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Renten: Die europäischen Notenbanker werden es schwer haben, die Investoren zu beruhigen
30.06.17 12:00
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Abgesehen von einigen Rohstoffen standen die Notierungen der übrigen Assetklassen massiv unter Druck, so die Analysten der National-Bank AG.
Die Aktienmärkte hätten weltweit nachgegeben, sodass die Volatilität endlich einmal deutlich angezogen habe. Die Rentennotierungen hätten ebenfalls kräftig nachgegeben. Zentraler Auslöser für die Entwicklung auf den Rentenmärkten dürften die Preisdaten aus Deutschland und Spanien gewesen sein.
Nach vorläufigen Informationen seien die Preise in beiden Ländern etwas stärker im Juni gestiegen, als es erwartet worden sei. Das bedeute für die Verbraucherpreise auf Eurolandebene, die heute veröffentlich würden, wahrscheinlich nichts Gutes. Sie sollten ebenfalls stärker angezogen sein, als es erwartet werde. Dementsprechend könnten sich wohl nicht wenige Investoren vorstellen, dass die EZB vielleicht doch früher die geldpolitische Wende einleiten werde, als es die Forward Guidance und die Aussagen Mario Draghis andeuten würden.
Mit Blick auf die Spreads der Peripherie zu Bunds sollte aber klar sein, dass die EZB sehr vorsichtig agieren müsse. Wenn die EZB das QE-Programm auslaufen lassen werde und irgendwann die Leitzinswende mit der Anhebung des Satzes für die Einlagenfazilität einleiten werde, müsse sie das sehr vorsichtig tun. Ansonsten dürften die finanziellen Schwierigkeiten der Peripherie sofort wieder zu Tage treten. Sehr viel höhere Refinanzierungsrenditen könnten sich die meisten Euroländer nämlich nicht leisten, auch wenn sie sich über die letzten Jahre günstig hätten refinanzieren können.
Außerdem werde die EZB die Ursachen des jüngsten Preisanstiegs genau analysieren. Immerhin und das sollte man nicht unbeachtet lassen, habe Mario Draghi betont, dass die EZB durch temporäre Effekte hindurchschauen werde. Selbst die überraschend guten Nachrichten aus China - der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei gestiegen - hätten die Stimmung nicht verbessern können.
Im Tagesverlauf würden die Investoren auf die europäischen Preisdaten schauen. Der deutsche Arbeitsmarktmarktbericht werde das gewohnte Bild liefern. Am Nachmittag würden dann die Daten zu Einkommen / Ausgaben, der Chicagoer PMI, der endgültige Wert für den Indikator der Uni Michigan sowie vor allem die PCE-Deflatoren analysiert werden. Sollten sich die Preissteigerungsraten von der 2%-Marke nach unten entfernen, so dürfte die Sinnhaftigkeit von Zinsschritten durch die FED thematisiert werden.
Der Abgabedruck an den Rentenmärkten dürfte zumindest am Morgen noch anhalten, sodass der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) etwas tiefer eröffnen sollte. Trotz der starken Kursrückgänge am Dienstag und am Donnerstag würden die Investoren vor dem Wochenende kaum Neupositionieren vornehmen. Den europäischen Notenbanklern werde es schwer fallen, die Märkte zu beruhigen. Daher dürfte es im Tagesverlauf allenfalls zu einer Stabilisierung des Bund-Future kommen. Am Morgen dürften die Emissionen aus Italien zudem ein Belastungsfaktor werden. Der Bund-Future sollte sich zwischen 161,30 und 162,85 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,21 und 2,34% schwanken. (30.06.2017/alc/a/a)
Die Aktienmärkte hätten weltweit nachgegeben, sodass die Volatilität endlich einmal deutlich angezogen habe. Die Rentennotierungen hätten ebenfalls kräftig nachgegeben. Zentraler Auslöser für die Entwicklung auf den Rentenmärkten dürften die Preisdaten aus Deutschland und Spanien gewesen sein.
Nach vorläufigen Informationen seien die Preise in beiden Ländern etwas stärker im Juni gestiegen, als es erwartet worden sei. Das bedeute für die Verbraucherpreise auf Eurolandebene, die heute veröffentlich würden, wahrscheinlich nichts Gutes. Sie sollten ebenfalls stärker angezogen sein, als es erwartet werde. Dementsprechend könnten sich wohl nicht wenige Investoren vorstellen, dass die EZB vielleicht doch früher die geldpolitische Wende einleiten werde, als es die Forward Guidance und die Aussagen Mario Draghis andeuten würden.
Außerdem werde die EZB die Ursachen des jüngsten Preisanstiegs genau analysieren. Immerhin und das sollte man nicht unbeachtet lassen, habe Mario Draghi betont, dass die EZB durch temporäre Effekte hindurchschauen werde. Selbst die überraschend guten Nachrichten aus China - der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei gestiegen - hätten die Stimmung nicht verbessern können.
Im Tagesverlauf würden die Investoren auf die europäischen Preisdaten schauen. Der deutsche Arbeitsmarktmarktbericht werde das gewohnte Bild liefern. Am Nachmittag würden dann die Daten zu Einkommen / Ausgaben, der Chicagoer PMI, der endgültige Wert für den Indikator der Uni Michigan sowie vor allem die PCE-Deflatoren analysiert werden. Sollten sich die Preissteigerungsraten von der 2%-Marke nach unten entfernen, so dürfte die Sinnhaftigkeit von Zinsschritten durch die FED thematisiert werden.
Der Abgabedruck an den Rentenmärkten dürfte zumindest am Morgen noch anhalten, sodass der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) etwas tiefer eröffnen sollte. Trotz der starken Kursrückgänge am Dienstag und am Donnerstag würden die Investoren vor dem Wochenende kaum Neupositionieren vornehmen. Den europäischen Notenbanklern werde es schwer fallen, die Märkte zu beruhigen. Daher dürfte es im Tagesverlauf allenfalls zu einer Stabilisierung des Bund-Future kommen. Am Morgen dürften die Emissionen aus Italien zudem ein Belastungsfaktor werden. Der Bund-Future sollte sich zwischen 161,30 und 162,85 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,21 und 2,34% schwanken. (30.06.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


