Renten: Wer beerbt Janet Yellen?


17.10.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die katalanische Regionalregierung hat bislang keine klare Antwort abgegeben, ob sie nun die Unabhängigkeit erklärt hat oder nicht, so die Analysten der National-Bank AG.

Madrid habe daher ein letztes Ultimatum gestellt. Bis Donnerstag solle die katalonische Regionalregierung erklären, dass sie von Unabhängigkeitsbestrebungen absehe. Erste Auswirkungen habe die innerspanische Auseinandersetzung bereits: Die Regierung habe die Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr gesenkt. Solange sich die Touristen von den Querelen nicht abschrecken lassen würden, müsse das Land jedoch keinen Wachstumseinbruch fürchten. Dennoch dürfte die Entwicklung in Spanien eher den Bundesanleihen nützen, auch wenn die Investoren überwiegend entspannt zu sein scheinen, so die Analysten der National-Bank AG. Es mache sich Gleichgültigkeit breit.

So habe es keine Reaktionen an den Kapitalmärkten auf die neuesten Drohungen aus Nordkorea gegeben, wonach eine nukleare Auseinandersetzung jederzeit möglich sei. Die asiatischen Aktienmärkte hätten sich davon unbeeindruckt gezeigt.

Im weiteren Tagesverlauf würden zahlreiche Konjunkturdaten veröffentlicht. Der ZEW-Indikator dürfte dabei deutlich stärker zulegen, als es die Prognosen andeuten würden. In Anbetracht der Entwicklung auf den Kapitalmärkten in den vergangenen Wochen dürften die befragten Kapitalmarktteilnehmer bester Laune sein. Am Nachmittag sollte sich das Hauptaugenmerk auf die Veröffentlichung der US-Daten zu Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion richten.

Obwohl die Stimmungsindikatoren (u. a. ISM, Chicagoer PMI) seit Monaten ein Stimmungshoch in der Industrie anzeigen würden, seien die harten Daten - abgesehen von den jüngsten Auftragseingängen - eher ernüchternd ausgefallen. Ein erheblicher Anstieg von Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung wäre also wünschenswert. Wenig Spuren hätten an den Kapitalmärkten gestern Aussagen aus dem Weißen Haus hinterlassen, wonach es noch einige Zeit mit der Steuerreform dauern könne. Als Termin sei nun Dezember in den Raum gestellt worden. Es könne sich aber auch in das Jahr 2018 verschieben. "Eigentlich" sei das ja nichts Neues. Der US-Finanzminister habe ja vor längerer Zeit von Juli gesprochen. Der sei bekanntlich schon lange vorbei.

In das Besetzungskarussell für die Nachfolge von Janet Yellen komme ebenfalls immer mehr Fahrt. Nun werde John Taylor als Favorit von den Chefsessel bei der FED gehandelt. Nach Aussagen aus dem Weißen Haus wolle der US-Präsident am Mittwoch mit Janet Yellen sprechen. Der US-Präsident sollte es sich sehr gut überlegen, ob er tatsächlich einen Falken an die Spitze des FED hieven möchte. Schließlich würden die Haushaltsdefizite bei der aktuellen Planung für die Steuerreform sowie für zusätzliche Infrastrukturausgaben sich nicht kleiner werden. Billiges Geld würde zumindest dabei helfen, die Zinslast nicht noch mehr aus dem Ruder laufen zu lassen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit leichten Verlusten in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,65 und 163,00 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,23 und 2,37% schwanken. (17.10.2017/alc/a/a)





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