Renten: Der geldpolitische Ausblick der FED ist das Ereignis des Tages


15.03.17 08:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Bevor mit der Bekanntgabe der Ergebnisse der FOMC-Tagung sowie der anschließenden Pressekonferenz die Tagesereignisse am Abend anstehen, werden zahlreiche Konjunkturdaten veröffentlicht, so die Analysten der National-Bank AG.

Der Fokus dürfte am Vormittag weniger auf den Daten aus dem Euroraum sondern vielmehr auf denjenigen aus UK liegen. Schließlich werde die britische Regierung alsbald das formale Austrittsgesuch an den Chef der EU-Kommission verschicken, sodass es dann wirklich ernst werde. Bisher habe die Entscheidung der Briten abgesehen von dem deutlichen Preisanstieg durch den Import von Inflation aufgrund der GBP-Abwertung kaum Spuren bei der konjunkturellen Entwicklung hinterlassen. Bei der Vorstellung des britischen Haushalts sei jüngst sogar die Wachstumsprognose für das laufende Jahr angehoben worden.

Am Nachmittag dürften der FED zusätzliche Argumente geliefert werden, einen restriktiveren geldpolitischen Kurs einzuschlagen. Bereits gestern habe man an der Kernrate der Erzeugerpreise erkennen können, dass sich die Inflation langsam ihren Weg bahne. Ein ähnliches Bild werde sich in den Konsumentenpreisen finden lassen. Die Einzelhandelsumsätze sollten eher positiv überraschen. Schließlich sei die Stimmung der US-Konsumenten ausgezeichnet. Dass die FED den nächsten Leitzinsschritt heute also aufschiebe, sei unwahrscheinlich, zumal die Notenbanker ihn so einhellig gemeinsam vorbereitet hätten, wie schon lange nicht mehr.

Janet Yellen dürfte auf der Pressekonferenz bei der zuletzt eingeschlagenen Rhetorik bleiben, sodass die Tür für insgesamt vier Leitzinsanhebungen im laufenden Jahr offen sei. Die US-Notenbanker würden sich vermutlich auch mit Maßnahmen beschäftigt haben, wie die Bilanz der Notenbank möglichst marktschonend reduziert werden könne. Das dürfte in Anbetracht der angehäuften Treasury-Bestände über das gesamte Laufzeitenspektrum kein leichtes Unterfangen werden. Einen konkreten Fahrplan für den Abbau der FED-Bilanz werde es (noch) nicht geben, wenn überhaupt.

Nach der FED-Pressekonferenz dürften sich die Blicke dann auf den Wahlausgang in den Niederlanden richten. Die Wahllokale seien bereits geöffnet, einige seit Mitternacht. Erst nach Schließung aller Wahllokale um 21 Uhr werde es erste Hochrechnungen geben. Aufgrund der großen Zahl unentschlossener Wähler lasse sich der Wahlausgang nicht prognostizieren. Als nahezu sicher gelte jedoch, dass es eine Vielparteienkoalition geben werde. Entsprechend aufwendig dürfte sich der Verhandlungsprozess gestalten. Solange sich die nationalistisch, europafeindlichen Kräfte nicht durchsetzen könnten, dürfte es keine Reaktionen an den Kapitalmärkten geben, allenfalls Erleichterung.

Die Investoren würden sich den ganzen Tag in Zurückhaltung üben, sodass die Aufstockung der 2046er Bund unter keinem guten Stern stehe. Eine Unterdeckung sei zu erwarten. Das sollte nach einer behaupteten Eröffnung des Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) auf den Notierungen lasten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 158,50 und 160,40 bewegen. Das Handelsgeschehen werde jedoch erst mit der Veröffentlichung der FOMC-Erklärung Fahrt aufnehmen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,52 und 2,68% schwanken. (15.03.2017/alc/a/a)






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