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Renten: Sichere Staatsanleihen bevorzugt
06.12.21 10:30
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten waren infolge der aufkommenden Risikoaversion sichere Staatsanleihen mit längeren Fälligkeiten gefragt, so die Experten von Union Investment.
Im Euroraum hätten hiervon vor allem Papiere aus den Kernstaaten profitiert. Der Gesamtmarkt (iBoxx Sovereign-Index) habe etwas zugelegt. Mit Blick auf die deutsche Zinsstrukturkurve sei eine leichte Verflachung zu beobachten gewesen. Während im Bereich bis siebe Jahren die Renditen um bis zu drei Basispunkte angestiegen seien, hätten längere Laufzeiten Renditerückgänge um bis zu acht Basispunkten (30 Jahre) aufgewiesen. Per Freitagvormittag habe die komplette deutsche Zinskurve im negativen Renditebereich gelegen. Die richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen hätten mit minus 0,37 Prozent drei Basispunkte unter dem Handelsschluss der Vorwoche rentiert.
Die Euro-Peripherie habe ebenfalls zu leichten Renditerückgängen tendiert. Favorisiert worden seien griechische Staatsanleihen. Deren Zehnjahresverzinsung sei von 1,26 auf 1,18 Prozent gefallen. Auffällig sei gewesen, dass sich der Renditeabstand zwischen bundesdeutschen und italienischen Staatsanleihen ausgeweitet habe.
Eine womöglich striktere Geldpolitik der EZB mit Blick auf die Anleiheankäufe habe etwas verunsichert, auch mit Blick auf das Jahresende. Im Rahmen der Positionierung zum kommenden Jahresende würden aktuell sichere Anlagen wie etwa Bundespapiere verstärkt gesucht. So seien aktuell Verspannungen im Geldmarktbereich zu beobachten, bei denen die Renditen kurzlaufender solider Staatsemittenten im negativen Bereich weiter deutlich rückläufig seien. Nach dem Jahreswechsel sollte dort aber wieder Normalität einkehren.
Am US-Staatsanleihemarkt habe die Zinskurve ebenfalls flacher tendiert, aber etwas ausgeprägter als die Bundkurve. Die Aussicht auf eine striktere US-Geldpolitik habe die Renditen im kurzen Laufzeitbereich deutlich steigen lassen (Zwei Jahre plus 12 Basispunkte). Bei den langen Laufzeiten hätten die Renditen im einstelligen Bereich nachgegeben. Zehnjährige US-Treasuries hätten mit 1,43 Prozent (Vorwoche 1,47 Prozent) rentiert.
Euro-Unternehmensanleihen hätten sich zuletzt von den vorangegangenen Verlusten erholt, die Risikoaufschläge (Spreads) hätten sich nach der Ausweitung in der Vorwoche zuletzt wieder etwas eingeengt. Am Markt für Rentenpapiere aus den Schwellenländern (Emerging Markets) seien ebenfalls rückläufige Spreads zu beobachten gewesen. Allerdings sei einiges an Anlagekapital aus diesem Sektor abgezogen worden, sowohl was die Hartwährungs- (US-Dollar und Euro) als auch die lokalen Währungsmärkte betreffe.
Die Investoren würden sich angesichts des kommenden Jahreswechsels dort etwas vorsichtiger positionieren. So sei etwa in der Berichtswoche eine fortgesetzte Abwertung der Türkischen Lira zu beobachten gewesen. Ein erneuter Wechsel an der Spitze des türkischen Finanzministeriums habe zu weiterem Abwertungsdruck auf die türkische Währung geführt. Für einen Euro hätten in der Spitze knapp 16 Türkische Lira (Vorwoche 14 Lira) gezahlt werden müssen. Politisch motivierte massive Zinssenkungen der Zentralbank trotz sehr hoher Inflationsdaten würden sich entsprechend im Wechselkursgefüge niederschlagen. Direkte Deviseninterventionen seitens der Türkischen Zentralbank zur Stützung der Lira seien bislang eher erfolglos geblieben. Zum Vergleich: Noch zu Jahresbeginn 2021 seien rund neun Lira für einen Euro gezahlt worden.
