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Renten: Unternehmensorientierte Anleihen aussichtsreich
07.08.15 12:13
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Lang ist's her, dass wir eine "aktuelle Anlagestrategie" ohne Griechenland als Hauptthema schreiben konnten, so die Analysten der Weberbank.
Aber heute sei es soweit: Viel Platz also für einen Blick rund um den Globus. Nutzen wir diesen, bevor ein neues (oder altes) Hauptthema die Schlagzeilen erreicht, so die Analysten der Weberbank. In den USA würden sich die Anzeichen verdichten, dass die US-Notenbank FED ihren Leitzins im September anheben werde.
In ihrem jüngsten Statement sei zumindest eine kleine, aber entscheidende Formulierung geändert worden: Es werde nun von "some further improvements in the labor market" gesprochen. Die FED sehe demnach nur noch "einige weitere Verbesserungen" des Arbeitsmarktes als Voraussetzung für einen ersten Zinsschritt. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen im September habe sich also nochmals erhöht.
Ganz festlegen möchte sich FED-Chefin Janet Yellen aber immer noch nicht. Nach wie vor wolle sie datenabhängig entscheiden. Die US-Konjunktur würde einen solchen Schritt auf jeden Fall erlauben. Denn der Arbeitsmarkt entwickele sich weiter robust. Die jüngsten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) seien zwar leicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben, allerdings nur, weil die Vergleichsgröße, nämlich das BIP-Wachstum vom ersten Quartal, deutlich von -0,2% auf +0,6% hochrevidiert worden sei. Das gesamte erste Halbjahr habe demnach überzeugen können.
Und auch die Teilsegmente des BIP hätten zu gefallen gewusst: So hätten sich die Exporte nach einem streikinduzierten schwachen ersten Quartal wieder erfreulich gezeigt. Auch der Konsum trage das US-Wachstum weiter auf sicheren Schultern. Weiter südlich auf dem amerikanischen Kontinent laufe es dagegen gar nicht rund. In Brasilien stünden nahezu alle Indikatoren auf Rezession. Und die Inflation steige weiter.
Obendrein stehe Präsidentin Rousseff weiter wegen diverser Korruptionsskandale unter Beschuss. Keine gute Basis also für eine baldige Erholung der Wirtschaft. Ebenso schwach zeige sich Europas Nachbar Russland, das deutlich unter den Sanktionen in Folge des Ukraine-Konfliktes leide. Das Bruttoinlandsprodukt falle um 2,2% gegenüber dem Vorjahr, und der Rubel stehe erneut unter Abwertungsdruck. Der starke Preisverfall des Öls tue ein Übriges.
In Europa stünden die Zeichen dagegen auf Erholung. Stimmungsindices würden allenthalben ein gutes Umfeld signalisieren. Und insbesondere die Volkswirtschaften der Peripherieländer könnten sich, mit Ausnahme von Griechenland, sehr gut erholen. So sei das BIP von Spanien zuletzt mit +3,1% gemeldet worden.
Asien präsentiere sich zwar mit den tendenziell besten Volkswirtschaftsdaten innerhalb der Schwellenländer, jedoch habe zuletzt das Vorzeigekind China Federn lassen müssen. Viele Indikatoren würden hier einen Konjunkturrückgang signalisieren, obwohl das BIP jüngst wieder exakt auf dem von der Regierung als Ziel ausgegebenen Niveau von 7% gelegen habe. Eine deutliche 30%-Korrektur der dortigen Aktienmärkte verunsichere die Marktteilnehmer zusätzlich.
Nachbar Japan zeige hingegen eine positive Entwicklung. Die Wirtschaftsankurbelung von Premierminister Abe im Zusammenspiel mit der japanischen Notenbank fruchte. Der schwache Yen lasse die Unternehmensgewinne der dortigen Unternehmen deutlich ansteigen. So hätten die Unternehmen des Nikkei-Index' bislang im Schnitt ein Gewinnwachstum von über 40% im zweiten Quartal des Jahres berichtet.
Die Weltmärkte würden sich also sehr heterogen präsentieren. Während es in den entwickelten Volkswirtschaften USA, Europa und Japan gut laufe, würden sich die Schwellenländer in einer schwierigen Phase befinden. Für Aktieninvestoren ergebe sich daraus die Schlussfolgerung, sich aktuell den aussichtsreicheren Industrienationen zuzuwenden und Schwellenländeraktien eher zu meiden bzw. nur ganz selektiv zu berücksichtigen. Auch die Analysten würden verstärkt auf Europas Aktien setzen und weiter ihre Schwellenländerengagements reduzieren.
Auch Renteninvestoren hätten zuletzt einen Anstieg der Risikoaufschläge ihrer Schwellenländerinvestments gesehen. Unternehmensanleihen würden hier aber auf einem attraktiven Renditeniveau erscheinen. Insbesondere asiatische Titel sollten von einer kostenseitigen Entlastung der Unternehmen in Folge der wieder stark fallenden Ölpreise unterstützt sein, denn Asiens Volkswirtschaften würden zu den größten Energieimporteuren gehören. Auch europäische Unternehmensanleihen würden nach Erachten der Analysten interessante Risikoprämien bieten. Ebenso sollten Wandelanleihen von einer erwarteten positiven Aktienentwicklung in Europa profitieren.
