarkt befindet sich in ausgezeichneter Verfassung, so die Analysten der National-Bank AG.

Im Februar seien erneut weit mehr als 200 Tsd. neue Arbeitsplätze außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors geschaffen worden. Auch die den Arbeitsmarktbericht begleitenden Daten hätten kaum Wünsche offen gelassen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne hätten angezogen, die Partizipationsrate sei gestiegen, und die Unterbeschäftigung sei gesunken. Einziger Wermutstropfen möge vielleicht der etwas geringer als geschätzt ausgefallene Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne gewesen sein.

Nichtsdestoweniger sei die US-Wirtschaft auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Daher müssten nicht nur die Notenbanker darauf achten, dass die Preisdynamik nicht zu stark werde. Sondern auch die US-Administration würde sicher gut daran tun, die jüngsten Entwicklungen in ihre Überlegungen hinsichtlich Steuersenkungen, Deregulierung und Infrastrukturausgaben einfließen zu lassen. Zumindest sei der Kurs der FED nun klar: Am Mittwoch dürfte die FED-Chefin die erste Leitzinserhöhung in diesem Jahr verkünden. Viel interessanter sei nun die Frage, wie es weitergehen werde. Immerhin habe die FED jetzt durchaus die Möglichkeit, auch viermal in diesem Jahr aktiv zu werden.

Zugleich müssten die Notenbanker überlegen, ob Zinsschritte von 25 BP ausreichend seien. Letzteres dürfte jedoch erst später im Jahr relevant werden, wenn der Arbeitsmarkt seine Dynamik beibehalte und wenn die Pläne der US-Administration zu den oben genannten Themenkomplexen veröffentlicht und ggf. in Gesetze umgesetzt seien. Vorher müsse sich die US-Administration jedoch noch einem anderem Hindernis widmen: Die Verschuldungsobergrenze werde wieder erreicht. Ohne eine Änderung hier dürften die Pläne von Trump & Co schnell an ihre Grenzen stoßen.

Heute sei für die britische Regierungschefin wieder ein wichtiger Tag: Das Unterhaus werde am Abend über den vom Oberhaus geänderten Gesetzesentwurf zur Ermächtigung der Einleitung der Austrittsverhandlungen gemäß Artikel 50 des EU-Vertrags abstimmen. Ob das Unterhaus den Entwurf ablehnen werde, sei zurzeit nicht klar, denn es gebe durchaus einigen Widerstand in der eigenen Partei der Premierministerin. Sollte der Gesetzesentwurf abgelehnt werden, so habe es bislang zur guten Tradition gehört, dass das Oberhaus dann doch dem ursprünglichen Gesetz zustimme. Allerdings gehe es für UK um eine existenzielle Frage. Sollte man sich doch nicht auf das ursprüngliche Gesetz einigen können, dürfte es aber einen Kompromiss geben, sodass die britische Regierung dann mit einigen Einschränkungen bei der Verhandlungsführung werde leben müssen.

Auch die Wahl in Holland sowie die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren Geldgebern dürften im Fokus bleiben. Die Regierungsbildung in den Niederlanden werde wahrscheinlich langwierig werden. Die aktuellen Umfragen müssten, obwohl bereits Mittwoch gewählt werde, mit Vorsicht betrachtet werden, da sehr viele Niederländer sich noch nicht entschieden hätten, für wen sie ihre Stimmen abgeben würden. Und für Griechenland ticke die Uhr. In einer Woche tage ECOFin. Liege also nicht bald ein Abschlussbericht der Prüfergruppe vor, werde die Hängepartie um die Freigabe von Mitteln sowie die Beteiligung des IWF in die nächste Runde gehen. Konjunkturdaten würden heute kaum eine Rolle spielen.

Die Investoren würden vor der ereignisreichen Woche zurückhaltend agieren. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in den Tag starten. Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Woche könnte es durchaus einmal eine Gegenbewegung geben. Die Aufnahmebereitschaft der Investoren werde durch Italien getestet. Der Bund-Future sollte sich zwischen 158,50 und 159,75 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,52 und 2,66% schwanken. (13.03.2017/alc/a/a)






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