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Renten: Trend zu steigenden Renditen pausiert
18.10.21 09:15
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Wochenschluss kam es an den Rentenmärkten zu einer spürbaren Erholung, so die Experten von Union Investment.
Staatsanleihen hätten von fallenden Renditen, Anleihen mit einem Zinsaufschlag zusätzlich von rückläufigen Risikoaufschlägen profitiert. Dabei habe sich auch die Liquidität im Markt verbessert und sowohl Staaten als auch Unternehmen hätten wieder problemlos neue Papiere begeben können. Aufgrund der hohen Nachfrage hätten sie dabei auch nur geringe Neuemissionsprämien zahlen müssen.
In der vergangenen Woche sei das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank FED veröffentlicht worden. Darin hätten sich die Währungshüter darüber einig gezeigt, auf der nächsten Sitzung Anfang November den Startschuss für eine Rückführung der Anleihekäufe (Tapering) geben zu wollen. Die jüngsten Inflationszahlen dürften die Notenbanker in ihrem Vorhaben wohl eher noch bestärkt haben. Ende November oder Anfang Dezember werde man dann vermutlich mit der Reduzierung beginnen. Verfechter einer eher restriktiveren Geldpolitik wollten dabei das Tempo hochhalten, um schon möglichst früh im kommenden Jahr zumindest die Möglichkeit zu haben, die Leitzinsen anzuheben.
Mehr und mehr habe sich in der vergangenen Woche dann aber die Meinung durchgesetzt, dass die FED mit ihren Plänen womöglich die Konjunktur abwürgen könnte. Gut ablesbar sei dies auch an einer deutlichen Verflachung der Zinsstrukturkurve gewesen. Während das vordere Ende auf die Zinserhöhungsfantasien reagiert habe und es zu steigenden Renditen gekommen sei, hätten Wachstumssorgen bei langlaufenden Papieren für Kursgewinne gesorgt. Die Rendite für 30-jährige US-Schatzanweisungen habe zwischenzeitlich um rund 15 Basispunkte nachgegeben.
Die Türkische Lira sei in der vergangenen Woche weiter unter Druck geraten und habe ein Allzeittief zu gleich mehreren Währungen erreicht. Präsident Erdogan habe jene drei Mitglieder der Türkischen Notenbank entlassen, die auf der letzten Sitzung gegen die erst kürzlich erfolgte Zinssenkung gestimmt hätten. Es sei nicht der erste Personalwechsel. Seit 2019 sei auch der Chefposten der Zentralbank viermal neu besetzt worden. Erdogan möchte die Leitzinsen niedrig und das Wachstum somit hoch halten. Die Währungshüter würden sich indes um die galoppierende Inflation sorgen, die inzwischen bei knapp 20 Prozent im Jahresvergleich liege. Ein Euro habe Freitagmittag 10,7 Lira gekostet. Anfang 2018 seien es noch weniger als fünf Lira gewesen. Dadurch würden Importe deutlich teurer, was die Preise weiter steigen lassen dürfte. (Ausgabe vom 15.10.2021) (18.10.2021/alc/a/a)
Staatsanleihen hätten von fallenden Renditen, Anleihen mit einem Zinsaufschlag zusätzlich von rückläufigen Risikoaufschlägen profitiert. Dabei habe sich auch die Liquidität im Markt verbessert und sowohl Staaten als auch Unternehmen hätten wieder problemlos neue Papiere begeben können. Aufgrund der hohen Nachfrage hätten sie dabei auch nur geringe Neuemissionsprämien zahlen müssen.
Mehr und mehr habe sich in der vergangenen Woche dann aber die Meinung durchgesetzt, dass die FED mit ihren Plänen womöglich die Konjunktur abwürgen könnte. Gut ablesbar sei dies auch an einer deutlichen Verflachung der Zinsstrukturkurve gewesen. Während das vordere Ende auf die Zinserhöhungsfantasien reagiert habe und es zu steigenden Renditen gekommen sei, hätten Wachstumssorgen bei langlaufenden Papieren für Kursgewinne gesorgt. Die Rendite für 30-jährige US-Schatzanweisungen habe zwischenzeitlich um rund 15 Basispunkte nachgegeben.
Die Türkische Lira sei in der vergangenen Woche weiter unter Druck geraten und habe ein Allzeittief zu gleich mehreren Währungen erreicht. Präsident Erdogan habe jene drei Mitglieder der Türkischen Notenbank entlassen, die auf der letzten Sitzung gegen die erst kürzlich erfolgte Zinssenkung gestimmt hätten. Es sei nicht der erste Personalwechsel. Seit 2019 sei auch der Chefposten der Zentralbank viermal neu besetzt worden. Erdogan möchte die Leitzinsen niedrig und das Wachstum somit hoch halten. Die Währungshüter würden sich indes um die galoppierende Inflation sorgen, die inzwischen bei knapp 20 Prozent im Jahresvergleich liege. Ein Euro habe Freitagmittag 10,7 Lira gekostet. Anfang 2018 seien es noch weniger als fünf Lira gewesen. Dadurch würden Importe deutlich teurer, was die Preise weiter steigen lassen dürfte. (Ausgabe vom 15.10.2021) (18.10.2021/alc/a/a)


