Renten: Der US-Arbeitsmarktbericht rückt in den Fokus der Investoren


06.07.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Ähnlich wie bereits die endgültigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende konnten diejenigen für das Dienstleistungsgewerbe für verschiedene Euroländer überzeugen, so die Analysten der National-Bank AG.

Das Wirtschaftswachstum werde sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Das dürfte die Debatte um den künftigen geldpolitischen Kurs anheizen. Heute werde man einmal mehr die gegensätzlichen Positionen dazu hören. Während der Bundesbankpräsident sich für eine rasche Änderung der Geldpolitik der EZB stark machen werde, dürfte ihr Chefvolkwirt erneut auf der Bremse stehen und wie die Mehrheit der EZB-Vertreter abwarten und sich an der aktuellen Forward Guidance orientieren wollten.

Schließlich stünden nach den jüngsten Daten zur Preisentwicklung hinter dem Erreichen von Preisstabilität gemäß EZB-Definition Fragezeichen. Das gehe jedoch nicht nur den europäischen Notenbankern so. Die US-amerikanischen würden sich in einer ähnlichen Situation zu befinden scheinen. Dort gehe jedoch eine Mehrheit davon aus, dass die Verlangsamung des Preisauftriebs durch temporäre Faktoren verursacht werde.

Außerdem habe das Protokoll deutlich gemacht, dass sich die US-Notenbanker über den Starttermin für den Bilanzabbau nicht sicher seien, sodass der inzwischen von den Kapitalmärkten kolportierte Termin September nicht gesetzt sei. Es könnte auch später im Jahr gestartet werden, was dann Auswirkungen auf die Fortsetzung des Leitzinszyklus hätte. Zudem seien sich die US-Notenbanker unsicher, wie sich der Bilanzabbau auf die Renditen auswirken werde - trail and error dürfte daher der Ansatz werden.

Die Investoren würden sich heute vor allem auf die US-Arbeitsmarktdaten konzentrieren. Der ADP-Bericht werde daher viel Beachtung finden, obwohl er sich nicht unbedingt als zutreffender Schätzer für den richtigen Arbeitsmarktbericht am Freitag eigne. Grundsätzlich dürfte die US-Wirtschaft jedoch genug Arbeitsplätze geschaffen haben, um auf dem Pfad zur Vollbeschäftigung zu bleiben, auch wenn sich das wahrscheinlich nicht in der Lohnentwicklung widerspiegeln werde.

Es gebe also auch in den USA immer noch Arbeitskräftereserven, die nicht genutzt würden. Ganz unbeachtet sollten die Daten zu den deutschen Industrieaufträgen nicht bleiben. Sie sollten stark angezogen sein, um die hohen Werte von Ifo und Markit Einkaufsmanagerindex zu rechtfertigen. Anders als in den USA würden weiche (Stimmungsindikatoren) und harte Daten zusammenpassen, denn in den USA seien die Auftragseingänge noch stärker zurückgegangen als es erwartet worden sei, obwohl die Stimmung sehr gut sei.

Nachdem der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gestern erneut nicht in der Lage gewesen sei, sein Gewinne zu verteidigen, sollte er heute Morgen wenig verändert in den Tag starten. Die großvolumigen Emissionen aus Frankreich und Spanien mit dem Fokus auf das lange Ende der Kurve dürften am Vormittag für etwas Kursdruck sorgen. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 161,10 und 162,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,25 und 2,39% schwanken. (06.07.2017/alc/a/a)





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