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Renten: Schwellenländer mit hoffnungsvollen Signalen
09.05.14 15:46
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Politik prägt aktuell stark das Geschehen an den Kapitalmärkten, so die Analysten der Weberbank.
Außen- und Geldpolitik würden sich mit Impulsen abwechseln. Der Ukraine-Konflikt halte die Außenpolitiker der westlichen Welt in Atem. Eine schnelle Lösung sei nicht in Sicht. Nach wie vor sei die weitere Entwicklung der Ukraine unklar. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes sei nicht hoch, es gehe jedoch längst um die Vertretung westlicher und russischer Interessen in der Region. Russland zeige sich selbstbewusst und schwer berechenbar. Die langfristigen Abhängigkeiten voneinander seien hoch und sollten nicht unterschätzt werden.
Russland sei dominierend bei Energie- und Agrarrohstoffen. Gleichzeitig sei Russland aber auch auf westliches Geld angewiesen. Eine Zweckgemeinschaft, die eine Eskalation der Situation nicht zu dem Hauptszenario der Analysten werden lasse. Die amerikanische Notenbank (FED) setze ihren strafferen geldpolitischen Kurs fort und habe die monatlichen Wertpapierkäufe erneut reduziert.
Zwar habe das Wachstum der US-Wirtschaft wetterbedingt im ersten Quartal enttäuscht, die aktuellen volkswirtschaftlichen Indikatoren würden jedoch in der laufenden Periode eine kräftige Konjunkturbelebung andeuten. In diesem Umfeld sei davon auszugehen, dass die Wertpapierkäufe der FED im Herbst vollständig auslaufen würden. Zinserhöhungen seien hier frühestens im Jahr 2015 zu erwarten.
Diesseits des Atlantiks sei die Geldpolitik entgegengesetzt ausgerichtet: Die jüngsten Inflationszahlen für die Eurozone würden zwar einen leichten Anstieg der Preissteigerung signalisieren, das Niveau sei jedoch mit 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr immer noch sehr gering und liege unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Die volkswirtschaftlichen Daten würden eine Fortsetzung der Wirtschaftserholung im Euroraum andeuten, die EZB mache sich jedoch Sorgen um die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung: Die Kreditvergabe sei speziell in Südeuropa weiterhin sehr gering und bremse das Wachstum.
Seit Monaten werde darüber spekuliert, ob die EZB tätig werde und ein Programm zur Belebung der Kreditvergabe lanciere bzw. die Zinsen erneut senke. Bei der gestrigen Sitzung der Notenbank seien diesbezüglich keine neuen Impulse gesetzt worden. Die EZB behalte sich jedoch weiterhin alle Optionen offen, in den kommenden Monaten gegebenenfalls Nägel mit Köpfen zu machen.
Festverzinsliche Papiere hätten erneut zulegen und neue Höchststände markieren können. Die positive Stimmung der Marktteilnehmer bezüglich Anleihen südeuropäischer Länder sei ungebrochen. Auch deutsche Staatsanleihen seien weiter beliebt. Vor allem, wenn Sicherheit gefragt gewesen sei, da beispielsweise negative Nachrichten aus der Ukraine belastet hätten, hätten deutsche Rentenpapiere profitieren können. Der positive Trend sei nun schon seit Beginn des Jahres etabliert.
Die Luft für weitere Kurszuwächse werde nach Meinung der Analysten langsam dünner, eine nachhaltige Trendumkehr würden die Analysten jedoch derzeit nicht erwarten. Hoffnungsvolle Signale würden seit einigen Wochen Schwellenländeranleihen aussenden. Das Segment, das seit Mai letzten Jahres unter Druck gestanden habe, könne endlich wieder Investorengelder anziehen. Sollte die Stabilisierung anhalten, verfüge die Anlageklasse über ein attraktives Chancen-Risiko-Profil.
Kennen Sie eigentlich Alibaba? Nein, es handelt sich nicht wie vielleicht gemutmaßt um einen Räuber aus dem Morgenland, so die Analysten der Weberbank. Vielmehr gehe es um den weltgrößten Handelskonzern im Internet. Das chinesische Unternehmen, das erst vor 15 Jahren gegründet worden sei, sei in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen und stelle mittlerweile selbst eBay oder Amazon.com beim Umsatz in den Schatten.
Ein Teil der Aktien des Unternehmens solle nun an der Börse gelistet werden. Es könnte der größte Börsengang aller Zeiten werden. Nach Facebook und Twitter strebe damit ein weiteres großes Internetunternehmen an den Kapitalmarkt. Die Häufung der Emissionen aus dem Segment der neuen Medien im letzten Jahr lasse erfahrene Börsianer vorsichtig werden: Die Kurniveaus dieser Aktien seien mit klassischen Bewertungsansätzen oftmals schwer zu greifen.
So verwundere es auch nicht, wenn in den letzten Wochen das Segment der Wachstumsunternehmen weiter unter Druck gestanden habe. Es gebe aber auch viele interessante Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich, und innerhalb des Konjunkturzyklus sei es nach Meinung der Analysten zu früh, um sich komplett aus diesen Aktien zurückzuziehen.
