Renten: Der New Yorker FED Chef bringt die Dezember-Zinserhöhung zurück ins Spiel


15.08.17 09:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Aktienmarktentwicklung gestern sowie heute Morgen signalisiert Entspannung bei den Anlegern, so die Analysten der National-Bank AG.

Das Risiko einer weiteren Eskalation der Auseinandersetzungen zwischen Nordkorea und den USA scheine geringer eingeschätzt zu werden, obwohl von Abrüstung keine Rede sein könne. Immerhin habe sich zum einen der Ton zwischen den Kontrahenten nicht verschärft. Zum anderen würden viele Nationen versuchen, die Parteien zu einer Rückkehr zur Diplomatie zu bewegen. Ob das gelingen werde, bleibe unklar.

Inzwischen werde die beschlossene Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea von China umgesetzt. Vielleicht bringe das den nordkoreanischen Machthaber dazu, seine Position zu überdenken. Letztlich würden die Reaktionen Nordkoreas unberechenbar bleiben. Sollte es tatsächlich zu einem erneuten Test von Raketen mit dem avisierten Ziel geben, diese in Richtung von US-Territorium fliegen zu lassen, werde es eine US-Reaktion geben müssen.

Neben dem Nordkorea-/USA-Konflikt gebe es andere Themen, die aufmerksam verfolgt werden sollten. So habe der New York FED Chef gestern darauf hingewiesen, dass es sich durchaus noch eine weitere Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank im laufenden Jahr vorstellen könne. Die Anleger täten also trotz der aktuell fehlenden Inflationsdynamik gut daran, den Leitzinsschritt im Dezember einzupreisen, was sie jedoch weiterhin nur sehr zögerlich tun würden. Der Beginn des Bilanzabbaus sei ohnehin ausgemachte Sache. Möglicherweise werde das Protokoll der letzten Tagung des FOMC, das morgen veröffentlicht werde, noch ein paar zusätzliche Hinweise auf die gesamte Stimmungslage der US-Notenbanker zum Thema Leitzinserhöhung geben.

Abgesehen von dem desaströsen Eindruck, den die Briten hinsichtlich der Führung der Austrittsverhandlungen aus der EU bislang hinterlassen hätten, habe es zu diesem Themenblock bisher keine größeren Beiträge gegeben. Nach diversen Medienmeldungen sollten verschiedene Positionspapiere von der britischen Regierung ausgearbeitet worden sein, wie es weiter gehen solle. U. a. wolle man nun für eine Übergangsfrist plädieren, in der UK Mitglied in der Zollunion bleibe, was im Umkehrschluss jedoch bedeute, dass UK dann zahlreiche Regelungen der EU in dieser Phase umsetzen müsse.

Immerhin würden sich derzeit die Kräfte in UK durchzusetzen scheinen, die für einen sanften Austritt plädieren würden. An den Märkten seien diese Erkenntnisse bislang ohne Wirkung geblieben. Vermutlich müssten dazu die Positionspapiere erst einmal vorliegen. Außerdem hätten sich die Vorstellungen der Briten immer wieder dadurch ausgezeichnet, dass ihre Durchsetzbarkeit als wenig realistisch einzuschätzen gewesen sei.

Immerhin würden heute auch einige bedeutende Konjunkturdaten veröffentlicht. So würden die einzelnen BIP-Komponenten für das deutsche Q2-BIP veröffentlicht. Zudem sei am Nachmittag auf die US-Einzelhandelsumsätze zu achten, die im Monatsvergleich aufgrund des sehr schwachen Vormonats zugelegt haben dürften. Die Dynamik bleibe trotz der guten Lage der US-Konsumenten gering.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte aufgrund der Vorgaben mit Verlusten in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich 163,40 und 164,70 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,18 und 2,32% schwanken. (15.08.2017/alc/a/a)





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