Von Rohstoffinvestments würden die Analysten hingegen weiterhin abraten. Neben deutlich fallenden Ölpreisen und schwacher Goldnachfrage würden auch Industriemetalle weiter deutliche Preisrückgänge verzeichnen. (07.08.2015/alc/a/a)
Aber heute sei es soweit: Viel Platz also für einen Blick rund um den Globus. Nutzen wir diesen, bevor ein neues (oder altes) Hauptthema die Schlagzeilen erreicht, so die Analysten der Weberbank. In den USA würden sich die Anzeichen verdichten, dass die US-Notenbank FED ihren Leitzins im September anheben werde.
In ihrem jüngsten Statement sei zumindest eine kleine, aber entscheidende Formulierung geändert worden: Es werde nun von "some further improvements in the labor market" gesprochen. Die FED sehe demnach nur noch "einige weitere Verbesserungen" des Arbeitsmarktes als Voraussetzung für einen ersten Zinsschritt. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen im September habe sich also nochmals erhöht.
Ganz festlegen möchte sich FED-Chefin Janet Yellen aber immer noch nicht. Nach wie vor wolle sie datenabhängig entscheiden. Die US-Konjunktur würde einen solchen Schritt auf jeden Fall erlauben. Denn der Arbeitsmarkt entwickele sich weiter robust. Die jüngsten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) seien zwar leicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben, allerdings nur, weil die Vergleichsgröße, nämlich das BIP-Wachstum vom ersten Quartal, deutlich von -0,2% auf +0,6% hochrevidiert worden sei. Das gesamte erste Halbjahr habe demnach überzeugen können.
Und auch die Teilsegmente des BIP hätten zu gefallen gewusst: So hätten sich die Exporte nach einem streikinduzierten schwachen ersten Quartal wieder erfreulich gezeigt. Auch der Konsum trage das US-Wachstum weiter auf sicheren Schultern. Weiter südlich auf dem amerikanischen Kontinent laufe es dagegen gar nicht rund. In Brasilien stünden nahezu alle Indikatoren auf Rezession. Und die Inflation steige weiter.
In Europa stünden die Zeichen dagegen auf Erholung. Stimmungsindices würden allenthalben ein gutes Umfeld signalisieren. Und insbesondere die Volkswirtschaften der Peripherieländer könnten sich, mit Ausnahme von Griechenland, sehr gut erholen. So sei das BIP von Spanien zuletzt mit +3,1% gemeldet worden.
Asien präsentiere sich zwar mit den tendenziell besten Volkswirtschaftsdaten innerhalb der Schwellenländer, jedoch habe zuletzt das Vorzeigekind China Federn lassen müssen. Viele Indikatoren würden hier einen Konjunkturrückgang signalisieren, obwohl das BIP jüngst wieder exakt auf dem von der Regierung als Ziel ausgegebenen Niveau von 7% gelegen habe. Eine deutliche 30%-Korrektur der dortigen Aktienmärkte verunsichere die Marktteilnehmer zusätzlich.
Nachbar Japan zeige hingegen eine positive Entwicklung. Die Wirtschaftsankurbelung von Premierminister Abe im Zusammenspiel mit der japanischen Notenbank fruchte. Der schwache Yen lasse die Unternehmensgewinne der dortigen Unternehmen deutlich ansteigen. So hätten die Unternehmen des Nikkei-Index' bislang im Schnitt ein Gewinnwachstum von über 40% im zweiten Quartal des Jahres berichtet.
Die Weltmärkte würden sich also sehr heterogen präsentieren. Während es in den entwickelten Volkswirtschaften USA, Europa und Japan gut laufe, würden sich die Schwellenländer in einer schwierigen Phase befinden. Für Aktieninvestoren ergebe sich daraus die Schlussfolgerung, sich aktuell den aussichtsreicheren Industrienationen zuzuwenden und Schwellenländeraktien eher zu meiden bzw. nur ganz selektiv zu berücksichtigen. Auch die Analysten würden verstärkt auf Europas Aktien setzen und weiter ihre Schwellenländerengagements reduzieren.
Auch Renteninvestoren hätten zuletzt einen Anstieg der Risikoaufschläge ihrer Schwellenländerinvestments gesehen. Unternehmensanleihen würden hier aber auf einem attraktiven Renditeniveau erscheinen. Insbesondere asiatische Titel sollten von einer kostenseitigen Entlastung der Unternehmen in Folge der wieder stark fallenden Ölpreise unterstützt sein, denn Asiens Volkswirtschaften würden zu den größten Energieimporteuren gehören. Auch europäische Unternehmensanleihen würden nach Erachten der Analysten interessante Risikoprämien bieten. Ebenso sollten Wandelanleihen von einer erwarteten positiven Aktienentwicklung in Europa profitieren.
Von Rohstoffinvestments würden die Analysten hingegen weiterhin abraten. Neben deutlich fallenden Ölpreisen und schwacher Goldnachfrage würden auch Industriemetalle weiter deutliche Preisrückgänge verzeichnen. (07.08.2015/alc/a/a)


