Renten: US-Konsumentenpreise und Einzelhandelsumsätze enttäuschten nicht


15.01.18 11:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der Handelstag am Freitag stand vor allem im Zeichen von Preisdaten und dem Auftakt der US-Berichtssaison, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Preisdaten aus dem Euroraum bzw. einigen Ländern des Euroraums für den Monat Dezember hätten angedeutet, dass der Preisauftrieb immer noch vergleichsweise schwach sei. Die Teuerung liege jetzt im Jahresvergleich deutlich oberhalb der Marke von einem Prozent. In den USA dagegen sei den Konsumentenpreisen das "Schicksal" der Erzeugerpreise für den Dezember erspart geblieben. Die Verbraucherpreise hätten im Rahmen der Schätzungen zulegen können. Nun nähere sich auch die Kernrate auf Jahresbasis der Marke von zwei Prozent langsam an. Die US-Notenbank täte also gut daran, die Entwicklung genau zu beobachten.

Schließlich hätten sich die Preissteigerungen im Dezember durch nahezu alle Güter und Dienstleistungen gezogen, abgesehen von Treibstoffen, die sich leicht verbilligt hätten. Außerdem hätten die US-Amerikaner im Weihnachtsmonat ordentlich eingekauft, was sich an den Einzelhandelsumsätzen ablesen lasse. Auf den privaten Verbrauch bleibe also Verlass. Die positiven Nachrichten hätten auch auf die Kapitalmärkte ausgestrahlt. So hätten die Aktienmärkte insgesamt zugelegt, was sich heute Morgen im asiatischen Handel fortgesetzt habe. Nichtsdestotrotz dürfte der heutige Handelstag vergleichsweise langweilig werden, denn in den USA finde aufgrund eines Feiertages kein Handel statt.

Die US-Politiker dürften dennoch gut beschäftigt sein. Schließlich müsse der shut down der öffentlichen Verwaltung, der ohne Anhebung der Verschuldungsobergrenze bis zum 19. Januar 2018 drohe, vermieden werden. Wieder einmal sehe es zurzeit jedoch danach aus, als ob es keine Einigung geben könnte. Ein strittiger Punkt sei das Bleiberecht für Kinder illegaler Immigranten, auf das die Demokraten als Gegenleistung für eine Anhebung der Verschuldungsobergrenze beharren würden. Eine klare Position der Republikaner scheine es dazu nicht zu geben. Dementsprechend werde das durchaus ein Thema sein, das die Märkte bis Freitag beschäftigen werde. Gleiches gelte für die Berichtssaison in den USA, die langsam an Fahrt gewinne.

Europäischen Konjunkturdaten, die dem Handel heute Impulse geben könnten, seien Mangelware. Die europäischen Außenhandelsdaten sollten vor allem dank deutscher Mithilfe einen ordentlichen Überschuss aufweisen. Ansonsten könnte die Lage in Griechenland wieder etwas in den Fokus rücken, denn die Überprüfung der Fortschritte und Umsetzung der Auflagen durch die Geldgeber stehe an. Vermutlich, so sei es jedenfalls schon in ersten Berichten kolportiert worden, hinke das Land hinsichtlich der Umsetzung der Zusagen wieder hinterher. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung im gesamten Euroraum scheine das jedoch kaum zu interessieren. Vermutlich würden sich die Anleger diesem Thema erst dann wieder widmen, wenn Griechenland das Rettungsprogramm im August verlassen werde.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte heute Morgen mit leichten Kursgewinnen in die Handelswoche starten. Viel Bewegung sollte es aufgrund der Abwesenheit der US-Märkte jedoch nicht geben. Er bleibe jedoch angeschlagen. Im weiteren Handelsverlauf sollte er sich zwischen 159,70 und 161,20 bewegen. (15.01.2018/alc/a/a)





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