Renten: Die deutschen Preisdaten bringen die Kurse von Bundesanleihen kräftig unter Druck


02.03.17 09:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Während die Markit Einkaufsmanagerindices für verschiedene Euroländer im Rahmen der Vorabschätzungen bzw. Erwartungen ausfielen, brachten die deutschen Konsumentenpreisdaten den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) kräftig unter Druck, so die Analysten der National-Bank AG.

Bereits mit der Veröffentlichung der Daten aus einzelnen Bundesländern sei deutlich geworden, dass die 2%-Marke auf Jahresbasis wohl überschritten werde. So sei es dann auch gekommen. Dennoch werde die EZB auf die umgehend laut werdende Kritik nicht reagieren und ihren aktuellen Kurs beibehalten. Hier sei noch einmal an die Aussagen des EZB-Chefs auf der Pressekonferenz erinnert, wonach die EZB Geldpolitik für den gesamten Euroraum und nicht für einzelne Länder betreibe und eine europäische Teuerungsrate von nahe, aber unter 2% auch bedeute, dass die Preise in einigen Ländern durchaus um mehr als 2% p.a. zulegen könnten.

Solange sich zudem keine Sekundäreffekte abzeichnen würden, werde die EZB aller Kritik zum Trotz die lockere Geldpolitik beibehalten. Immerhin sei der Preisanstieg vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. Der Effekt aus dem Energiepreisanstieg sei bereits vorab bekannt gewesen und dürfe daher nicht überraschen. Selbst der Anstieg der Nahrungsmittelpreise, der witterungsbedingt sei, könne nicht wirklich als problematisch angesehen werden. Und die bislang in Deutschland in diesem Jahr abgeschlossenen Lohnsteigerungen dürften kaum inflationstreibend wirken.

Hinsichtlich der Geldpolitik in den USA sehe es dagegen schon anders aus: Die Leitzinsanhebung im März sei inzwischen sehr wahrscheinlich geworden. Die US-Notenbanker dürften in den Daten zum ISM für das Verarbeitende Gewerbe, zum PCE-Deflator sowie den Informationen aus dem Beige Book genügend Anhaltspunkte gefunden haben, um zügig zu handeln. Außerdem habe sich mit Lael Brainard die US-Notenbankerin erstmals für baldige Leitzinsanhebungen ausgesprochen, die bislang als stärkste Gegnerin von Leitzinsanhebungen einzustufen gewesen sei. Wenn sich morgen die FED-Chefin ebenfalls für eine Änderung der US-Geldpolitik stark machen sollte, dürfte es im FOMC tatsächlich eine Mehrheit für +25 BP im laufenden Monat geben.

Damit stehe das wichtigste Thema des Tages bereits fest: Warten auf die Aussagen weiterer US-Notenbanker am Freitag, wobei die nächste Zinserhöhung bereits weitestgehend eingepreist sei. Daneben dürften die Verbraucherpreise für den Euroraum im Fokus stehen. Die 2%-Marke sollte erreicht, vielleicht sogar überschritten werden. Aufgrund der geschilderten Gründe werde die EZB nicht reagieren.

Da die Stimmung an den Aktienmärkten sehr gut, was mit dem Blick auf die Gewinner des gestrigen Handelstages durchaus auf die US-Leitzinserhöhungsfantasien zurückzuführen sein dürfte - der langläufigen Einschätzung seien steigende Zinsen positiv für Finanzdienstleister, die dann auch die Tagesgewinner gewesen seien, dürfte es der Bund-Future heute wieder schwer haben. Er sollte den Tag mit Kursverlusten beginnen. Unterstützung komme jedoch nach wie vor von den politischen Problemen im Euroraum. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 164,35 und 165,60 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,40 und 2,52% schwanken. (02.03.2017/alc/a/a)






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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €