Renten: Jerome Powell steht für Kontinuität hinsichtlich der FED-Politik


29.11.17 10:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Bei seinem Auftritt vor dem Senat hinterließ Jerome Powell nicht den Eindruck, er würde die FED-Politik umkrempeln wollen, so die Analysten der National-Bank AG.

Das sei auch nicht erwartet worden. Vielmehr sehe alles nach Kontinuität aus. Der Bilanzabbau werde weitergehen, der Leitzinszyklus fortgesetzt. Dass er einer maßvollen Reduzierung der Regulierungslast des Finanzdienstleistungssektors positiv gegenüber stehe, sei ebenfalls bereits bekannt gewesen. Vermutlich würden vor allem kleinere Institute entlastet. Das wäre durchaus ein Schritt, für den es breiten Konsens gebe. Ähnliches werde ja auch in Europa immer wieder diskutiert. Insgesamt habe die Anhörung also nichts Neues gebracht. Die Investoren müssten keine Verwerfungen durch die Geldpolitik der FED fürchten.

In einigen Teilen könne die FED-Chefin heute bei ihrem Auftritt vor dem Bankenausschuss auf die Aussagen von Powell zurückgreifen. Sie befinde sich sowieso in einer vergleichsweise komfortablen Lage. Die Wirtschaft laufe wie erwartet. Die Leitzinsen wurden und werden erhöht, so die Analysten der National-Bank AG. Entsprechende Signale werde sie heute senden.

Gespannt dürfe man jedoch auf ihre Reaktion sein, wenn sie durch die Senatoren zum Thema Steuerreform, deren Wirkung sowie der Reaktion der FED darauf befragt werde. Bislang seien ihre und die Aussagen ihrer Mitstreiter bei diesem Thema ja relativ vage gewesen. Allmählich werde sie aber nicht darum herum kommen, Stellung zu beziehen, denn die Wahrscheinlichkeit für signifikante, teilweise defizitfinanzierte Steuersenkungen sei größer geworden. Schließlich werde sich der Senat diese Woche mit seinem eigenen Gesetzesentwurf befassen. Ob es zu der vor Wochenfrist noch avisierten Abstimmung in der laufende Woche kommen werde, sei zwar noch offen. Man sollte aber damit rechnen.

Ansonsten sei das Stimmungsbarometer des Conference Boards gestern auf den höchsten Wert seit 17 Jahren gestiegen. Der stationäre und Onlinehandel sollte sich auf ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschäft einstellen, was aufgrund der hohen Nachfrage durchaus für höhere Preise gut sein könne.

Der erneute Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea habe die Kapitalmärkte hingegen kalt gelassen. Der Gewöhnungseffekt sei deutlich erkennbar gewesen. Es habe zwar die üblichen politischen Reaktionen gegeben. Das werde jedoch Nordkorea nicht weiter interessieren. Im weiteren Tagesverlauf stünden erste Preisdaten von Ländern aus dem Euroraum an. Das Überraschungspotenzial sei gering. Am Abend sei vor allem das Beige Book zu beachten. Dem Bericht aus den einzelnen FED-Distrikten dürfte man entnehmen können, dass die Lage am Arbeitsmarkt in den meisten FED-Distrikten angespannter werde, die Verbraucher kräftig einkaufen würden und evtl. die Investitionstätigkeit der Unternehmen anspringe.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit geringen Gewinnen in den Handel starten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 162,50 und 163,65 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,27 und 2,41% schwanken. (29.11.2017/alc/a/a)





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