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Renten: Fehlende Kursfantasie
02.10.25 12:00
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Orientierung am Rentenmarkt ist schwierig: Die Inflation steigt, die Inflationserwartungen bleiben stabil, so die Analysten der Helaba.
Die EZB verfolge eine ruhige Geldpolitik, die Fed wirke diffus. Nach dem Anstieg der Euro-Teuerung von 2,0 % auf 2,2 % im September möchte man der EZB zurufen: Gut gemacht, den Zinssenkungskurs rechtzeitig gestoppt zu haben! Vor allem der jüngste Anstieg der Dienstleistungspreise auf 3,2 % zeige, dass die seit Juni eingenommene Beobachterposition auf einem neutralen Leitzinsniveau von 2 % richtig gewesen sei. In 15 von 20 Euroländern liege die Inflationsrate übrigens über dem EZB-Zielwert von 2,0 %.
Seit der letzten Zinssenkung hätten sich die Inflationserwartungen der Anleger mit 2,1 % kaum verändert. Diese Stabilität spreche dafür, dass die aktuelle Politik der ruhigen Hand genau richtig sei. Der langjährige Durchschnitt der Inflationserwartungen an Terminmärkten – die Historie reiche bis 2013 zurück – liege bei etwa 1,8 %. Auch dies sei ein Hinweis, dass die EZB ihren vorsichtigen Kurs besser nicht verlassen solle. Vor dem Hintergrund der stabilen Inflationserwartungen sei die richtungslose Tendenz am deutschen Rentenmarkt nachvollziehbar. Auch der sonst so dominante, aber oft sehr volatile Einfluss des amerikanischen Anleihemarktes habe in diesem Jahr spürbar nachgelassen. Der Korrelationskoeffizient zwischen den Staatsanleihen, der im Durchschnitt bei beachtlichen 0,8 liege (1 stehe für einen perfekten Gleichlauf), sei innerhalb der letzten 12 Monate auf weniger als 0,5 gesunken.
Dafür dürften mehrere Gründe verantwortlich sein. Am stärksten habe sicherlich die unterschiedliche Politik der Notenbanken gewirkt. Nach einer längeren Pause habe die Fed gerade erst wieder mit dem Zinssenkungszyklus begonnen. Zweitens laste die aufkommende Unsicherheit über den Safe-Haven-Status wie ein Damoklesschwert auf US-Staatsanleihen. Erwähnenswert sei auch die überraschende Lockerung der deutschen Schuldenbremse Anfang März. (02.10.2025/alc/a/a)
Die EZB verfolge eine ruhige Geldpolitik, die Fed wirke diffus. Nach dem Anstieg der Euro-Teuerung von 2,0 % auf 2,2 % im September möchte man der EZB zurufen: Gut gemacht, den Zinssenkungskurs rechtzeitig gestoppt zu haben! Vor allem der jüngste Anstieg der Dienstleistungspreise auf 3,2 % zeige, dass die seit Juni eingenommene Beobachterposition auf einem neutralen Leitzinsniveau von 2 % richtig gewesen sei. In 15 von 20 Euroländern liege die Inflationsrate übrigens über dem EZB-Zielwert von 2,0 %.
Seit der letzten Zinssenkung hätten sich die Inflationserwartungen der Anleger mit 2,1 % kaum verändert. Diese Stabilität spreche dafür, dass die aktuelle Politik der ruhigen Hand genau richtig sei. Der langjährige Durchschnitt der Inflationserwartungen an Terminmärkten – die Historie reiche bis 2013 zurück – liege bei etwa 1,8 %. Auch dies sei ein Hinweis, dass die EZB ihren vorsichtigen Kurs besser nicht verlassen solle. Vor dem Hintergrund der stabilen Inflationserwartungen sei die richtungslose Tendenz am deutschen Rentenmarkt nachvollziehbar. Auch der sonst so dominante, aber oft sehr volatile Einfluss des amerikanischen Anleihemarktes habe in diesem Jahr spürbar nachgelassen. Der Korrelationskoeffizient zwischen den Staatsanleihen, der im Durchschnitt bei beachtlichen 0,8 liege (1 stehe für einen perfekten Gleichlauf), sei innerhalb der letzten 12 Monate auf weniger als 0,5 gesunken.
Dafür dürften mehrere Gründe verantwortlich sein. Am stärksten habe sicherlich die unterschiedliche Politik der Notenbanken gewirkt. Nach einer längeren Pause habe die Fed gerade erst wieder mit dem Zinssenkungszyklus begonnen. Zweitens laste die aufkommende Unsicherheit über den Safe-Haven-Status wie ein Damoklesschwert auf US-Staatsanleihen. Erwähnenswert sei auch die überraschende Lockerung der deutschen Schuldenbremse Anfang März. (02.10.2025/alc/a/a)


