Renten: Die Inflationsdynamik ist Thema unter den US-Notenbankern


17.08.17 10:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die BIP-Daten aus dem Euroraum für Q2 konnten die Erwartungen sogar noch leicht übertreffen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Wirtschaftsleistung sei im Jahresvergleich um 2,2% angestiegen. Und die vorlaufenden Stimmungsindikatoren würden ja bekanntlich andeuten, dass zumindest in den kommenden beiden Quartalen mit einer ähnlichen Wachstumsdynamik gerechnet werden könne. Scheinbar werde aus dem Sorgenkind Euroraum ein wesentlicher Treiber für das weltweite Wachstum. Hierbei werde jedoch gern übersehen, dass es sich durchaus um Nachhol- und Sondereffekte aufgrund des Tourismusbooms in den südlichen Euroländern handele. Strukturell habe sich nämlich immer noch nicht so viel getan. Daher bleibe die Geldpolitik der EZB im Fokus.

Gemäß Medienberichten werde der EZB-Chef auf der Tagung in Jackson Hole gegen Ende des Monats keine neuen Aussagen über die künftige Geldpolitik und insbesondere die Zukunft des QE-Programms machen. Das sei aufgrund der Erfahrungen, die die EZB nach Mario Draghis Aussagen in Sintra gesammelt habe, nicht überraschend. Die Investoren würden schon einmal dazu neigen, mehr in die Aussagen der Notenbanker hineinzuinterpretieren, als sie tatsächlich hätten aussagen wollen. Das Risiko werde die EZB wohl kaum wieder eingehen wollen, da eine Fehlinterpretation durch die Kapitalmärkte sich nur schwer einfangen lasse. Daher dürfte sich nichts Konkretes im Protokoll der jüngsten Tagung des EZB-Rats zu einer Reduzierung des QE-Programms finden lassen.

Schließlich habe der EZB-Chef auf der Pressekonferenz nach der Tagung auf Nachfrage immer wieder betont, dass man darüber gar nicht gesprochen habe. Sollte es dennoch Erwartungen geben, im aktuellen Protokoll könnten sich etwas dazu finden, würden dieses Erwartungen enttäuscht werden. Ansonsten würden die europäischen Wirtschaftsdaten keine neuen Erkenntnisse bringen.

Gestern habe ebenfalls mit der FED eine Notenbank im Fokus gestanden. Das Protokoll der Tagung des FOMC im Juli sei veröffentlicht worden. Letztlich sei das Protokoll nur ein Spiegelbild der Aussagen verschiedenen US-Notenbanker, die nach der geldpolitischen Tagung gemacht worden seien. Es gebe einen Block im FOMC, dem die geringe Inflationsdynamik erhebliche Sorgen bereite und einen, der die Entwicklung als temporär ansehe, wobei der Begriff "temporär" durchaus ein paar Monate umfasse. Daher wäre es verfrüht, einen Leitzinsschritt im Dezember auszupreisen.

Schließlich seien sich die US-Notenbanker bei dem Abbau der Bilanz einig: Es solle bald losgehen, und auch das sei eine Straffung der Geldpolitik. Mit der Industrieproduktion, der Kapazitätsauslastung sowie dem Phili FED Indikator stünden zahlreiche US-Daten an, die durchaus auf die Rentenmärkte durchschlagen könnten. Derzeit sei die Stimmung jedoch wieder bondfreundlich, was einmal mehr dem US-Regierungschaos zu verdanken sei. Die Auflösung zweier Beratergremien durch den US-Präsidenten lasse die Investoren wieder daran zweifeln, ob Vorhaben wie die Steuerreform und die Infrastrukturprogramme umgesetzt werden könnten.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Gewinnen in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich 163,25 und 164,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,18 und 2,32% schwanken. (17.08.2017/alc/a/a)





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