Renten: Die erste Schätzung für das Q3-US-BIP schlug die Schätzungen dank des privaten Verbrauchs


30.10.17 11:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die erste Schätzung für das Q III-US-BIP hat sich tatsächlich als Wundertüte entpuppt, so die Analysten der National-Bank AG.

Scheinbar hätten die Auswirkungen der Stürme das Wirtschaftswachstum nicht gebremst. Dank eines ordentlichen privaten Verbrauchs habe das Wachstum auf 3% zulegen können. Allerdings seien Revisionen üblich, bis der endgültige Wert feststehe. Nun hätten die US-Notenbanker ein weiteres Argument, warum sie die Leitzinsen im Dezember erhöhen sollten. Vermutlich werde der US-Arbeitsmarktbericht, der am kommenden Freitag veröffentlicht werde, ebenfalls für eine Leitzinsanhebung sprechen. Daher sei es durchaus von Interesse, wie die Stimmungslage der Notenbanker gerade sei.

In der Abschlusserklärung nach der Tagung des FOMC am 1. November sollten vor allem die Aussagen zur Entwicklung der Teuerung Beachtung finden. Schließlich liege die Gesamtrate inzwischen stabil über der Marke von 2%, die Kernrate hinke dagegen deutlich hinterher. Der Anstieg der Energiepreise dürfte jedoch nicht ganz ohne Wirkung auf die Kernrate bleiben, sodass er sich in den kommenden Monaten dort niederschlagen dürfte.

Vor diesem Hintergrund seien die PCE-Deflatoren für den September, die heute am frühen Nachmittag veröffentlicht würden, durchaus von Interesse. Noch werde sich in der Kernrate kein Preisdruck abzeichnen. Auch das Ausgabenverhalten der US-Konsumenten sollte Beachtung finden. Schließlich würden sie sich gemäß diverser Stimmungsindikatoren in einem Stimmungshoch befinden. Das könnte sich durchaus in Ausgabenfreude widerspiegeln.

Daneben rücke die Entscheidung, wer die FED ab Februar 2018 führen werde, immer näher. Als Favorit werde Jerome Powell gehandelt. Der US-Präsident sei ja bekanntlich immer für eine Überraschung gut. Außerdem solle im Laufe der Woche, es werde von Donnerstag gesprochen, der Gesetzestext zur Steuerreform veröffentlich werden. Hinter den Kulissen werde von einem starken Gerangel um die Abzugsfähigkeit von lokalen Steuern, Hypothekenzinsen usw. berichtet. Im Laufe der Woche sei dann mehr bekannt, sodass das Congressional Budget Office die Auswirkungen rechnen könne.

Im Euroraum bleibe Spanien im Fokus. Die Kontrahenten würden in der Sache zwar hart bleiben, sich aber augenscheinlich um Deeskalation bemühen. Zudem würden sich die Gegner einer Abspaltung Kataloniens Gehör verschaffen. Nichtsdestotrotz bleibe das ein Unruheherd. Außerdem seien die Preisdaten für Deutschland von Interesse. Eine Änderung der Geldpolitik der EZB würden sie nicht bewirken. Deren Kurs sei bis September kommenden Jahres erst einmal festgelegt.

Für Italien habe es am Freitag gute und schlechte Nachrichten gegeben: S&P habe das Rating des Landes um einen Notch auf BBB mit stabilen Ausblick angehoben. Zugleich kritisiere die EU-Kommission den eingereichten Haushaltsplan für das kommende Jahr. Danach halte sich Italien nicht an Vereinbarungen. Bislang habe solche Kritik der EU-Kommission jedoch keine Auswirkungen gehabt.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in Tag starten und sich im Tagesverlauf zwischen 160,80 und 162,20 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,36 und 2,48% schwanken. (30.10.2017/alc/a/a)





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