Die Berichte zum ersten Quartal 2014 seien in den USA im Schnitt sehr gut gewesen, und das Gewinnwachstum sei besser als erwartet ausgefallen. In Europa sei das Bild leider nicht so einstimmig: Deutsche Unternehmen könnten gute Zahlen berichten, während es den Unternehmen der Eurozone weiterhin schwer falle, das verbesserte Konjunkturumfeld in Unternehmensgewinne umzumünzen. Für weitere Kurszuwächse sei ein Anstieg der Gewinne unabdingbar. (09.05.2014/alc/a/a)
Außen- und Geldpolitik würden sich mit Impulsen abwechseln. Der Ukraine-Konflikt halte die Außenpolitiker der westlichen Welt in Atem. Eine schnelle Lösung sei nicht in Sicht. Nach wie vor sei die weitere Entwicklung der Ukraine unklar. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes sei nicht hoch, es gehe jedoch längst um die Vertretung westlicher und russischer Interessen in der Region. Russland zeige sich selbstbewusst und schwer berechenbar. Die langfristigen Abhängigkeiten voneinander seien hoch und sollten nicht unterschätzt werden.
Russland sei dominierend bei Energie- und Agrarrohstoffen. Gleichzeitig sei Russland aber auch auf westliches Geld angewiesen. Eine Zweckgemeinschaft, die eine Eskalation der Situation nicht zu dem Hauptszenario der Analysten werden lasse. Die amerikanische Notenbank (FED) setze ihren strafferen geldpolitischen Kurs fort und habe die monatlichen Wertpapierkäufe erneut reduziert.
Zwar habe das Wachstum der US-Wirtschaft wetterbedingt im ersten Quartal enttäuscht, die aktuellen volkswirtschaftlichen Indikatoren würden jedoch in der laufenden Periode eine kräftige Konjunkturbelebung andeuten. In diesem Umfeld sei davon auszugehen, dass die Wertpapierkäufe der FED im Herbst vollständig auslaufen würden. Zinserhöhungen seien hier frühestens im Jahr 2015 zu erwarten.
Diesseits des Atlantiks sei die Geldpolitik entgegengesetzt ausgerichtet: Die jüngsten Inflationszahlen für die Eurozone würden zwar einen leichten Anstieg der Preissteigerung signalisieren, das Niveau sei jedoch mit 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr immer noch sehr gering und liege unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Die volkswirtschaftlichen Daten würden eine Fortsetzung der Wirtschaftserholung im Euroraum andeuten, die EZB mache sich jedoch Sorgen um die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung: Die Kreditvergabe sei speziell in Südeuropa weiterhin sehr gering und bremse das Wachstum.
Festverzinsliche Papiere hätten erneut zulegen und neue Höchststände markieren können. Die positive Stimmung der Marktteilnehmer bezüglich Anleihen südeuropäischer Länder sei ungebrochen. Auch deutsche Staatsanleihen seien weiter beliebt. Vor allem, wenn Sicherheit gefragt gewesen sei, da beispielsweise negative Nachrichten aus der Ukraine belastet hätten, hätten deutsche Rentenpapiere profitieren können. Der positive Trend sei nun schon seit Beginn des Jahres etabliert.
Die Luft für weitere Kurszuwächse werde nach Meinung der Analysten langsam dünner, eine nachhaltige Trendumkehr würden die Analysten jedoch derzeit nicht erwarten. Hoffnungsvolle Signale würden seit einigen Wochen Schwellenländeranleihen aussenden. Das Segment, das seit Mai letzten Jahres unter Druck gestanden habe, könne endlich wieder Investorengelder anziehen. Sollte die Stabilisierung anhalten, verfüge die Anlageklasse über ein attraktives Chancen-Risiko-Profil.
Kennen Sie eigentlich Alibaba? Nein, es handelt sich nicht wie vielleicht gemutmaßt um einen Räuber aus dem Morgenland, so die Analysten der Weberbank. Vielmehr gehe es um den weltgrößten Handelskonzern im Internet. Das chinesische Unternehmen, das erst vor 15 Jahren gegründet worden sei, sei in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen und stelle mittlerweile selbst eBay oder Amazon.com beim Umsatz in den Schatten.
Ein Teil der Aktien des Unternehmens solle nun an der Börse gelistet werden. Es könnte der größte Börsengang aller Zeiten werden. Nach Facebook und Twitter strebe damit ein weiteres großes Internetunternehmen an den Kapitalmarkt. Die Häufung der Emissionen aus dem Segment der neuen Medien im letzten Jahr lasse erfahrene Börsianer vorsichtig werden: Die Kurniveaus dieser Aktien seien mit klassischen Bewertungsansätzen oftmals schwer zu greifen.
So verwundere es auch nicht, wenn in den letzten Wochen das Segment der Wachstumsunternehmen weiter unter Druck gestanden habe. Es gebe aber auch viele interessante Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich, und innerhalb des Konjunkturzyklus sei es nach Meinung der Analysten zu früh, um sich komplett aus diesen Aktien zurückzuziehen.
Die Berichte zum ersten Quartal 2014 seien in den USA im Schnitt sehr gut gewesen, und das Gewinnwachstum sei besser als erwartet ausgefallen. In Europa sei das Bild leider nicht so einstimmig: Deutsche Unternehmen könnten gute Zahlen berichten, während es den Unternehmen der Eurozone weiterhin schwer falle, das verbesserte Konjunkturumfeld in Unternehmensgewinne umzumünzen. Für weitere Kurszuwächse sei ein Anstieg der Gewinne unabdingbar. (09.05.2014/alc/a/a)


