Renten: Zurückhaltung vor der Tagung des EZB-Rats morgen


25.10.17 10:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die vorläufigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices hielten keine Überraschung parat, so die Analysten der National-Bank AG.

Sie würden signalisieren, dass es mit dem Aufschwung im Euroraum in den nächsten Monaten weiter gehen werde. Ähnliches dürfte auch vom ifo-Geschäftsklimaindikator zu erwarten sein. Es werde gleichfalls signalisieren, dass es um die deutsche Wirtschaft ausgezeichnet bestellt sei, sodass die größte europäische Wirtschaft ihren Wachstumskurs fortsetzen werde.

Der gestern veröffentlichte Senior Lending Survey habe dann doch eine Überraschung parat gehalten: Die Kreditvergaberichtlinien seien durch die Banken leicht gelockert worden, was wohl vor allem auf den starken Wettbewerb zurückzuführen sei. Und es werde sogar damit gerechnet, dass sich diese Tendenz in Q4 fortsetzen werde. Diejenigen, die eine Kreditfinanzierung benötigen würden, dürften also derzeit damit rechnen, diesen Kredit zu erhalten. Von dieser Seite werde das Wirtschaftswachstum ebenfalls gestützt.

Ansonsten würden die Spekulationen über die Entscheidung des EZB-Rats zur Zukunft des QE-Programms für Bewegung an den Rentenmärkten sorgen. Gestern habe es die Runde gemacht, dass die EZB das Ankaufvolumen womöglich auf 20 Mrd. Euro pro Monat absenken könne, was die Bondkurse kräftig unter Druck gebracht habe. Damit einhergehend habe der Reflation Trade die Renditen in den USA nach oben getrieben. Da es den Anschein habe, dass es eine letztlich stark Haushaltsdefizit getriebene Steuerreform in den USA geben könnte, hätten die Renditen in den USA ebenfalls kräftig zugelegt.

Man sollte nicht vergessen, dass die US-Notenbank gleichzeitig ihre Bilanz abbaue, sodass in den kommenden Jahren theoretisch sehr viel Volumen an US-Treasuries nach Investoren suchen werde. Zudem bleibe unklar, ob die US-Steuerreform tatsächlich die Produktivität der Unternehmen erhöhen oder vor allem zusätzliche Nachfrage auslösen werde. Bei letzterem werde die FED vermutlich sehr schnell auf die Bremse treten und zwar unabhängig davon, wer sie künftig führen werde. Das Risiko einer erheblichen Beschleunigung der Teuerung werde die FED bekämpfen. Das US-Treasury werde die Auswirkungen heute spüren. Die Emission der 5-jährigen T-Notes sollte sehr zäh verlaufen, während die Floater sich einer guten Nachfrage erfreuen würden.

Während man am Vormittag auf den ifo schauen werde, dürften am Nachmittag die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter von Interesse sein. Sollten die Auftragseingänge erneut ohne Sondereffekte zulegen können, wäre das durchaus ein nächstes Zeichen dafür, dass der Aufschwung in den USA langsam in der Industrie ankomme. Dort sei die Stimmung nämlich immer noch viel besser, als es die harten Daten zeigen würden.

Insgesamt würden die Investoren zurückhaltend agieren, denn vor dem Ergebnis der Tagung des EZB-Rats werde sich kaum jemand positionieren wollen. Dementsprechend schwach dürfte die Nachfrage bei der Aufstockung der 2027 Bund ausfallen. Zugleich dürfte das den Rentenmarkt heute Morgen belasten. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte also mit Verlusten in den Tag starten und am Vormittag unter Druck bleiben. Die politischen Risiken im Euroraum würden jedoch weiterhin ein Stützungsfaktor für den Bund-Future bleiben. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,40 und 161,70 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,33 und 2,47% schwanken. (25.10.2017/alc/a/a)





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