Zum Schluss der neuen Handelswoche seien die US-Verbraucherpreise für November von übergeordneter Bedeutung. Sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) dürften den Schätzungen zufolge noch einmal gestiegen sein. Der Inflationstrend dürfte sich also erst einmal weiter fortsetzen. Darüber hinaus stünden für die deutsche Wirtschaft einige Veröffentlichungen aus dem Monat Oktober an. Neben den Auftragseingängen in der Industrie (Montag) werde die Industrieproduktion (Dienstag) bekannt gegeben. Zudem stehe am Dienstag der ZEW-Index zur Lage und den Erwartungen im November auf der Agenda. (Ausgabe vom 03.12.2021) (06.12.2021/alc/a/a)
Im Euroraum hätten hiervon vor allem Papiere aus den Kernstaaten profitiert. Der Gesamtmarkt (iBoxx Sovereign-Index) habe etwas zugelegt. Mit Blick auf die deutsche Zinsstrukturkurve sei eine leichte Verflachung zu beobachten gewesen. Während im Bereich bis siebe Jahren die Renditen um bis zu drei Basispunkte angestiegen seien, hätten längere Laufzeiten Renditerückgänge um bis zu acht Basispunkten (30 Jahre) aufgewiesen. Per Freitagvormittag habe die komplette deutsche Zinskurve im negativen Renditebereich gelegen. Die richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen hätten mit minus 0,37 Prozent drei Basispunkte unter dem Handelsschluss der Vorwoche rentiert.
Die Euro-Peripherie habe ebenfalls zu leichten Renditerückgängen tendiert. Favorisiert worden seien griechische Staatsanleihen. Deren Zehnjahresverzinsung sei von 1,26 auf 1,18 Prozent gefallen. Auffällig sei gewesen, dass sich der Renditeabstand zwischen bundesdeutschen und italienischen Staatsanleihen ausgeweitet habe.
Am US-Staatsanleihemarkt habe die Zinskurve ebenfalls flacher tendiert, aber etwas ausgeprägter als die Bundkurve. Die Aussicht auf eine striktere US-Geldpolitik habe die Renditen im kurzen Laufzeitbereich deutlich steigen lassen (Zwei Jahre plus 12 Basispunkte). Bei den langen Laufzeiten hätten die Renditen im einstelligen Bereich nachgegeben. Zehnjährige US-Treasuries hätten mit 1,43 Prozent (Vorwoche 1,47 Prozent) rentiert.
Euro-Unternehmensanleihen hätten sich zuletzt von den vorangegangenen Verlusten erholt, die Risikoaufschläge (Spreads) hätten sich nach der Ausweitung in der Vorwoche zuletzt wieder etwas eingeengt. Am Markt für Rentenpapiere aus den Schwellenländern (Emerging Markets) seien ebenfalls rückläufige Spreads zu beobachten gewesen. Allerdings sei einiges an Anlagekapital aus diesem Sektor abgezogen worden, sowohl was die Hartwährungs- (US-Dollar und Euro) als auch die lokalen Währungsmärkte betreffe.
Die Investoren würden sich angesichts des kommenden Jahreswechsels dort etwas vorsichtiger positionieren. So sei etwa in der Berichtswoche eine fortgesetzte Abwertung der Türkischen Lira zu beobachten gewesen. Ein erneuter Wechsel an der Spitze des türkischen Finanzministeriums habe zu weiterem Abwertungsdruck auf die türkische Währung geführt. Für einen Euro hätten in der Spitze knapp 16 Türkische Lira (Vorwoche 14 Lira) gezahlt werden müssen. Politisch motivierte massive Zinssenkungen der Zentralbank trotz sehr hoher Inflationsdaten würden sich entsprechend im Wechselkursgefüge niederschlagen. Direkte Deviseninterventionen seitens der Türkischen Zentralbank zur Stützung der Lira seien bislang eher erfolglos geblieben. Zum Vergleich: Noch zu Jahresbeginn 2021 seien rund neun Lira für einen Euro gezahlt worden.
Zum Schluss der neuen Handelswoche seien die US-Verbraucherpreise für November von übergeordneter Bedeutung. Sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) dürften den Schätzungen zufolge noch einmal gestiegen sein. Der Inflationstrend dürfte sich also erst einmal weiter fortsetzen. Darüber hinaus stünden für die deutsche Wirtschaft einige Veröffentlichungen aus dem Monat Oktober an. Neben den Auftragseingängen in der Industrie (Montag) werde die Industrieproduktion (Dienstag) bekannt gegeben. Zudem stehe am Dienstag der ZEW-Index zur Lage und den Erwartungen im November auf der Agenda. (Ausgabe vom 03.12.2021) (06.12.2021/alc/a/a)


