Renten: Die US-Preisdaten sprechen durchaus für eine weitere Leitzinsanhebung


16.10.17 09:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die neuesten Wirtschaftsinformationen aus den USA fielen am Freitag vielversprechend aus, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Einzelhandelsumsätze hätten bei nach oben korrigierten Vormonatswerten deutlich angezogen. Der vorläufige Wert des Indikators der Uni Michigan habe einen Sprung von mehr als sechs Punkten auf 101,1 Punkte gemacht. Mit dem US-Konsumenten könne wohl wieder gerechnet werden. Die Konsumentenpreisdaten seien im September zwar ganz leicht hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Dennoch hätten sie gute Argumente für einen nächsten Leitzinsschritt der FED im Dezember geliefert. Schließlich habe die Richtung gestimmt. Nichtsdestotrotz zeichne sich zurzeit jedenfalls keine klare Mehrheit für einen Leitzinsschritt ab, obwohl die FED-Chefin daran festzuhalten scheine. Zudem verliere sie mit ihrem Vize Fischer heute einen Mitstreiter, der sich sowieso eher für einen restriktiveren geldpolitischen Kurs eingesetzt habe.

Heute Morgen seien bereits Preisdaten für China veröffentlicht worden. Während die Konsumentenpreise im Rahmen der Schätzungen ausgefallen seien, hätten die Erzeugerpreise kräftig zugelegt. Zum einen dürften sich hier die höheren Rohstoffpreise bemerkbar gemacht haben. Zum anderen könnte der Anstieg durchaus ein Zeichen für die Belebung der wirtschaftlichen Aktivität sein. Darauf würden Aussagen von einem Vertreter der chinesischen Notenbank hindeuten, der von einem Wirtschaftswachstum von etwa 7% im zweiten Halbjahr 2017 ausgehe. Vor dem Beginn des 19. Parteikongresses am 18. Oktober würden noch einmal gute Nachrichten verbreitet.

Im weiteren Tagesverlauf stehe vor allem Spanien im Fokus. Gegen 10 Uhr laufe die Frist aus, zu der sich die katalonische Regionalregierung hinsichtlich der Unabhängigkeit erklären müsse. Keine Antwort werde wie ein "ja" durch die spanische Zentralregierung behandelt werden. Es sei im Tagesverlauf also durchaus mit einigen Tumulten zu rechnen, es sei denn, die katalonische Regionalregierung rufe Neuwahlen aus, um erneut Zeit zu gewinnen. Allerdings werde Madrid weiterhin Härte zeigen.

Letztlich würden die Entwicklungen in Spanien deutlich machen, dass es zahlreiche politische Probleme im Euroraum gebe. In dieselbe Richtung sei das Wahlergebnis in Österreich zu interpretieren. In wie weit daher ein stärkeres Zusammenwachsen des Euroraums, wie es bspw. von Präsidenten der Europäischen Kommission oder dem französischen Präsidenten propagiert werde, überhaupt eine Chance habe, bleibe offen. Die wirtschaftliche Lage des Euroraums habe sich dank kräftiger Mithilfe der EZB aufgehellt. Nun würden die massiven politischen Probleme aufzubrechen drohen.

Die europäischen Notenbanker hätten auf der Herbsttagung von Weltbank und IWF unisono die Reduzierung des geldpolitischen Stimulus betont. Es würden zahlreiche Optionen durch die Medien geistern. Eines werde jedoch immer wahrscheinlicher: Die erste Leitzinsanhebung dürfte es erst in 2019 geben.

Konjunkturdatenseitig herrsche heute Ebbe. Daher dürften die Investoren auch auf die Berichtssaison sowie Neuigkeiten aus Washington schauen. Themen wie die Gestaltung der Steuerreform, der Umgang mit Obamacare usw. stünden durchaus im Mittelpunkt des Interesses.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum geändert in den ersten Handelstag der Woche starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,40 und 162,90 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,23 und 2,37% schwanken. (16.10.2017/alc/a/a)





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